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Fuchs und Hase sagen sich in Dresden Gute Nacht

Premiere im Theater Junge Generation Fuchs und Hase sagen sich in Dresden Gute Nacht

Im neuen Puppentheaterstück am Theater Junge Generation findet ein ungleiches Paar zusammen und gleichzeitig nimmt eine wohl allseits bekannte Redewendung Gestalt an: Die Premiere von „Wenn Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen“ kommt nicht nur bei den Kleinen gut an. Unsere DNN-Kulturjournalistin weiß auch, warum.

Die Premiere des neuen Puppentheaterstücks im tjg begeisterte Groß und Klein.

Quelle: Marco Prill

Dresden. Ein einsamer Bahnsteig, kurz vor Mitternacht. Lediglich drei Passanten warten auf ihren Zug. Doch dieser verspätet sich. Der Ort ist so abgeschieden, dass schnell klar ist, dass es sich hier um ein Paradebeispiel einer Örtlichkeit handelt, an der sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen.

Hört sich alles düster an, ist es aber ganz und gar nicht. Denn die drei Wartenden unterhalten das Publikum gleich zum Einstieg des Stücks „Wenn Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen“ mit einer gehörigen Portion Humor. Hier die Bahnhofsansage, bei der an der entscheidenden Stelle geniest wird, da der altbekannte Dinner-for-one-Stolperer, über den man selbst beim 20. Mal noch lachen muss.

Die schweizerische Illustratorin Kathrin Schärer nahm in ihrem gleichnamigen Buch die allseits bekannte Redewendung beim Wort und entwickelte darum eine liebevolle Geschichte, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen rührt. Ein kleiner Hase sitzt auf einem Hügel und findet seinen Heimweg nicht mehr. Da kommt ein Fuchs daher und sperrt sein Maul auf, wohlwissend, gleich sein prächtiges Abendessen verspeisen zu können. Doch es kommt anders. Der kleine Hase übernimmt die Führung und sorgt dafür, dass der Fuchs ihn ordnungsgemäß im Hasenbau ins Bett bringt und auch noch ein Gute-Nacht-Lied singt. Am Ende siegt vor allem eins – der Schlaf. Und so sind die Haseneltern entsprechend überrascht, als sie einen friedlich schlafenden Fuchs in ihrem Bau vorfinden.

Liebevoll bis ins kleinste Detail ist auch die Inszenierung des Regisseurs Frank Alexander Engel am Theater Junge Generation (tjg); einerseits behutsam auf die Bedürfnisse kleiner Kinder angepasst, die zahlreich zur Premiere kamen und ganz aufmerksam und mucksmäuschenstill dem Geschehen folgten. Andererseits hatten auch die Großen allerhand zum Schmunzeln. Engel, der bereits den Sommertheater-Erfolg „Die drei Räuber“ für das Puppentheater des tjg inszenierte (Premiere Juni 2015), zeigte auch bei dieser Arbeit sein vielseitiges Talent. So zeichnet er sich nicht nur für Fassung und Regie verantwortlich, auch Bühne, Kostüme und Puppen fielen in seinen Zuständigkeitsbereich.

Lobenswert sind vor allem die Leistungen der drei Schauspieler Daniil Shchapov, Tanja Wehling und Uwe Steinbach, die in wechselnden Rollen auf der Bühne zu erleben waren. Besonders gelungen die Szene, bei der die Haseneltern nach einer schwungvollen Begrüßung den Kinderwagen, indem sie ihr Kind glaubten, leer vorfinden. Dass das Hasenkind mit seinen vier (dem Vater nach sieben!) Jahren dem Kinderwagenalter längst entwachsen ist, sei geschenkt. Zu hübsch war die Gesamtgestaltung der Szene zwischen Alltagsromantik und Disco-Fieber. Die Grille als nervtötende Callcenter-Dame, der Fuchs als inkonsequenter Bösewicht sowie ein putziges Hasenkind (als einziges wirklich in Miniatur) waren allesamt überzeugend gespielt.

Detailverliebtheit zeigte sich auch bei den Kostümen, die geschmackvoll, aber schlicht und überwiegend uniform in Blau, Grün und Rot gehalten waren (samt farblich passender Handtasche). Ein wenig mehr Detailarbeit hätte hingegen die Einstudierung der Gesangeinlagen vertragen, die teilweise etwas schief daher kamen, während gleichzeitig die Begleitmusik vom Band zu laut war. Doch sei es drum – dem Hasenkind hat sein Gute-Nacht-Lied gefallen. Es ist trotzdem zufrieden in einen tiefen Schlaf gefallen.

Schläfrig sollte man jedoch ganz und gar nicht bei der Ticketbestellung sein. Die Vorstellungen im Dezember sind nahezu ausverkauft. Doch wie Pressesprecher Norbert Seidel mitteilte, wird das Stück ab nächstem Jahr ganz regulär in den Spielplan aufgenommen. Da lohnt sich ein wacher Blick!

nächste Vorstellungen: bis Ende Dezember fast täglich, für Kinder ab vier Jahren, Dauer: 50 Min., Kleine Bühne im Kraftwerk Mitte

www.tjg-dresden.de

Von Kathleen Goldammer

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