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Regional Frühjahrsauktion bei Schmidt am Sonnabend
Nachrichten Kultur Regional Frühjahrsauktion bei Schmidt am Sonnabend
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17:25 23.03.2018
Anton Graff (zugeschr.), Bildnis einer sächsischen Dame (Corona Schröter?). Um 1770, Öl auf Leinwand; unsigniert. Quelle: Schmidt Kunstauktion Dresden
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Dresden

Knapp 1700 Lose bietet die Frühjahrsauktion des seit einiger Zeit in der Bautzener Straße 99 residierenden Dresdner Kunstauktionshauses Schmidt. Wie immer ist die bildende Kunst, nicht zuletzt jene aus dem sächsischen Raum, breit und qualitativ überzeugend bis ins die Gegenwart vertreten. Unter den älteren Gemälden ragt ein Anton Graff zugeschriebenes „Bildnis einer sächsischen Dame“ (um 1770) heraus, ausgewiesen mit einem Schätzpreis von 3500 – 5000 Euro. Am Beginn des 20. Jahrhunderts entstand Robert Sterls „Grüne Landschaft bei Wittgenborn“ (Schätzpreis 5000 Euro). Ebenfalls dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zuzuordnen sind eine „Strandlandschaft in Südfrankreich“ von Richard Dreher (Schätzpreis 2200 Euro), ein üppiges „Stilleben mit Rosen und antikisierender Vase“ von Hans Unger (Schätzpreis 4000 Euro) sowie von Paula Lauenstein das Gemälde „Das Dorf“ (1932, Schätzpreis 2800 Euro). Für Freunde der Dresdner Kunst nach 1945 ist ganz besonders ein „Stillleben mit Kanne, Weinflasche und Obst“ (um 1957) von Albert Wigand hervorzuheben (Schätzpreis 5000 – 6000 Euro).

Im Bereich der älteren Grafik verdient die Sammlung Sahrer von Sahr Aufmerksamkeit. Diese geht auf die gleichnamige Familie zurück, in deren Besitz sich bis 1945 das Schloss Dahlen befand, zu dem eine Reihe der angebotenen Blätter enge Bezüge aufweist. Einen Schwerpunkt der wohl auf Carl Heinrich August Sahrer von Sahr zurückgehenden Sammlung bilden zumeist sächsische Porträts des ausgehenden 17. bis 19. Jahrhunderts, darunter 130 Porträts von der Hand der Kupferstecherfamilie Bernigeroth. Unter den Werken der Sammlung befindet sich zudem die Zeichnung „Innere Ansicht des oestlichen Peristyls vom Parthenon“ von 1821 (Aufrufpreis 3000 – 4000 Euro), die mit weiteren Basis einer Mappe eigenhändiger Radierungen unter dem Titel „Ansichten von Athen und dessen Denkmalen“ wurde. Ein Exemplar davon beherbergt auch das Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Die zweite angebotene Sammlung geht auf Willi Lindörfer (1904 – 1968), einen bekannten Geigenbauer zurück, der zunächst in Berlin, später in Weimar lebte. Hier fallen neben Grafiken des 17. und 18. Jahrhunderts besonders Handzeichnungen aus dem 19. Jahrhundert auf, darunter von Andreas Achenbach oder Eduard Agricola. Dessen Mitte des 19. Jahrhunderts entstandene Ansicht der Amalfiküste ist mit einem Schätzpreis von 1700 Euro ausgewiesen.

Darüber hinaus gibt es wie immer eine große Auswahl von Arbeiten auf Papier aus dem 19. und 20./21 Jahrhundert. Bezüglich des 19. Jahrhunderts kann beispielhaft auf das Aquarell einer Dünenlandschaft von Ernst Erwin Oehme verwiesen werden (500 Euro). Für die jüngere Vergangenheit stehen Werke von Elisabeth Ahnert, Johannes Beutner, Otto Dix, Hermann Glöckner, ebenso Ernst Hassebrauk, Paul Wilhelm, aber auch Curt Querner. Besonders hervorhebenswert sind zwei Werke von Lyonel Feininger („Barke auf See“ von 1918, 4000 Euro, „Spaziergänger“ von 1918, 5000 – 6000 Euro Schätzpreis).

Daneben trifft man auf ein breiteres Angebot an Skulpturen, darunter auch Werke von Wieland Förster und Friedrich Press. Liebhaber von figürlichem Porzellan kommen ebenfalls auf ihre Kosten, unter anderem bei einem auf Kaendler zurückgehenden „Pegasus“ (Aufrufpreis 3500 Euro). Natürlich sind auch Keramik (etwa Walzen- und Henkelkrüge), Glas (unter anderem eine Gallé-Vase sowie eine Vase in Arsall-Technik aus Weißwasser), Schmuck, Silber, Zinn, Lampen, Möbel, Asiatika und Teppiche im Angebot .

Auktionsbeginn: Sonnabend, 10 Uhr; 10 bis 13 Uhr: Gemälde, Sondersammlungen Sahrer von Sahr und Lindörfer Grafik bis 19. Jahrhundert, ab 13.30 Uhr: Grafik 20./21. Jahrhundert, Fotografie, ca. ab 17 Uhr: Skulptur, Porzellan, Keramik bis Teppiche).

Von Lisa Werner-Art

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