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Freistaat Sachsen lässt das barocke Blockhaus in Dresden leerräumen

Freistaat Sachsen lässt das barocke Blockhaus in Dresden leerräumen

Die Sächsische Akademie der Künste (SAK) trifft sich bis Sonntag zu ihrer diesjährigen Mitgliederversammlung in der Lutherstadt Wittenberg. Ein Thema auf der Zusammenkunft wird der künftige Standort der Akademie sein.

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Das Blockhaus muss dringend saniert werden, aber der Freistaat weiß noch nicht, wann.

Quelle: Mahlum via Wikimedia

Denn aus ihrem bisherigen Domizil, dem Blockhaus an Dresdens Elbufer, muss die SAK noch in diesem Jahr ausziehen.

Das Haus an der Augustusbrücke wird zur Zeit leergeräumt, lautet es in einer gestern verbreiteten Mitteilung der Akademie. Nach den Zerstörungen durch das Hochwasser 2002 seien zwar notwendige Reparaturen durchgeführt, Maßnahmen zum Schutz vor erneutem Hochwasser für diese Liegenschaft des Freistaates aber nicht getroffen worden. Also wurde die Nähe zum Fluss dem Gebäude auch 2013 wieder zum Verhängnis. Lüftung, Heizung und der Fahrstuhl funktionieren, so die SAK, nicht mehr, und das Gebäude sei nur provisorisch am Strom angeschlossen.

Zu Schäden sowie Umfang, Zeitraum und Kosten einer Sanierung konnte der für die Liegenschaft zuständige Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) gestern gegenüber DNN keine genauen Angaben machen. Bestätigt wurde indessen, dass die bisherigen Mieter, die Sächsische Akademie der Künste, die Außenstelle Dresden der Sächsischen Akademie der Wissenschaften (SAW) und die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU), das Haus verlassen müssen. "Während der Sanierung werden alle drei Einrichtungen in Mietobjekte umziehen, die SAW auf den Palaisplatz 3, die LaNU auf die Riesaer Straße 7, bei der SAK ist noch keine Entscheidung getroffen worden", heißt es aus dem SIB. Auskünfte zur Zukunft des Blockhauses könnten nicht erteilt werden, da es, so der SIB gegenüber DNN, noch kein Nutzungskonzept gebe. Mehr Fragen also als Antworten. In Bezug auf die SAK werde derzeit intensiv nach einer Interimslösung für eine temporäre Unterbringung gesucht, heißt es auch aus dem Kunstministerium.

Das rechts der Elbe gelegene Blockhaus wurde 1732 bis 1737 nach Plänen von Zacharias Longuelune errichtet und beherbergte zunächst die Neustädter Wache. 1945 zerstört, blieb es eine Ruine, bis in den 70ern der Wiederaufbau begann. Schließlich wurde es 1980 als "Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft" eröffnet. Nach der Wende 1989 gingen die Lichter aus, 1994 veräußerte der Bund das Gebäude an den Freistaat Sachsen, seit 1996 ist hier der Sitz der Sächsischen Akademie der Künste.

Dieser drohe nun der Verlust ihres Sitzes und ihrer öffentlichen Wirksamkeit, erklärte gestern Akademie-Präsident Wilfried Krätzschmar. Dem Freistaat und der Landeshauptstadt drohe der Verlust eines zentralen Ortes der Kultur und des gesellschaftspolitischen Diskurses, und Dresden drohe ein weiteres totes Gebäude und eine Brache mit ungewisser Zukunft. Die Akademie forderte den Freistaat auf, das Haus nicht dem Leerstand zu überlassen, sondern mit neuem Leben zu füllen. Das Blockhaus - auch ein Sinnbild des wiedererstandenen Dresden - müsse als öffentlicher Ort der Kultur erhalten werden, so Krätzschmar.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.10.2013

Kerstin Leiße

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