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Regional Fjørt beeindrucken ihre Fans im Beatpol in Dresden
Nachrichten Kultur Regional Fjørt beeindrucken ihre Fans im Beatpol in Dresden
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18:00 23.01.2018
Chris Hell lieferte mit seiner Band Fjørt am Montagabend im Beatpol eine intensive Vorstellung ab. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Gut drei Wochen nach Jahreswechsel hat der Beatpol wieder seine Pforten für Musikliebhabende und Freunde der eindrucksvollen Akustik geöffnet – und begeisterte diese sogleich mit den Aachener Jungs von Fjørt. Das Trio beeindruckt seine Fans und Neu-Hörer seit 2012 mit lautem Post-Hardcore, seit der ersten EP und den nun weiteren drei Alben stieg der Erfolg – und den einstigen gemeinsamen Auftritten mit der Band Heisskalt, welche erst im Dezember im Beatpol für Stimmung gesorgt hatten, folgte nun ein großartiges Gastspiel im ausverkauften Saal.

Fassbar zu machen ist der Aufstieg der Band zum einen durch ihre Zielstrebigkeit, ihr Talent und ihr Gespür für Texte und Musik, die die Zuhörer abholt und mitnehmen. Vielleicht aber auch mitbegründet durch den Wechsel zum Hamburger Label „Grand Hotel van Cleef“ und durch den Solomusiker Thees Uhlmann, auch als Sänger von Tomte bekannt und als sehr professionell gesehen und geschätzt.

Mit dem bereits im Herbst 2017 erschienenen Album „Couleur“ knallen Sänger und Gitarrist Chris Hell, Bassist David Frings und Schlagzeuger Frank Schophaus wieder eine gewaltige Wand aus einem wummernden Schlagzeugspiel, das den Boden am anderen Ende des Saals noch vibrieren lässt.

Ohne Frage bestechen Fjørt durch ihr musikalisches Können, die drei haben eine Intensität und Impulsivität, die einen aus dem Hier und Jetzt katapultiert und mitzieht. Hell und Frings beherrschen und dominieren ihre Saiteninstrumente, reißen Akkord um Akkord runter, so dass wahre Glücksgefühle durch den Körper der begeisterten Zuhörerschaft strömen.

Das in kaltes Blau und gleißend weiße Spots getauchte Trio setzt sich in seinen Texten mit Rassismus und Nationalsozialismus auseinander, wie in dem Lied „Raison“ aus dem neuen Album. Sie hätten 1933 Gründe, schwarz zu sehen, und eigentlich möchten sie das Pack nicht kommentieren, das sich in den letzten 70 Jahren in seinem Käfig gedreht hätte und jetzt bereit sei, sich zu wiederholen.

Um den teilweise schlecht zu verstehenden Gesang, der eher gesprochenem Wort gleicht, in den Köpfen des Publikums zu fixieren, weist Hell in den Liedpausen immer wieder auf Menschlichkeit, Toleranz, auf schwachsinnige Inhalte der AfD und die Sinnlosinfos von Frauke Petry hin, fordert, standhaft zu bleiben, sich dagegen zu stellen und nicht müde zu werden.

Sie bedanken und verneigen sich vor ihrem Publikum dafür, dass so viele Leute an einem Montag den Weg zu ihnen gefunden haben, und erinnern an ihr erstes Konzert in Dresden im Alternativzentrum Conni im Hecht – dies sei ein cooler Laden und sollte weiterhin unterstützt werden. Das sehen die Fans genauso und bedanken sich ihrerseits mit lautstarkem Jubel und Applaus.

Ihre restliche Tour führt die drei Aachener noch quer durch Deutschland und auch Österreich, von diesen Shows ist aber auch gut die Hälfte bereits ausverkauft.

www.fjort.de

Von Anne Gräfe

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