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Festival in Schwarz und Weiß - Arbeiten von vier Künstlerinnen in der Galerie Felix

Festival in Schwarz und Weiß - Arbeiten von vier Künstlerinnen in der Galerie Felix

Eine etwas andere Ausstellung zur Sommerzeit hat sich die Loschwitzer Galeristin Liselotte Rojas Sanoja einfallen lassen: Sie zeigt in ihrer Galerie Felix die Kunst des Schwarz-Weiß, eine durchaus willkommene Abkühlung in der Buntheit des Sommers und der auf Touren laufenden Galeriemaschinerie.

Vier namhafte Künstlerinnen aus Dresden und Umkreis stellen Porzellandesign (Jutta Albert), Kaltnadelradierung (E.R.N.A.), Holzschnitt/Linolschnitt (Gabi Reichelt) und Fotografie (Gabriele Seitz) unter dem wohltuend unterkühlten Thema in einer Ausstellung vor.

Das auf die Spitze getriebene Schwarz-Weiß erweist sich als Katalysator bei der Arbeit aller vier. Die Dialektik der Gegensätze macht manches einfacher, aber auch deutlicher und bringt es auf den Punkt. Man muss nicht die ganze Philosophie und alte Mythen bemühen, um das Gegensatzpaar näher zu beschreiben, das in den beiden "Nichtfarben" zum Ausdruck gelangt. In der Porzellankunst mag die Beziehung zum asiatischen Kulturkreis mit seiner typischen Kosmogonie naheliegen.

In diesem verfeinerten Sinn (des Yin und Yang) verhält es sich bei den Objektgefäßen und Schmuckstücken von Jutta Albert, die eine besonders subtile Technik entwickelt hat, um in das weiße Porzellan schwarze Einfärbungen einzubringen, bzw. umgekehrt. Ihre schwarzen "Intarsienfäden" überziehen das weiße Material mit Linienschwüngen in einer fast kalligrafischen Ornamentik, die ganz eigenständig und von ihr selbst ge- funden wurde. In ihrer formalen Wirkung ähneln die Objekte auch Skulpturen, die einen deutlichen Bezug zum Raum herstellen, wie "Die Leiter" im Garten. Die Zusammenarbeit mit zwei Goldschmieden aus Halle (Ernst und Katrin Hofmann) brachte im Ergebnis sehr eigenwillig-schöne Schmuckstücke zustande: Das Edelmetall verschönert das kostbare Porzellan und umgekehrt verhält es sich ebenso.

Die Malerin E.R.N.A. aus Altenau verwendet neben den traditionellen Kupferplatten auch Leiterplattenschrott für ihre Kaltnadeln. Dabei frappiert das Liniengespinst, hinter dem sich vage Figurationen ver- bergen, die geheimnisvoll hervorschauen. Der weiche Untergrund der Leiterplatten macht ein flüssi- geres Radieren möglich; plötzlich entfaltet sich eine gewisse Flächig-keit mitten in einer feinen, sensiblen Lineatur: "Ufer" und Fluss" assoziieren Landschaften, "Kopfwaschung" und "Handwaschung" eher Figür- liches.

Geschichten von Mann und Frau ("Adam und Eva") und von der Majestät der Katzen erzählt Gabi Reichelt mit ihren Holz- bzw. Linolschnitten. Schattenrisshaft reckt sich Eva auf der Schulter von Adam nach dem Apfel. Zur Demonstration der grafischen Techniken hat Frau Sanoja zwei Vitrinen mit dem typischen Werkzeugen und dem verwendeten Material im Tief-und Hochdruck eingerichtet.

In einer frühen Serie von Schwarz-Weiß-Fotografien zeigt die Radebeuler Fotografin Gabriele Seitz Bilder zum Thema Anders- und Fremdsein in einer Liebesgeschichte zwischen den Kulturen. Schwarze und weiße Hände und Füße begegnen sich in poesievoller Berührung und Verschränkung. Die Künstlerin arbeitet mit einer analogen Kleinbildkamera nur in Schwarz-Weiß. Erstaunlich sind dabei die gute Qualität der Papierbilder, die Klarheit und Feinheit der Körnung und des Kontrastes. Die feinporigen Oberflächen der Haut und die Stimmung des Körperlichen üben eine große Faszination aus. Heinz Weißflog

Bis zum 30. September, Galerie Felix, Pillnitzer Landstraße 7, Kontakt: 0351/32 25 57 27, geöffnet: Di-Fr 15-18 Uhr, Sa+So 11-13 Uhr, Eintritt frei

www.galerie-felix.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.09.2012

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