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Regional Fesselnd im Freien: Tausende genießen die „Freischütz“-Übertragung auf dem Theaterplatz
Nachrichten Kultur Regional Fesselnd im Freien: Tausende genießen die „Freischütz“-Übertragung auf dem Theaterplatz
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23:36 09.09.2015
Duster draußen: Bei bester Freiluft-Atmosphäre ließen sich zahlreiche Dresdner die Live-Übertragung nicht entgehen. Quelle: Matthias Creutziger

Zum Richard-Wagner-Fest vor zwei Jahren gelang das so unterhaltsam, dass beim Richard-Strauss-Fest 2014 die zweite Auflage folgte. Zum 30. Geburtstag des Opernneubaus bot nun die Übertragung der Premiere von Carl Maria von Webers „Der Freischütz“ erneut Anlass für kabarettistisches Vorgeplänkel und eine Sonderausgabe der Kapelle für Kids unter freiem Himmel.

Moderiert von Axel Brüggemann lockte dieses gut dreistündige Vorspiel zunächst vor allem Familien und Schau- wie Hörlustige aufs Altstadtpflaster. Ganz so gut scherzen lässt sich mit dem „Freischütz“ – der 1944 als letzte Oper vor der Schließung des Opernhauses, dann 1985 zur Einweihung des Neubaus wieder auf dem Programm stand, und so zwei wichtige Daten Dresdner Operngeschichte markiert – wohl aber nicht: Nicht jede von Olaf Schuberts „Flachsraketen“ zündete hier sofort.

Ein Volltreffer war dagegen die anschließende Liveübertragung der Premiere via Leinwand auf den Theaterplatz. Pünktlich zu Ouvertüre hatte sich dieser mit etwa 6000 Menschen sehr gut gefüllt. Fast andächtig verfolgten die Zuschauer bei Bier und Gegrilltem die Aufführung. Unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann und dank eines hervorragenden Ensembles entfaltete die Musik auch draußen fast soghafte Wirkung.

Die Inszenierung von Axel Köhler wirkte auf Leinwand düster und spannend wie ein guter Sonntagskrimi. Besonders fesselnd: die Szene in Wolfsschlucht im zweiten Akt. Am Ende stimmten auch die Zuschauer auf dem Platz in den großen Premierenapplaus im Haus mit ein, die meisten von ihnen packten ihre Picknicksachen dann aber zusammen, ohne die große Feier im Freien abzuwarten und traten flugs den Heimweg in warme Stuben an. – Bis zum nächsten Jahr, wenn am 22. Mai Richard Wagners „Lohengrin“ mit Anna Netrebko live auf den Theaterplatz übertragen wird.

Nicole Czerwinka

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