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European Guitar Award an der Dresdner Musikhochschule

String Spring Festival European Guitar Award an der Dresdner Musikhochschule

Die Baritongitarre vom Instrumentenbauer Oliver Klapproth ist der Publikumspreis des European Guitar Award, der im Rahmen des String Spring Festivals an der Hochschule für Musik Dresden Carl Maria von Weber verliehen wurde. 25 Einsendungen aus acht Ländern haben die Juroren dieses Jahr erhalten und zehn davon eingeladen.

v.l.n.r.: Juror Erkan Ogur, Juryvorsitzender Thomas Fellow, Sönke Meinen (Sponsoringpreisträger), vorn das Duo Antoine Boyer & Samuelito, rechts daneben Leon Albert (ein Teilnehmer) und ganz rechts Janko Raseta (ebenfalls erster Preisträger und beim 3. European Guitar Award 2012 Sponsoring-Preisträger).
 

Quelle: Marcus Lieder

Dresden.  Die nagelneue Baritongitarre vom Instrumentenbauer Oliver Klapproth leuchtet hell im Rampenlicht. Sie ist der Publikumspreis des European Guitar Award, der im Rahmen des String Spring Festivals an der Hochschule für Musik Dresden Carl Maria von Weber (HfM) verliehen wurde. Thomas Fellow, selbst Gitarrist und Professor an der HfM, trägt das Instrument stolz auf die Bühne – und blickt noch einmal auf vier Festivaltage, vollgepackt mit ganz unterschiedlichen Klangfarben der europäischen Gitarrenszene, zurück. Insgesamt 25 Einsendungen aus acht Ländern haben die Juroren des European Guitar Awards dieses Jahr erhalten und zehn davon zum öffentlichen Finale nach Dresden geladen.

Während des String Spring Festivals hat eine achtköpfige Jury „lebender Legenden der kreativen Gitarrenszene“, wie Fellow selbst gern sagt, jene Teilnehmer zu Siegern erkoren, die in ihren Augen eine intensive künstlerische Handschrift mit hoher instrumentaler Qualität vereinen. Der mit 2000 Euro dotierte Sponsorenpreis geht an den Gitarristen Sönke Meinen, der mit rasend schnellen Fingerbewegungen eine unheimlich virtuose Show auf seinem Instrument abliefert. Den mit 10 000 Euro dotierten Hauptpreis dürfen sich der Pole Janko Raseta und das französische Duo Antoine Boyer & Samuelito teilen. Janko Raseta schafft zum Abschluss noch ein paar flirrende Momente, mit ungeheuer intensiver Präsenz gestaltet er Musik wie in Eis getaucht. Ganz anders dagegen das Duo Antoine Boyer & Samuelito, das auch rockigere Töne anschlägt und im Duo die brillante Rasanz von vier Händen mitreißend vereint. Kein Wunder, dass die beiden auch das Publikum überzeugten und am Ende die helle Meistergitarre im Wert von 3800 Euro mit nach Hause tragen dürfen.

Doch auch rings um diesen Wettbewerb bescherte der String Spring im Konzertsaal der Hochschule einen herrlich verträumten, von einigen Überraschungen und einer lauschigen Atmosphäre durchwebten Frühlingsauftakt. Dank den Sponsoren und dem großen Engagement von Musikern und Mitarbeitern der Hochschule gedeiht das Gipfeltreffen der Gitarren fast unscheinbar, getragen vom Herzblut der Initiatoren um Thomas Fellow sowie vom internationalen Spirit der Gäste. Die Studenten des Studiengangs Akustikgitarre dürfen sich dabei in Workshops und Konzerten von frischen Impulsen durch die Meister des Fachs inspirieren lassen. Das Publikum im überwiegend doch sehr gut besetzten Konzertsaal bekommt dagegen an vier Abenden Gitarrensounds unterschiedlichster Couleur geboten und so einen lebhaften Einblick in die Vielfalt der Gitarrenszene.

Zum Auftakt präsentierten sich an den ersten beiden Abenden zunächst die Gastgeber aus Dresden. Die zwei folgenden Konzerte waren den jungen Preisträgern sowie den Juroren vorbehalten. Im Saal entlud sich dabei jeweils die Leidenschaft einer niveauvollen, kreativen und vielseitigen Mischung aus verschiedenen Stilen und Klangfarben. Obwohl in Dresden längst nicht mehr unbekannt, bewegten etwa Thomas Fellow und Constanze Friend alias Friend’n Fellow zur Eröffnung mit ihrem lebhaften Soul. 25 Jahre stehen die beiden zusammen auf der Bühne, da reichen ein Blickkontakt, ein kaum sichtbares Nicken, schon weiß der jeweils andere, welche stimmliche Nuance anzuschlagen, welcher Akkord anzustimmen ist.

Das sind die Momente, die zum Innehalten bewegen, die Gedanken zum Fliegen animieren. Daneben gab es aber auch so verblüffende Performances wie die des britischen Gitarristen Jon Gomm. Ein verrückter Typ, der zehn Millionen Klicks für seinen Auftritt auf dem Internetkanal Youtube zählt und in Dresden schlicht barfuß, aber mit Kapuze auf die Bühne kommt. Geschickt macht Gomm seinen Auftritt zur Show, indem er laut kommentierend Kabel und Mikro an sein Instrument anschließt, das er kurz darauf mit den Worten „This is my guitar and she is called Wilma“, vorstellt. Anschließend zündet er mit seiner virtuosen Einmannshow auch musikalisch ein Feuerwerk, stellt mit seinem wahnwitzigen Fingerstyle klassische Spielarten sprichwörtlich auf den Kopf und macht seine Gitarre zur Band, deren Sound er mit gefühlvollen Gesangspassagen würzt. Einmalig!

Am Abschluss zog noch einmal der Tscheche Pavel Steidl das Publikum in den Bann und beschwor mit dem zurückgenommenen, aber phantasievoll präzisen Spiel Jubel im Saal herauf. Steidl entlockt seiner Gitarre auf faszinierende Art die unterschiedlichsten Tonfarben, lässt sie mal wie eine Zither, dann wie ein Xylophon klingen und setzt mit ungeheurer Virtuosität und Funken sprühender Spielfreude den lebendigen Schlussakkord zum diesjährigen String Spring in Dresden.

Von Nicole Czerwinka

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