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Erstmals in Dresden: Bundesjugendballett in der Semperoper

Bewegung, Berührung, Relevanz, Mut Erstmals in Dresden: Bundesjugendballett in der Semperoper

Mit einem „Gipfeltreffen“ kommt das Bundesjugendballett nun erstmals nach Dresden, wieder gemeinsam mit dem Bundesjugendorchester. Am kommenden Mittwoch heißt es auf der Bühne der Semperoper „Gipfeltreffen – Reformation“. Musik unterschiedlichster Art, vom Barock bis in die Gegenwart...

Bundesjugendballett und Bundesjugendorchester treten gemeinsam mit einem Programm auf, bei dem die Trennung zwischen Bühne und Orchestergraben aufgehoben ist.

Quelle: Peter Adamik

Dresden.  
 

Im Hamburger Ballettzentrum wird gearbeitet, trainiert, geprobt und choreografiert. Getanzt wird vornehmlich auch an eher ungewöhnlichen Orten. Die jungen Tänzer treten in Seniorenresidenzen auf, sie begeistern Kinder und Jugendliche an Schulen, sind in Kirchen und Gefängnissen zu erleben. Für Furore sorgte in diesem Zusammenhang 2012 des Projekt „Rap auf Ballett“, bei dem in einer Gemeinschaftsproduktion mit Inhaftierten Welten aufeinander trafen, wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten. Die Tänzerinnen und Tänzer setzten den Sprechgesang der inhaftierten Rapper in Bewegung. Die Uraufführung dieser bislang in ihrer Art einzigen Koproduktion fand in der JVA Rottenburg statt, es folgten Auftritte in weiteren Strafvollzugsanstalten, aber auch in Theatern und auf Festivals. Anerkennung und Ehrungen ließen nicht lange auf sich warten. Ein Jahr später wurde das Bundesjugendballett mit dem „Deutschen Tanzpreis Zukunft“ ausgezeichnet.

Da die Besetzung aller zwei Jahre wechselt, gibt es auch keine Stagnation, denn immer wieder finden sich die neuen Talente, die derzeit aus sechs Nationen mit unterschiedlichen Ausbildungswegen kommen, zusammen, wenn sie neue Projekte, neue Formen und vor allem auch immer wieder neue Kooperationen ausprobieren. So kam es 2014 erstmals zum „Gipfeltreffen der jungen Künste“, als das Bundesjugendballett gemeinsam mit dem Bundesjugendorchester auf Tournee ging – mit einem Programm, bei dem die Trennung zwischen Bühne und Orchestergraben aufgehoben wurde.

Mit einem solchen „Gipfeltreffen“ kommt das Bundesjugendballett nun auch erstmals nach Dresden, wieder gemeinsam mit dem Bundesjugendorchester. Am kommenden Mittwoch heißt es auf der Bühne der Semperoper „Gipfeltreffen – Reformation“. Musik unterschiedlichster Art, vom Barock bis in die Gegenwart, und der Tanz in ebenso verschiedenen Varianten widmen sich einem der ureigensten Themen in der Geschichte der Kunst und der Kultur: der Reformation als Vorgang beständiger Veränderung, Erneuerung, Rückbesinnung und Neuinterpretation der Traditionen.

Passend zum Beginn des Jahres, in dem sich Luthers folgenreicher Thesenanschlag zum 500. Mal jährt, beginnt das Programm mit Felix Mendelssohn Bartholdys Symphonie Nr. 5 d-Moll, der „Reformationssymphonie“, Choräle Martin Luthers werden mit dieser Symphonie verwoben. Bach darf bei einem solchen Anlass nicht fehlen. So werden die Tänzerinnen und Tänzer, in dieser Interpretation als Uraufführung und erstmals in Dresden, John Neumeiers „Bach-Suite 3“ aufführen.1981 hatte er die Choreografie für das Hamburg Ballett kreiert und 2015 für das Bundesjugendballett eingerichtet, in musikalischer und optischer Korrespondenz mit dem Spiel des bereits 1969 gegründeten Bundesjugendorchesters, in dem junge Spitzenmusiker im Alter zwischen 14 und 19 Jahren unter Patenschaft der Berliner Philharmoniker musizieren.

Aber im Verlauf des Programms geht es dann auch musikalisch und tänzerisch in die Gegenwart mit einer Choreografie zu Enjott Schneiders sinfonischem Gedicht, „Ein feste Burg“ aus dem Jahre 2010. Sie stammt von Zhang Disha vom Chinesischen Nationalballett, so dass musikalisch und tänzerisch, ganz im Sinne des reformatorischen Mottos dieses Programms, verschiedene Welten zueinander kommen.

Gespannt darf man auf die eigens für dieses Programm geschaffene Auftragskomposition des 1970 geborenen Michael van der Aa aus den Niederlanden sein. Die Choreografie dazu schuf Andrey Kaydanovskiy. Der 30-jährige Russe lebt in Wien und gilt als choreografischer Shooting-Star des Wiener Staatsballetts, „ein intelligent charmanter Tanz-Rebell, der sich nicht einsperren lassen will in vorgegebene Korsette – getreu dem Motto: Tanz ist Kunst auf der Spitze und braucht Freiraum.“

Auf die besonderen Ansprüche ihres Berufes dürften die Tänzerinnen und Tänzer des Bundesjugendballetts bestens im Anschluss an ihre Ausbildungen vorbereitet sein. Zwei davon, Larissa Machado aus Brasilien und Kristian Lever aus Finnland, haben ihre Tanzausbildungen in Dresden an der Palucca Hochschule für Tanz absolviert. Noch ein Grund, sich auf dieses „Gipfeltreffen – Reformation“ in der Semperoper zu freuen, bei dem der britische Dirigent Alexander Shelley das Bundesjugendorchester leiten wird.

18.1., 20 Uhr, Semperoper: Gastspiel Bundesjugendorchester und Bundesjugendballett, „Gipfeltreffen – Reformation“

www.semperoper.de

Von Boris Gruhl

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