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16:32 03.01.2018
Erika Stucky (5.v.r.) und FM Einheit (3.v.l.) spielen gemeinsam mit dem Barockensemble La Cetra am Freitagabend in der Tonne. Quelle: Pr
Dresden

Es gibt ja nicht wenige Künstler und Künstlerinnen, die glauben, sie müssten ihr Ego nur immer weiter aufblasen, dann verwandle es sich von ganz allein in eine Aura. Erika Stucky gehört nicht zu ihnen. Die in San Francisco zwischen Hippies und Jimi Hendrix aufgewachsene Schweizerin füllt jeden Saal mit ihrer Präsenz, ohne ansatzweise eitel zu wirken – man denke nur an die jeder Beschreibung spottende Kapuzenjacke, die sie neulich zur frenetisch eingeforderten Zugabe in Leipzig trug.

Nein, diese Künstlerin scheint über den Dingen zu stehen. Sie entzieht sich allen Einordnungen, ist Sängerin und Multiinstrumentalistin, Performerin und Videokünstlerin, ist Jazz und Punk, Meisterin des Coverns und doch ein echtes Original. Vermutlich ist Erika Stucky eine der am meisten unterschätzten Künstlerinnen überhaupt, was zwar schlecht für ihren Kontostand, aber gut für ihr Publikum ist, weil es ihr in kleinen Sälen ganz nah sein kann.

Beim oben bereits erwähnten Auftritt in Leipzig vor einigen Wochen erklärte sie den hohen Lautstärkepegel des Konzerts (ihr Quartett spielte Hendrix-Songs und das geht ja nun wirklich nicht leise) mit den Worten: „In der Sauna nützen ja 30 Grad auch nichts.“ Und das gilt nicht nur für die Lautstärke, sondern ganz allgemein für Stuckys Musik: Ob sie im Ping-Pong-Duo auftritt, zum Latrinen-Yutz auf dem Herrenklo oder eben im Quartett mit Jimi-Hendrix-Songs, die Schweizer Multiinstrumentalsängerin wirft sich voll rein. Wenn Erika Stucky eine Sauna wäre, dann eine 100 Grad coole – kein Spur von Aufgüssen, nur trockener Humor.

Und nun also steht sie für „Papito“ gemeinsam mit FM Einheit, dem ehemaligen Perkussionisten der Einstürzenden Neubauten, und dem Grammy-nominierten Barockensemble La Cetra auf der Bühne. Der Jazzclub Tonne verspricht für Freitagabend ein „poetisches Jazz-Punk-Schlachtfest mit Barockmusikern“.

Stucky wird singen und sprechen, bestimmt auch kurz jodeln, tanzen und sitzen, Akkordeon spielen und Filmschnipsel einstreuen. FM Einheit wird Geräusche reindrehen, zum Beispiel mit der Bohrmaschine, aber auch mit allerhand anderen Dingen, die man nicht unbedingt „Instrument“ nennen würde.

Dafür hat La Cetra gleich mehrere „richtige“ Instrumente dabei, Geigen, Celli, ein Cembalo und dergleichen. Von drei musikalischen Seiten nähert sich „Papito“ also dem Metzger-Handwerk, dem Beruf von Erika Stuckys Vater. Dazu kommt eine vierte, filmische Dimension, mal mit Bildern einer Hausschlachtung in Havanna, mal mit solchen von Schamanentänzern in Mexiko oder der Barbiesammlung von Klein-Erika.

Den Höhepunkt der skurrilen Show aber sieht Stucky ganz woanders – und beschreibt ihn (ohne allzu viel vorwegzunehmen, keine Angst!), wie eben nur sie es kann: „My favorite enlighting Moment is always when the Snow falls behind us, was ja eigentlich ’ne Paillettenjacke ist, mit dem I-Phone gefilmt, when the silver Snow falls and I get to dance.“ Eine Paillettenjacke beim Schlachtfest oder ein Schneeschieber in der Sauna sind bei Erika Stucky immer denkbar. Man hat ja auch schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen.

Erika Stucky, FM Einheit & Barockensemble La Cetra „Papito“, Freitag 5. Januar 2018, 20 Uhr in der Tonne im Kurländer Palais, Tzschirnerplatz 3–5, 01067 Dresden, präsentiert von Societaetstheater und Jazzclub Tonne, VVK 19/13 Euro zzgl. Geb., AK 22/16 Euro

Von Benjamin Heine

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