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Elbland Philharmonie Sachsen musizierte für den Opferverband Weisser Ring

Operetten-Potpourri für den guten Zweck Elbland Philharmonie Sachsen musizierte für den Opferverband Weisser Ring

Ernstes Thema, beschwingte Musik: Die Elbland Philharmonie Sachsen rückte mittels Benefizkonzert und Operettenmelodien einen Abend lang die Arbeit des Opferhilfeverbands Weisser Ring e.V. ins Rampenlicht. Der Verein hat sich seit 1976 der Unterstützung von Kriminalitätsopfern verschrieben – und hilft den Betroffenen auf vielfältige Weise bei der Bewältigung des Erlebten.

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Gunther Emmerlich.

Quelle: Archiv

Dresden. Ernstes Thema, beschwingte Musik: Die Elbland Philharmonie Sachsen rückte mittels Benefizkonzert und Operettenmelodien einen Abend lang die Arbeit des Opferhilfeverbands Weisser Ring e.V. ins Rampenlicht. Der Verein hat sich seit 1976 der Unterstützung von Kriminalitätsopfern verschrieben – und hilft den Betroffenen auf vielfältige Weise bei der Bewältigung des Erlebten. Ein prominenter Botschafter dieser Arbeit ist der Sänger Gunther Emmerlich, der beim Konzert im Deutschen Hygiene-Museum moderierend durch das Programm führte und auch selbst mitwirkte.

Die ernsten, oft auch traurigen Themen der Vereinsarbeit waren mit den Gassenhauern von Johann Strauß, Carl Millöcker oder Emmerich Kálmán in das unbeschwert hoffnungsfrohe Programm eines Neujahrskonzerts verpackt. Generalmusikdirektor Christian Voß sorgte mit seinem Orchester dabei für beschwingte, schwelgerische Stimmung, wobei der Auftakt mit der Ouvertüre zu Johann Strauß‘ „Fledermaus“ noch am gediegensten wirkte. Insgesamt präsentierte das Orchester ein Potpourri aus kurzen Appetithappen der größten Schlager in der Operettenliteratur, die sich wie an einem roten Faden aneinanderreihten: „Wiener Blut“, der „Gold und Silber Walzer“ oder „Geschichten aus dem Wiener Wald“ durften da natürlich nicht fehlen – und wurden von der Elbland Philharmonie durchaus mitreißend interpretiert.

Die melodisch zauberhaften Momente, die Voß mit seinem Orchester im großen Saal des Hygiene-Museums flugs heraufbeschwor, standen dabei jedoch befremdlich im Kontrast zu den Geschichten, die Gunther Emmerlich den Vereinsmitgliedern und auch Betroffenen in kurzen Moderationen und Interviews entlockte. Der Sänger moderierte jedoch souverän und in gewohnt eloquenter Weise über diesen Bruch hinweg und begeisterte im Saal auch singend, etwa mit Millöckers „Ich hab sie ja nur auf die Schulter geküsst“, in das mancher im Publikum gleich leise mit einstimmte.

Daneben sorgten auch die Sopranistin Jana Hruby und der Tenor Sebastian Fuchsberger für reichlich Operettenglanz im Saal, schickten das Publikum mit Johann Strauß‘ „Wiener Blut“-Duett beschwingt in die Pause, um später noch einmal mit „Wer hat die Liebe …“ aus Franz Lehárs Operette „Das Land des Lächelns“ zu entzücken. Fuchsberger gab dabei den Charmeur, Hruby die Diva mit klar perlender Stimme. Kurzweilig verging so ein Abend, dessen Botschaft jedoch noch lange nachhallen sollte. So einfach das Anliegen „wir helfen Kriminalitätsopfern“ des Weisser Ring e.V. vielleicht klingen mag, so deutlich wurde zwischen den beschwingten Melodien an diesem Abend, wie wichtig das Engagement der 150 ehrenamtlichen Mitarbeiter im Landesverband Sachsen für die Betroffenen ist. Insofern lässt sich am Ende wohl doch ein schlüssiger Bogen vom unbeschwerten Operettenfach hin zu ernsthaften Opferhilfe schlagen: Denn wie könnte man die Arbeit, die im Verborgenen stattfindet, wohl besser ins Bewusstsein holen, als mit Musik, die viele Menschen begeistert?

Von Nicole Czerwinka

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