Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Regional Ein Abend ohne Superlative
Nachrichten Kultur Regional Ein Abend ohne Superlative
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:01 07.10.2018
Frontmann Steve Naghavi im Dresdner Schlachhof. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Die deutsche Synthie-Pop-Band And One gab sich die Ehre und spielte ihr erstes Deutschland-Konzert des Jahres in Dresden. Im Rahmen ihrer „World Vibration Tour“ sind sie seit August bereits in verschiedenen Ländern Südamerikas, in Mexiko sowie Israel und Russland aufgetreten. Nun kehren sie für neun Konzerte dahin zurück, wo alles begann und wo sich in den letzten Jahren auch überwiegend alles abspielte: nach Deutschland.

Die Fans im gut besuchten, aber im Vorfeld nicht ausverkauften Alten Schlachthof wurden mit dem Spruch „Keiner fühlt’s wie ihr“ begrüßt, der oben an der sonst überraschend schlicht gehaltenen Bühne hing. Los ging es nach der Vorband Future Lied To Us pünktlich 21.30 Uhr mit „Krieger“. Es folgte eine gut gefüllte Setlist, die allerdings in banduntypischer Manier nacheinander heruntergespielt wurde. In der ersten halben Stunde warteten die Fans außerdem vergeblich auf eine ausgedehnte und amüsante Begrüßung durch Frontsänger Steve Naghavi.

And One feiern in diesem Jahr ihr 30. Jubiläum mit einer Welttournee, die es in der Bandgeschichte so noch nie gegeben hat. Dabei hätte es And One beinahe nicht mehr gegeben. Zumindest kündigte Naghavi 2012 eine Abschiedstournee für das kommende Jahr und die anschließende Auflösung der Band an. Doch wie so einige Songtexte sollte man auch die Visionen eines Steve Naghavi nicht immer so ernst nehmen. Kurz vor Beginn der Abschiedsreise wurde diese in „And One Forever“ umbenannt, und seitdem gibt es die vier Musiker wie zuvor fast jährlich live zu erleben, auf Festivals oder Solokonzerten.

And One feiern in diesem Jahr ihr 30. Jubiläum mit einer Welttournee.

Auch in Sachen Masse sind And One gut unterwegs. Wenn andere Bands ein Album herausbringen, machen And One einfach drei daraus, und mit ihrer ersten Trilogie – ja, es soll erst der Anfang gewesen sein, aber auf die für 2018 angekündigte Trilogie 2 müssen die Fans wohl noch etwas länger warten – stellten sie auch gleich den nächsten Rekord auf. Stolze viereinhalb Stunden spielten sie auf der entsprechenden Tour in Berlin, in Dresden nur geringfügig kürzer. Naghavi entertainte, was das Zeug hielt, oft gemeinsam mit Joke Jay (Schlagzeug, Keyboard), was die Menge nicht nur zum Mitsingen, sondern oft auch zum Lachen brachte.

Davon war an diesem Sonnabend im Schlachthof nicht viel zu spüren. Nach etlichen langsamen Songs wie „So klingt Liebe“ und „Zeit ohne Zeit“ erklärte Naghavi, dass eben jeder mal durch sieben langsame Songs am Stück durch müsse. Er spielte damit auf die Exciter-Tour von Depeche Mode 2001 an und auf einen ihrer großen musikalischen Einflüsse. Doch auf das Cover von „Enjoy the Silence“ sowie auf irgendein anderes Cover mussten die Fans an diesem Abend verzichten. Ebenso gab es kein Lied der „Achtung 80“-CD auf die Ohren, dafür viele Klassiker wie „Military Fashion Show“, „Shouts of Joy“ oder „Techno Man“ von 1992.

Als Naghavi das erste Mal die Plätze mit Joke Jay tauschte und dieser „Most of the Tears“ performte, ging eine kleine Welle der Euphorie durchs Publikum. Nach den ersten „Zugabe-Rufen“ für Jay gab dieser zu bedenken, dass das Naghavi gar nicht leiden könne. Ein kleiner der typischen And-One-Momente, von denen man sich an diesem Abend noch viel mehr gewünscht hätte. Naghavi sprang zwar wie gewohnt wie ein Flummi über die Bühne, ließ sich die Drehung à la Dave Gahan nicht nehmen, trotzdem wollte der Funke einfach nicht überspringen. Mit der ersten Zugabe wendete sich das Stimmungsblatt nochmal etwas, es wurde inbrünstig mitgesungen, getanzt und geklatscht. Unter großem Applaus verließen And One dann endgültig die Bühne.

Von Lisa-Marie Leuteritz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit einem Rekord von etwa 25 000 Besuchern ist am Samstagabend das Kinder- und Jugendfilmfestival „Schlingel“ in Chemnitz zu Ende gegangen. Zum Abschluss wurden die Hauptpreise nach Indien, Island und Südafrika vergeben. Der indische Streifen „Pahuna – Zuhause im Wald“ gewann den mit 12 500 Euro dotierten Europäischen Kinderfilmpreis.

07.10.2018

Das Heinrich Schütz Musikfest in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen will im 20. Jahr seines Bestehens eine Botschaft des Friedens verkünden. Bis zum 14. Oktober sind rund 40 Veranstaltungen in Bad Köstritz, Dresden, Gera, Lützen, Weißenfels und Zeitz geplant.

06.10.2018

Am diesjährigen Tag der Deutschen Einheit hat Satiriker Jan Böhmermann seine Sendung „Neo Magazin Royale“ in der Staatsoperette Dresden aufgezeichnet. Musikalische Unterstützung holte er sich aus der Region.

06.10.2018