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Dunkel modulierte Verse - Das Dresdner Projekt Machine de Beauvoir verfremdet und verdichtet Text und Pop

Dunkel modulierte Verse - Das Dresdner Projekt Machine de Beauvoir verfremdet und verdichtet Text und Pop

Jörg Schittkowksi hat mal wieder das Internet nach alten Aufnahmegeräten durchforstet. Viele dieser durch und durch analogen Geräte erzeugten einen wärmeren, raumgreifenderen Klang, findet er.

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Seit zwei Jahren arbeiten die beiden Dresdner Sandra Maria Huimann und Jörg Schittkowski im Projekt Machine de Beauvoir zusammen.

Quelle: PR

Nun sitzt er mit einem analogen Polyvox Sequenzer und einer 1/4-Zoll-8-Spur-Bandmaschine namens Fostex R8 - beide hat er für erstaunlich wenig Geld erstanden - sowie einem Synthesizer und Sampler im Studio und baut Klangstrukturen um literarisches Textmaterial - gesprochen, gesungen oder anderweitig intoniert von Sandra Maria Huimann, einer Schauspielerin, mit der das Arbeiten so wunderbar wie anfangs ungewohnt gewesen sei, da sie sich unglaublich intensiv auf den Stoff eingelassen und damit beschäftigt habe. Gemeinsam sind die beiden Machine de Beauvoir, ein Duo, das sich vor zwei Jahren in Dresden gefunden hat und das justament mit Drummer Stefan Fuhrmann zum Trio gewachsen ist. Am Freitag treten sie im Schwarzen Salon im KIF (Kino in der Fabrik) auf, einem Ort, der kaum besser passen könnte. Der Klangkosmos des Projekts, wie es Jörg Schittkowski nennt, ist zweifelsohne cineastischer Natur, herausgefordert von ausgewählten tragenden, mäandernden und pointierten Texten und Textfragmenten von Oscar Wilde über Kafka und Borroughs bis Bargeld und - Schittkowski, der ein Faible für Electro- und abgefahrene Wave-Sounds hat, offenkundig auch eine Vorliebe für New Yorker New Wave bester Zeit. Teil seines persönlichen Antriebs in der Machine de Beauvoir ist auch die andauernde Lust Pophistorie zu reflektieren, also Fragmente entsprechend oder zitierend zu bearbeiten, mit anderen zu kombinieren oder auf ungewöhnliche Art zu verfremden.

Ein unbeschriebenes Blatt ist er in Dresden keineswegs. Bereits vor der Wende war er in Großenhain subkulturell mit dem heute allseits bekannten Roger Baptist alias Rummelsnuff eher punklastig zugange, Bandname: Kein Mitleid. Nachdem sich die legendären Freunde der Italienischen Oper aufgelöst hatten, bei denen Baptist zwischenzeitlich wirkte, gründeten die beiden 1992 die Band Automatic Noir, die bis zur ihrer Auflösung 1999 mit einem differenzierten EBM-Sound eben einen ganz eigenen Stil fand.

Derzeit organisiert Jörg Schittkowski auch handverlesene Konzerte, vor allem im Café Neustadt und davor, wenn BRN ist, aber auch an anderen charmanten Orten. Machine de Beauvoir haben das schmutzige Konzertdutzend derweil noch nicht voll, voller eigenwilliger, beinahe schon theatralischer Atmosphäre gelangen die bisherigen Auftritte, etwa im Sektor Evolution oder im Café Neustadt. Morgen nun im Schwarzen Salon. Hört, hört!

Freitag, 21 Uhr im Schwarzen Salon im KIF

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.03.2013

Niklas Sommer

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