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Dresdnerin Gundula Freyse stellt in Pillnitz aus

Dresdnerin Gundula Freyse stellt in Pillnitz aus

Gundula Freyse (geb. 1941 in Berlin) ist die vierzehnte Malerin in ihrer Familie. Der Großonkel Max Linde sammelte Munch, Rodin und die französischen Impressionisten.

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Gundula Freyse: ohne Titel, 1994.

Quelle: Galerie

Bald schon nahm sie Unterricht in der Werkkunstschule Kiel, absolvierte eine Meisterschule für Mode in Hamburg und studierte schließlich an der Hochschule für bildende Künste Berlin Gebrauchsgrafik und Fotografie. Um 1966 hatte sie sich als Malerin in München etabliert und arbeitete bis 2008 auch kunsttherapeutisch. Seit 2007 wohnt und arbeitet sie in Dresden, wo sie Bernward Gruner, selbst Musiker, Künstler und seit einigen Jahren Galerist, für eine Ausstellung mit ihren Aquarellen im Kunstraum Pillnitz gewinnen konnte.

Die dort gezeigte Präsentation umschließt einen Schaffenskreis von 1985 bis 2012. Die Arbeiten von 1994/95 haben eine besondere Leichtigkeit und Zartheit und wirken wie hingehaucht, weich und mit feinen Ocker und Brauntönen, etwas Gelb und Anklängen von Rot, seltsam verletzlich. Darunter runde und herzförmige Blattformen, wolkige Gebilde, Zusammenschlüsse und Cluster in amorphen Formen über das Bild geschwemmt. Eine gewisse Transparenz, erzeugt durch feine Lavierungen der Farbe, kommt fast zeichnerisch herüber. Bräunliche, erdfarbene Gebilde zerfließen in feinen Tuschestrichen, erdhaft und vergänglich wie ein nature morte. Weite Horizonte mit fast linearen Lichtdurchbrüchen, Wolkenreihen und glimmenden Morgen-und Abendröten erinnern an die Vorgaben der beobachteten Natur, wollen aber keine reinen Naturbilder sein. Sie sind "wirklichere Wirklichkeiten" auf dem Papier, wie Bernward Gruner in seiner Laudatio sagte. Im Flur der Ausstellung sind sie vollkommen reduziert und schwingen als minimalistische Streifenbilder, wo Fläche gegen Fläche getrennt durch quer im Bild verlaufende Linien steht. Blau und Grün, Gelb und ein zurückhaltender Rotton dominieren. Federleicht und herbstlich kommen dagegen die Aquarelle mit Vogelfedern und übergroßen Blattformen daher: Bis in die kleinste Fiber ist die Malerei dort ganz realistisch, in ihrer Auffassung fast überwirklich wie im Gleichnis für die Leichtigkeit der Existenz, angesichts der Tatsache, dass ihr aber auch Schwere und Schicksal gegenüber stehen.

Eine Reihe von Aquarellen, zwischen 2011 und 2012 entstanden, sind charismatische Kürzel und Zeichen, angefangen von Zweigen mit Blüten und Früchten bis hin zu informellen, sehr kalligrafisch wirkenden, sich umklammernden, dicken Pinselstrichen, teils verschieden farbig oder nur als schwarze umgreifende Form, fast chinoise und streng. Auch hier wirkte die Natur in die künstlerische Sprache von Gundula Freyse hinein, die Leichtigkeit steht hier dem Existentiellen gegenüber. Aufsteigendes und Hinabsinkendes, wie Licht und Materie im fortgeschritten Herbst, sind Gleichnis für das Innerseelische, das durch die Malerin ins Geistige des Bildes übertragen wird.

ibis 30. November. Kunstraum Pillnitz, Wilhelm-Wolf-Straße 1b, geöffnet an den Wochenenden (und auch nach Vereinbarung) Kontakt: Ingrid Weise, Tel. 2106 69 56; Berward Gruner, Tel. 265 44 35

www.kunstraum-pillnitz.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.11.2013

Heinz Weißflog

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