Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 6 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
Dresdner galerie baer stellt mit 60 Künstlern aus

Dresdner galerie baer stellt mit 60 Künstlern aus

Noch bis in den Januar kann man in der galerie baer einen künstlerischen "Großaufmarsch" unter dem Motto "all star cast" erleben. Die Ausstellung ist eine Mischung aus Malerei, Arbeiten auf Papier, Videos, Objekten und Installationen von 60 Künstlern.

Voriger Artikel
Hygiene-Museum, Staatsschauspiel, Kunsthochschule: Bund fördert Projekte in Dresden
Nächster Artikel
Dresden will seine Künstler nicht vergessen

Insgesamt 60 Künstler präsentieren sich derzeit in der galerie baer. Ob Malereien, Skulpturen, Installationen oder Videos - der "all star cast" ist eine Art "Best of" der eigenen Galeriegeschichte.

Quelle: galerie baer

Das wahrhaft Raum sprengende Unterfangen hat dabei einen besonderen Anlass: Die galerie baer feiert ihren zehnten Geburtstag. Was 2003 auf der Sebnitzer Straße mit der Präsentation "Profile" - beteiligt waren Sebastian Hempel, Stefanie Busch und Stefan Kübler - begann, hat sich mittlerweile zu einer Adresse für jene entwickelt, die das aktuelle Kunstgeschehen interessiert.

Wenn Patrick-Daniel Baer nun ungewöhnlicherweise Arbeiten von so vielen Künstlern in seiner Galerie in der Louisenstraße versammelt, so erinnert das an all jene, die einmal hier präsent waren: unter anderen Paola Alborghetti und Laura Bruce, Isabell Dutoit und Falk Haberkorn, Lisa Junghanß und Juliane Köhler, Jonas Lewek und Jenny Rosemeyer, Sebastian Rug und Christian Schönwälder oder Jade Townsend und Patrick Ward. Mit dabei sind natürlich jene, die von Baer ständig vertreten werden. Zuvorderst zu nennen sind da die Absolventen der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK) Theo Boettger, Hannes Broecker, Jan Brokof, Stefanie Busch, Eckehard Fuchs, Sebastian Hempel, Andreas Hildebrandt, Stefan Krauth, Stefan Lenke und Martina Wolf. Eine enge Zusammenarbeit gibt es auch mit der konzeptuell arbeitenden Franka Hörnschemeyer, von der die Idee stammt, die "Unterwelt" Dresdens am einstigen "Seetor" sichtbar zu machen, sowie mit weiteren an andere Galerien gebundenen Künstlern (Peter K. Koch, Stefan Kübler, Christian Schwarzwald oder Anne Wenzel).

Schaut man sich die Ausstellungsliste an, wird deutlich, dass der erfolgreiche Weg etwa der genannten HfBK-Absolventen keineswegs zufällig ist. Wer regelmäßig die Diplomausstellungen besuchte, wird sich möglicherweise an dazumal präsentierte Arbeiten erinnern. Die Autorin jedenfalls sieht unter anderem die im Rhythmus auf- und niedergehenden Jalousien am art òtel (Sebastian Hempel), die mit grau-schwarzen Collagen ausgestatteten, einen eigenartigen Reiz der Unschärfe ausstrahlenden Leuchtkästen (Stefanie Busch), den ungewöhnlichen, aber unverkennbaren, sich im Wasser spiegelnden "Narziss" (Eckehard Fuchs) oder den Riesenholzschnitt mit Fenstern eines DDR-Neubaublocks (Jan Brokof) noch deutlich vor sich. Damals schon hoffte, wünschte, glaubte sie, dass diese jungen Künstler sich behaupten würden.

Ähnlich muss Patrick-Daniel Baer, studierter Kunst- und Kulturwissenschaftler, gedacht haben, als er sie im Laufe der Jahre ab 2003 in seine Galerie aufnahm, die er seit 2006 gemeinsam mit seiner Frau und einem Mitarbeiter mit Erfolg betreibt. Auskunft über letzteren geben Kooperationen mit namhaften Galerien wie Fahnemann (Berlin), Hamish Morrison (Berlin), Nordenhake (Berlin/Stockholm), Kleindienst (Leipzig), ebenso Leihanfragen für Ausstellungen, Auszeichnungen der Künstler oder Messeteilnahmen, die gerade für das Entstehen von Kooperationen sehr wichtig waren. Dass zum Erfolg auch Verkäufe gehören, ist selbstverständlich.

Dabei hat Patrick-Daniel Baer im Verlauf der vergangenen zehn Jahre seine Vorstellungen über ein "Programm der Galerie" durchaus modifiziert. Nach einem "Konzept" vorzugehen, habe sich in gewisser Weise als "Blödsinn" herausgestellt, erklärt der Dresdner Galerist. Schließlich verändere sich die Arbeit der Künstler im Laufe der Zeit. Habe etwa Stefan Kübler mit "Schnippelbildern" (es handelte sich um "Unschärfe" suggerierende Montagen/Collagen aus kleinteiligen Fotoschnipseln) angefangen, male er jetzt. Auch Jan Brokof habe das Holzschnittthema, das seine Kindheits- und Jugenderfahrungen in Schwedt thematisierte, ausgereizt, male nun ebenfalls. Mit Stefan Lenke wiederum sei das Ungegenständliche, gewissermaßen als "zweite Säule", in die Galerie gekommen. Nach wie vor wichtig sei für ihn aber: Kunst dürfe "nicht zu schön sein", auch "sich nicht sofort über das Motiv erschließen, nicht zu schnell erkennbar sein". Er möge das "leicht Rohe, nicht zu Perfekte". Was er damit meint, wird deutlich, wenn er hervorhebt, selbst bei Sebastian Hempels auf Exaktheit angewiesenen Werken sehe man noch die Spuren der Handarbeit.

Das Jubiläum ist auch Anlass für neue Überlegungen. Nach vielen, "unbedingt notwendigen" Messeteilnahmen (zuerst kam eine Einladung von der Art Frankfurt, sieben Mal war die art cologne Ziel, fünf Mal die Volta in Basel, zudem Messen in Berlin, Chicago, New York, Rotterdam, Amsterdam), legt Baer nun diesbezüglich und angesichts des "explodierenden Messekarussells" erst einmal eine Pause ein.

Die galerie baer sei mittlerweile bekannt. Die Bemühungen, die vertretene Kunst "nach außen zu tragen", enden aber nicht. Im Vordergrund steht im Moment die Eröffnung eines Zweitstandorts in Köln - dem wieder auferstandenen Kunst(messe)-Standort, der sich zudem durch eine "große Institutionsdichte" auszeichnet. Dresden allein - das zeigt nicht zuletzt die Galerie Gebr. Lehmann, die in Berlin ihre Dependance hat - reicht für eine perspektivreiche Existenz nicht aus. Auch nach Erfahrung.

Patrick-Daniel Baer ist "die heimische Käuferschicht zu klein, die Institutionsdichte zu gering". Zudem sei die Akquise von auswärtigen Ausstellungen "von Dresden aus schwierig". Positiv ist dagegen die "lebendige junge Szene", die letztlich Basis und Reservoir für die etablierten Galerien ist. Erst einmal wird nun aber gefeiert, dann das Projekt Köln zum Laufen gebracht.

"all star cast" bis 10. Januar 2014 (Schließzeit zum Jahreswechsel vom 21. Dezember 2013 bis 4. Januar 2014) in der galerie baer, Louisenstraße 72, Öffnungszeiten von Di bis Fr, jeweils 11 bis 18 Uhr so- wie Sa von 12 bis 16 Uhr. Tel. 051/ 6 46 50 33, Fax 0351/6 46 50 32, kontakt@galerie-baer.de

weitere Informationen im Internet unter www.galerie-baer.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.12.2013

Lisa Werner-Art

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr