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Dresdner Verkehrsmuseum: 13 Millionen Gäste in 60 Jahren

Dresdner Verkehrsmuseum: 13 Millionen Gäste in 60 Jahren

Das Verkehrsmuseum feiert sein 60-jähriges Jubiläum in einem der erfolgreichsten Jahre seiner Geschichte. Seit seiner Eröffnung am 5. Mai 1952 zählte es mehr als 13 Millionen Besucher, und noch nie kamen seit 1993 so viele wie im Vorjahr, nämlich 191 097. Das Haus zeigt sich seinen Gästen in vorher nicht gekannter moderner, großzügiger Weise, löst sich schrittweise von der für ein Verkehrsmuseum typischen, technisch dominierten Betrachtungsweise, stellt den im öffentlichen Verkehrsraum agierenden Menschen endgültig in den Mittelpunkt seiner Sammlungspräsentation.

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Von Peter weckbrodt

Der Anfang war schwer. Zur Gründung am 5. Mai 1952 - als eine der ersten nationalen Kultureinrichtungen der DDR - fand es in einem Schuppen auf dem Güterbahnhof Dresden-Neustadt die erste Bleibe. Dann schufen in einer fast beispiellosen Aktion Reichsbahner die Voraussetzung, dass es das heutige Museum gibt. Sie bauten in jahrelanger freiwilliger Arbeit das beim Angriff am 13. Februar 1945 zur Ruine zerbombte Johanneum wieder auf.

Der erste Abschnitt im Erdgeschoss beherbergte 1956 zur 750-Jahr-Feier Dresdens die Ausstellung "120 Jahre sächsische Verkehrsgeschichte". Nach weiteren Sonderschauen konnte 1958 mit der ständigen Ausstellung zum Eisenbahnverkehr ein Teil des Museums der Öffentlichkeit ständig zugänglich gemacht werden. Seit der Eröffnung der Ausstellung zur Luftfahrt/Luftschifffahrt (1970/72) sind mit Eisenbahn, Kraftfahrzeugen, Fahrrädern, städtischem Nahverkehr, Schifffahrt und Luftverkehr alle Ausstellungszweige im Museum präsent.

Bis 1990 war das VMD dem Ministerium für Verkehrswesen der DDR unterstellt. Nach der Wende zunächst Landesmuseum, wurde es 2006 nach einem Trägerschaftswechsel eine gGmbH , in der die Stadt seit 2010 alleiniger Gesellschafter ist.

Im Jubiläumsjahr 2012 zeigt das Haus auf 5400 Quadratmetern eine Exponatvielfalt von einzigartigen Originalen, imposanten Modellen und faszinierenden Fahrzeugraritäten, die die Geschichte der Eisenbahn, des Öffentlichen Nahverkehrs, Straßenverkehrs, der Luftfahrt und Schifffahrt erlebbar machen.

Nur ein Bruchteil der 17 640 Exponate fassenden Sammlung kann gezeigt werden. Viele der 115 Lokomotiven und Waggons, 68 Pkw, 29 Lkw, fünf Busse, 74 Motorräder und 104 Fahrräder sind auf verschiedene Standorte verteilt. Für die Besucher öffnen sich zweimal im Jahr die Tore des Depots auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerkes Dresden-Altstadt an der Zwickauer Straße.

Auch das VMD muss sich mit finanziellen Zwängen plagen. "Wir erhalten jährlich 2,5 Millionen Euro aus Landesmitteln von der Stadt, unsere Einnahmen verwenden wir zur Refinanzierung des Museumsbetriebes, die Mittel für Ankäufe sind stark begrenzt", schildert Joachim Breuninger, Direktor und Geschäftsführer, recht nüchtern die Lage. "Die Kosten für die Neugestaltung von Ausstellungsteilen müssen wir über drei bis vier Jahr hinweg ansparen. Das bestimmt auch das Tempo unserer Modernisierung. Die am 5. Mai öffnende Luftfahrtausstellung wird immerhin 800 000 Euro kosten."

Die Zukunft des Verkehrsmuseums im Johanneum ist durch einen langfristigen Vertrag mit dem Freistaat gesichert, das Mietverhältnis ist nicht kündbar. Allerdings kommt schon 2015 ein neues Problem auf das Haus zu: Der von der Schifffahrtsaustellung genutzte lange Gang über dem Marstall (einst beherbergte er die Gewehrgalerie) muss dann im Zuge des Schlossauf- und -ausbaus geräumt werden. Das sei langfristig so vereinbart, sagt Breuninger. Der Freistaat ist jedoch verpflichtet, dem Museum eine Alternative anzubieten. Dafür gebe es schon Ideen, gibt sich der Direktor optimistisch.

Breuningers strategische Konzeption, die er 2010 mit der Übernahme des Chefpostens entwickelt hat, geht offenbar auf. "Wir setzen auf die Kinder, sie sind unsere Zukunft, und Kinder bringen Besucher ins Haus", meint der Direktor.

www.verkehrsmuseum-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.02.2012

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