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Regional Dresdner Singer-Songwriter-Duo veröffentlicht erste EP
Nachrichten Kultur Regional Dresdner Singer-Songwriter-Duo veröffentlicht erste EP
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07:30 19.07.2018
Lehramt-Studentin Johanne Gröning und Musiklehrer Robert Pfretzschner haben das Singer-Songwriter-Duo Ruby Maple vor zwei Jahren gegründet. Nun können sie ihre erste CD in den Händen halten. Quelle: Pr
Dresden

Das Wohnzimmer ist der feste Dreh- und Angelpunkt der geräumigen Zweiraumwohnung in Striesen, die Ruby Maple ihr Eigen nennen. Hier wird geprobt, getextet, gelebt. An der Wand hängen Gitarren, auf der weißen Tapete prangen die Logos unzähliger Bands und Künstler. Es ist unschwer zu erkennen: Musik spielt eine bedeutende Rolle im Leben der beiden Bewohner. Im Jahr 2016 haben Johanne Gröning und Robert Pfretzschner deshalb ihr eigenes Singer-Songwriter-Projekt aus der Taufe gehoben. Nun, zwei Jahre später, steht das Release ihrer Debüt-EP bevor. Sie heißt „Miles From Anywhere“ und soll am 20. Juli erscheinen.

Herbst als Namensgeber

Ruby Maple, das sind eine 20-jährige Lehramt-Studentin in spe und ein 24-jähriger Musiklehrer. Seinen Bandnamen, übersetzt „rubinroter Ahorn“, verdankt das Duo einem Spaziergang durch das herbstliche Chemnitz. „Wir waren bewusst auf der Suche nach einem Namen“, erinnert sich Robert. „Und dann sind uns die roten Ahornblätter aufgefallen, die von den Bäumen fielen. Die haben wir dann aufgesammelt – und uns für Ruby Maple entschieden.“

Das Bild einer pittoresken Herbstlandschaft spiegelt die Tonkunst der kleinen Band aus Dresden gut wider. Denn schon die ersten Klänge der neuen EP zeigen: Ruby Maple stehen für Singer-Songwriter-Musik mit Herz und Leidenschaft, die sich nicht in eine Schublade stecken lässt. Stattdessen bewegen sich Melodien und Text, dem Herbst ähnlich, immer irgendwo zwischen Euphorie und Melancholie. Irgendwo zwischen Regenschauern und Sonnenschein. Dabei wandern Robert und Johanne auch mal auf schmalem Grat, fernab stereotyper Akkordfolgen und Schemata der gemeinen Lagerfeuermusik.

Vergänglichkeit, Liebe und der Alltag

Die fünf Titel auf der EP „Miles From Anywhere“ sind auf das Wichtigste und Wesentlichste reduziert: zwei Stimmen und zwei Gitarren. Die Platte bietet Liebhabern von akustischem Schnickschnack demonstrativ die Stirn, ohne dabei an Dynamik und Abwechslungsreichtum einzubüßen. So kommt beim Titelsong „Miles From Anywhere“ trotz sparsamem Instrumentengebrauch die passende Roadtrip-Stimmung auf, während im Lied „Long Way Down“ leisere Töne angeschlagen werden. Ruby Maple singen auf erfrischend-ehrliche Weise von der Vergänglichkeit der Zeit, der Liebe in allen Arten, der Schönheit und den Schattenseiten des Alltags.

Johanne schreibt die Songtexte allesamt in englischer Sprache. „Für mich ist es eine Art Weltoffenheit, auf Englisch zu singen“, sagt sie. „Und die Sprache gibt auch mehr Spielraum für Interpretationen.“ Johanne und Robert proben spontan, abhängig von der freien Zeit. „Wir genießen es, flexibel zu sein“, erklärt Robert, der vorher auch schon in größeren Bands gespielt hat. „Wir sind weder auf eine große Bühne angewiesen, noch auf viel Technik. Und unsere Instrumente können wir ins Auto packen und entspannt losfahren.“

Klein aber fein

Nach ihrer Release-Session am 20. Juli in den Ballroom Studios sind Ruby Maple wieder mit ihrem privaten Kombi auf Achse, die EP stets im Gepäck. Osnabrück, Essen, Erfurt oder Chemnitz stehen unter anderem auf dem Tourplan. Ruby Maple geben mehrere Wohnzimmerkonzerte, sie spielen in Bars, Hotels, auf Campingplätzen. Größer muss nicht.

Ed Sheeran etwa, dessen Name ebenfalls auf der Wandtapete einen Platz fand, beneidet Robert mitnichten um seinen Erfolg: „Wenn er allein mit der Gitarre auf der gigantischen Bühne steht oder in einem riesigen Stadion spielt, fällt es doch schwer, die Nähe zum Publikum zu suchen.“ Deshalb steht das Duo lieber vor einer überschaubaren Menschenmenge – und wenn es nur drei Personen sind.

Das Lied von der spanischen Kellnerin

„Wir schauen die Zuschauer gern an und wollen ihre Geschichte erfahren“, sagt Johanne. Wie aufregend dieser Austausch mit dem Publikum sein kann, davon handelt der Song „Smiling At Strangers“, der auf der Sommertour im vergangen Jahr entstand. In dem Lied erfährt der Zuhörer die Lebensgeschichte der spanischen Kellnerin Raquel, die zwar Klavier spielt, sich aber nicht traut, allein auf der Bühne zu stehen. Und dann ist da noch das arabische Mädchen, das mit den Bandmitgliedern noch einen Drink bestellt und über ihre Reise durch Europa erzählt.

Einer Europatour wären auch Ruby Maple nicht abgeneigt, das wäre möglicherweise ein nächster Schritt. Unabhängig davon kann sich aber schon jetzt sehen und hören lassen, was vor zwei Jahren mit kleinen Auftritten auf Hochzeiten und Feiern angefangen hat. „Wenn uns damals jemand gesagt hätte, dass wir eine eigene EP rausbringen, dann hätten wir das nicht geglaubt“, meint Johanne.

Musik als Hauptberuf?

Nun, da tatsächlich eine Titelsammlung in den Startlöchern steht, ist die Frage berechtigt, wie sich Ruby Maple ihre musikalische Zukunft vorstellen. „Wir machen uns dahingehend nur wenig Druck“, erklärt Robert. Ein Album könnte vielleicht folgen, vielleicht aber auch nicht. Je nachdem, was der Terminplan eben hergibt.

Hauptberuflich als Musiker durch die Lande ziehen, das können sich Ruby Maple nur bedingt vorstellen. Im Lied „Smiling At Strangers“ heißt es zwar „Home is wherever I sing“. Doch Weltenbummler sind Robert und Johanne nicht. „Wir können nicht überall zu Hause sein“, erklärt Johanne. „Und nach zwei Wochen auf Tour, da packt uns meistens schon das große Heimweh.“ Denn so gerne Ruby Maple auch die Bühnen des Landes zu ihrem Wohnzimmer machen, am liebsten ist ihnen letztlich ihr eigenes in Striesen – mit Gitarren und Musikgrößen an der weißen Wand.

facebook.com/rubymaplesingersongwriter

rubymaple.de

Von Junes Semmoudi

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