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Dresdner Schüler wurden für ihre Aufführung bei "Let's Dance" vom Publikum gefeiert

Dresdner Schüler wurden für ihre Aufführung bei "Let's Dance" vom Publikum gefeiert

Leider nur für einen Abend. Der Probenaufwand dafür hat sich nicht nur für die gefeierte Premiere zu den Musikfestspielen gelohnt, sondern dürfte bei allen Beteiligten wieder etwas Bleibendes gestiftet haben.

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"Let's dance!" in der Messe in Dresden.

Quelle: Oliver Killig

Nun tanzen sie wieder. Etwa fünf Dutzend Schülerinnen und Schüler haben sich an diesem Projekt beteiligt, das dem Erfolg vom 2010 entstandenen "Feuervogel" zur Musik von Igor Strawinsky nacheifern sollte. Diesmal stand das Konzert für Orchester von Béla Bartók auf dem Programm. Ein sperriges Stück, das der gebürtige Ungar in seinem New Yorker Exil verfasste. Das Kriegsende 1945 hat Bartók nur um viereinhalb Monate überlebt. Sein Leben war eine Fülle an Tragik, die sich im ganz bewusst nicht als Sinfonie bezeichneten Konzertstück klanglich, ja nahezu autobiografisch widerspiegelt.

Sehr nah an Tonmaterial und Biografie Bartóks legte der Brite Royston Maldoom, der spätestens seit seinem Erfolg von "Rhythm is it!" Weltruhm erlangte, seine Choreografie an, die er gemeinsam mit seinem Hauptassistenten Josef Eder in der Messehalle umgesetzt hat. Da tritt mit bourgeoiser Eleganz und Grandezza der alte Künstler erkennbar als B. die Bühne und lässt eine Abfolge seiner Lebensstationen zu, die ihm mit ungarischem Volkslied in den Ohren klingt, bedrohlich von Marschrhythmen überlagert, was ihn wie viele andere Europäer zur Flucht in die Neue Welt zwingt, wo Glitzer und Glamour auch musikalisch nachzuspüren sind. Heimisch wurde er dort freilich nie.

Für das Ausdeutbare dieser oft sehr virtuosen Konzertmusik, in der das ganze Orchester als Solist zu hören ist, schuf der großartige Innovator des Community Dance schöne Entsprechungen. In kräftigen, auch mit Witz versehenen Bildern legte er unaufdringlich leicht entschlüsselbare Szenen an, die von den Schülerinnen und Schülern in mehrwöchiger Probenzeit äußerst genau einstudiert worden sind. Die Beteiligten stammen von der Freien Montessorischule "Huckepack", von der Dinglingerschule zur Lernförderung, dem Förderzentrum Lernen "Am Leutewitzer Park" und dem Kreuzgymnasium, waren möglicherweise sehr unterschiedlich vorbelastet, was Tanz und klassische Musik betrifft. Ihr gemeinsam erarbeitetes Resultat jedoch ließ keine Unterschiede spüren, war von einer Energie geprägt, die das Ensemble zusammenschmolz und jedem der Kinder und Jugendlichen etwas mit auf den weiteren Lebensweg gegeben haben dürfte - die Begegnung mit lebendiger Kunst sowie den frenetischen Dank des zahlreichen Publikums. Sie haben mit einem Großen dieser Zunft arbeiten können und wurden von zahlreichen namenlos bleibenden Helferinnen des Aufwind e.V. unterstützt und betreut. Bleibt zu hoffen, dass diese Reihe fortgesetzt wird.

Den Klangboden für dieses Bartók-Projekt legte einmal mehr das Curtis Symphony Orchestra, das sich mit diesem Abend als "Orchestra in Residence" der Festspiele verabschiedet hat. Die Studiosi dieser Eliteuniversität aus Philadelphia musizierten unter Leitung von Robert Spano mit Vehemenz und Inspiration, bewiesen vorm Bartók auch in der von David Ludwig geschriebenen "Fanfare for Sam" - der 1972 geborene Komponist würdigte damit Samuel Barber, der das Curtis Institute bereits 1934 absolvierte - sowie in den Sinfonischen Tänzen aus Bernsteins "West Side Story" das Resultat einer erstklassigen Ausbildung.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.05.2012

Michael Ernst

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