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Dresdner Schauspielhaus feiert mit Stück aus der Barockzeit seinen 100. Geburtstag

Dresdner Schauspielhaus feiert mit Stück aus der Barockzeit seinen 100. Geburtstag

Barocke Fülle zum Jubiläum: Das Dresdner Schauspielhaus hat mit einem Stück aus dem Jahr 1691 seinen 100. Geburtstag gefeiert. Für die Premiere des Stücks „King Arthur“, einem Mix aus Oper und Schauspiel mit Musik von Henry Purcell und einem Text von John Dryden, gab es am Freitagabend nach mehr als drei Stunden Spieldauer viel Beifall.

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Mit einem Festakt und einer Premiere feierte das Dresdner Schauspielhaus seinen 100. Geburtstag. Das Neue Königliche Schauspielhaus war am 13. September 1913 eröffnet worden.

Quelle: dpa

Das Staatsschauspiel Dresden brachte die Inszenierung von Tilmann Köhler in einer Koproduktion mit der Sächsischen Staatsoper heraus. Sie hatte das Schauspielhaus bis zur Wiedereröffnung der Semperoper 1985 lange Jahre als Spielstätte genutzt.

Das „Neue Königliche Schauspielhaus“ war am 13. September 1913 eröffnet worden - in Anwesenheit namhafter Autoren wie Gerhart Hauptmann, Stefan Zweig und Hugo von Hofmannsthal. Auch zu DDR-Zeiten spielte es eine bedeutende Rolle. Die legendäre Inszenierung von Christoph Heins „Ritter der Tafelrunde“ im April 1989 nahm die Stimmung der Wendezeit vorweg. Intendant Wilfried Schulz erinnerte bei einem Festakt an die wechselvolle Geschichte des Hauses. Schon 1918 hatte es hier den ersten Theaterskandal gegeben - das Antikriegsstück „Seeschlacht“ des Expressionisten Reinhard Goering sorgte für heftige Reaktionen im Publikum.

Zu Beethoven-Musik waren zuvor 100 Fotos aus der Geschichte des Schauspielhauses auf einer Leinwand gezeigt worden - von berühmten Protagonisten des Hauses und Spielszenen. „In diesen 100 Jahren hat ein riesiges Dresdner Ensemble von über 1200 Schauspielern auf der Bühne gestanden“, sagte Schulz. Gut 1100 Inszenierungen hätten hier stattgefunden, darunter Uraufführungen von Werken Hauptmanns, Lion Feuchtwangers und Bertolt Brechts. Einige seien in die deutsche Theatergeschichte eingegangen, viele aber auch mehr oder weniger drastisch gescheitert: „Das ist übrigens Theater. All dies gehört zusammen. Und das eine ist ohne das andere nicht zu haben.“

Schulz sprach davon, wie die Schauspieler im Oktober 1989 aus ihren Rollen heraustraten und auf der Bühne politische Forderungen erhoben. „Ein Land, das seine Jugend nicht halten kann, gefährdet seine Zukunft“, hieß es damals in einer Resolution des Ensembles mit Blick auf die Massenflucht von DDR-Bürgern in den Westen. Auch der sächsische Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) ging in seiner Festansprache auf die Situation vor dem Fall der Mauer ein. „Bis zum Untergang der DDR gab es eine spezielle Kommunikation zwischen Bühne und Publikum“, sagte Tillich. „Es entfaltete sich eine Kunst der Zwischentöne, ein Dialog zwischen den Zeilen.“

Zwei Darsteller des Ensembles rundeten den Festakt vor der Premiere ab. Den meisten Beifall erhielt die junge Schauspielerin Lea Ruckpaul, als sie mit einem Wunschzettel den anwesenden Politikern zugleich etwas ins Stammbuch schrieb: „Wir wünschen uns eine Politik, die Kunst und Markt trennt.“ Der Zugang zur Kultur dürfe nicht in erster Linie durch den Geldbeutel bestimmt werden. Die öffentlichen Hände dürften Kultur nicht nach Belieben betreiben.

dpa/sn

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