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Regional Dresdner Residenzschloss auf dem Weg zur Barrierefreiheit
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08:34 27.07.2017
Für Gehörlose ist im Residenzschloss nun unter anderem auch ein Guide mit Gebärdensprachdolmetscher erhältlich. Quelle: SKD
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Dresden

Kultur selbstbestimmt erleben – mit den neuen Begleit- und Vermittlungsgeräten für das Residenzschloss erfährt die Barrierefreiheit in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) eine deutliche Erweiterung. Seit 2011 beschäftigen sich die SKD intensiv mit dem Thema Inklusion. Dank der Förderung durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz konnten im Rahmen der Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele der „Allianz Arbeit + Behinderung“ und der UN-Behindertenrechtskonvention nun drei weitere Projekte verwirklicht werden, die unter Beteiligung von Menschen mit Behinderung entwickelt wurden.

Angeboten werden ab sofort drei verschiedene barrierefreie Audioguides, die ohne Aufpreis im Residenzschloss erhältlich sind: Ein Guide für Gehörlose mit Gebärdensprach­dolmetscher, ein spezieller Audio-Guide für Blinde und Sehgeschädigte sowie einer in leichter Sprache. Somit wird unumschränkt allen Besuchern der Zugang zu den Inhalten des Museums gewährt.

Ein Begleitbuch für Blinde und Sehbehinderte unterstützt die Orientierung im Residenzschloss durch ertastbare Grundrisse von allen Etagen und Museen. Aus der Sammlung des Kupferstich-Kabinetts sind zusätzlich taktile Druckgrafiken enthalten. Informationen zu den Ein- und Ausgängen, Sitzgelegenheiten und den Standorten der Vitrinen erleichtern die Raumwahrnehmung. Die zehn Exemplare liegen zur kostenlosen Ausleihe aus.

Ein 1,50 mal 1,50 Meter großes Bronzemodell des Residenzschlosses wird voraussichtlich im kommenden Herbst fertiggestellt werden. Das Modell macht den gesamten Komplex insbesondere für Blinde und Sehgeschädigte von den Fassaden bis zur Dachkonstruktionen erfahrbar.

„Die Teilhabe aller an unseren Museen setzt Barrierefreiheit voraus“, sagt SKD-Direktorin Marion Ackermann. „Seit Jahren bieten wir regelmäßig Veranstaltungen für Menschen mit Behinderungen in unseren Dauer- und Sonderausstellungen an. Die drei neuen Projekte sind ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.“

Wichtig sei, Projekte der Inklusion zusammen mit denen zu entwickeln und zu realisieren, die es angeht. So habe schon 2011 ein ehrenamtliches Gremium aus Menschen mit verschiedenen Behinderungen über ein Jahr lang die Museen im Residenzschloss kritisch auf ihre Barrierefreiheit überprüft. „Diese aufgezeigten Barrieren gilt es nun nach und nach abzubauen, damit wirklich alle Besucherinnen und Besucher selbstbestimmt am kulturellen Erbe teilhaben können“, sagt Ackermann.

Von Gerrit Menk

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