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Dresdner Philharmonie in Wien gefeiert

Konzertreise mit Julia Fischer Dresdner Philharmonie in Wien gefeiert

Anlässlich ihrer derzeitigen Europa-Tournee gastierten die Musikerinnen und Musiker der Dresdner Philharmonie jüngst wieder einmal im Goldenen Saal des legendären Wiener Musikvereins, der immer noch einer der wichtigsten und schönsten Konzertsäle der Welt ist.

Julia Fischer

Quelle: Julia Wesely

Dresden. Anlässlich ihrer derzeitigen Europa-Tournee gastierten die Musikerinnen und Musiker der Dresdner Philharmonie jüngst wieder einmal im Goldenen Saal des legendären Wiener Musikvereins, der immer noch einer der wichtigsten und schönsten Konzertsäle der Welt ist. Allein die Vielfalt der Programme, von sinfonischen Konzerten über Liederabende und Kammermusik, sucht weltweit ihresgleichen. Bei derartig vielen zu erlebenden Musikereignissen haben Konzerte für die Wiener oft schon fast einen inflationären Charakter, und man muss wirklich mit außergewöhnlicher Qualität und kreativer Programmgestaltung gegen diese Vielfalt antreten und sich daran messen lassen.

Dass die Musikstadt Dresden, die von den Wienern durchaus sehr geschätzt wird, über zwei Spitzenorchester verfügt, ist in Wien weitläufig bekannt, und schon deshalb war man sehr gespannt auf dieses erneute Gastspiel der Philharmoniker in Wiens Musikverein, was aber auch an dem wohlweislich gut ausgewählten Programm lag. Schostakowitschs 5. Sinfonie ist dabei eher ein nicht so selten gespieltes Stück, interessierte aber wegen der zu erwartenden Interpretation durch den Chefdirigenten Michael Sanderling, der durch seinen familiären Background der Musik dieses Komponisten sehr nahe stehen dürfte. Sehr analytisch, feinsinnig und doch mit hoher emotionaler Spannung konnte Sanderling diese Sinfonie zu einer musikalischen Aussage führen, die im Anschluss zu einer gesunden Sach- und Fachdiskussion durchaus anregte.

Vor allem aber das Violinkonzert von Aram Chatschaturjan – es gehört in den hiesigen und auch österreichischen Konzertsälen nicht gerade zu den sehr häufig aufgeführten Werken – zog großes Interesse auf sich, ebenso wie die Besetzung mit der fast singulären Geigerin Julia Fischer, die für diese Konzertreise gewonnen werden konnte und die auch in Wien ihre Anhängerschar hat. Über Fischers nahezu atemberaubende Perfektion zu berichten, erübrigt sich fast schon, aber welche bezwingende interpretatorische Tiefe und welch seelisches Empfinden sie gerade im langsamen Teil darbot, sucht absolut seinesgleichen im heutigen ziemlich einheitlich und manchmal fast schon maschinell empfundenen Konzertbetrieb. Sowohl Julia Fischer, die sich für den ihr zugedachten Jubel mit dem 3. Satz aus der g-Moll-Sonate von Hindemith als Zugabe im restlos ausverkauften Haus beim Auditorium bedankte, als auch die Musiker unter ihrem Chefdirigenten Michael Sanderling wurden mit regelrechten Jubelstürmen gefeiert und bedankten sich ihrerseits als Zugabe mit der berühmten Nimrod-Variation.

Besonders freudig und mit dem nötigen Respekt wurde darauf reagiert, als Julia Fischer sich die Ehre gab, als Tuttigeigerin bei Schostakowitsch bei den zweiten Violinen Platz nahm und im Orchester mitspielte. Die Dresdner Philharmonie stand an diesem Tag in direkter Konkurrenz zu den Wiener Philharmonikern, die am Nachmittag ebenfalls ein Konzert unter Togan Sokhiev mit dem in Dresden bestens bekannten Rudolf Buchbinder im Musikverein spielten. Dass der Dresdner Klangkörper aber vom Wiener Publikum vollkommen geschätzt wird und man ihn sicher gerne öfter im Musikverein hören möchte, war der Leistung der Musiker, der Programmgestaltung und dem musikalischen Erfolg des Abends zu danken.

Die als kritisch bekannten Wiener Zuhörer brachten ihre Begeisterung in den Pausengesprächen und nach dem Konzert zum Ausdruck, wovon sich der Autor selbst überzeugen konnte.

Von Rico Förster

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