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Dresdner Musikfestspiele stellen Programm für 2018 vor

Der Blick in den Spiegel Dresdner Musikfestspiele stellen Programm für 2018 vor

„Spiegel“ – unter diesem Motto finden vom 10. Mai bis 10. Juni 2018 die 41. Dresdner Musikfestspiele statt. Dresden wird wieder herausragende Gastspiele von Orchestern und Solisten erleben, und diesmal gibt es auch ein Festival im Festival: die „Cellomania“ führt Stars der Celloszene nach Dresden.

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2018 gibt es ein Festival im Festival: die „Cellomania“.

Quelle: Sonja Werner

Dresden. Der Jubiläumsjahrgang der 40. Dresdner Musikfestspiel klingt noch in vielfältigen Erinnerungen im Ohr nach, da kündigt Jan Vogler bereits das nächste Festival an. Dessen Höhepunkte stehen schon lange fest, und nun erfuhr im Kraftwerk Mitte die Öffentlichkeit, worauf sich Dresden bei den 67 Konzerten der Musikfestspiele 2018 freuen darf.

„Spiegel“ heißt das ebenso beziehungsreich wie lapidar formulierte Motto, und erfreulicherweise inszenierte man auch bei der Pressekonferenz keinen Event mit Spiegelkabinetten und allerhand daraus vorstellbaren Spielereien, sondern besann sich auf die Musik: Spiegel der Seele, Spiegelung als Reflexion von Zeit, Natur und Gesellschaft, das münzt Intendant Jan Vogler vor allem auf die Zeit der Romantik in der Musik. Das Kranfoyer des Kraftwerks Mitte war absichtsvoll für die Präsentation gewählt, denn die Staatsoperette kooperiert nicht nur bei einem Leonard-Bernstein-Schwerpunkt – der amerikanische Dirigent und Komponist wird im kommenden Jahr zu seinem 100. Geburtstag geehrt – mit dessen Oper „Candide“, sie ist auch Spielstätte weiterer Musikfestspielkonzerte.

Ebenso haben sich die Festspiele längst den Kulturpalast erobert, der auch Schauplatz des Eröffnungskonzerts sein wird. Das allerdings ist ein Paukenschlag, denn es wird gleich von zwei Intendanten bestritten: Jan Vogler ist Solist in Schostakowitschs 2. Cellokonzert, der Dirigent und ehemalige Festspielintendant Hartmut Haenchen dirigiert die Königliche Kapelle Kopenhagen.

Ein Festival im Festival wird 2018 (nicht nur) die Herzen der Celloliebhaber höher schlagen lassen. Quer durch das ganze Programm hindurch werden immer wieder herausragende Cellovirtuosen das Publikum begeistern, dabei reicht die Spannbreite von „jungen Wilden“ wie Harriet Krijgh oder Marie-Elisabeth Hecker bis hin zu Altmeistern wie Yo-Yo Ma, Natalia Gutman, David Geringas oder Mischa Maisky. Zu einem wahren Cello-Gipfeltreffen kommt es dann in einer „Langen Nacht des Cellos“ am Pfingstmontag 2018, Steven Isserlis wird ein Kinderkonzert geben, und die berühmten Cello-Suiten von Bach fehlen auch nicht.

Ein weiterer Höhepunkt und auch eine neue Ausrichtung des Festivals wird eine nunmehr jährliche große Uraufführung sein. Mit Tan Duns welt- und kulturumspannendem Oratorium „Buddha Passion“ (Uraufführung am 23.5.2018) und mit der „Bohème 2020“, die in neuer Besetzung auch im kommenden Jahr das Festival zeitgenössisch unterwandern wird, verorten sich die Festspiele zumindest deutlicher als in vergangenen Jahren in der Gegenwart – wobei die Genreausflüge in Richtung Jazz (Gregory Porter), World (Gerardo Núñez Trio), Tanz (Hofesh Shechter) oder Literatur (Zola/Wokalek, Klaus Maria Brandauer) ebenso ein Markenzeichen der Festspiele bleiben wie die exquisiten Solistenkonzerte – diesmal unter anderem mit Joyce DiDonato, Ian Bostridge, Janine Jansen, Hélène Grimaud oder Radu Lupu.

Junge Künstler wie Daniil Trifonov oder das Signum Saxophone Quartet bilden ebenso einen Schwerpunkt wie die Gastspiele weltweit herausragender Orchester, 2018 sind das unter anderem das Budapest Festival Orchestra, das Royal Concertgebouw Orkest Amsterdam, das Royal Scottish National Orchestra und das Orchestre des Champs-Élysées, letzteres unter Leitung von Philippe Herreweghe. Während dieser sich der Sinfonik des 19. Jahrhunderts widmet, sind die English Baroque Soloists unter Leitung von Sir John Eliot Gardiner auf Klangforschung bei Johann Sebastan Bach unterwegs, Barockes gibt es außerdem vom Dresdner Barockorchester, dem Sächsischen Vocalensemble oder vom Ensemble L’Arpeggiata mit Christina Pluhar.

Dem Originalklang auf der Spur ist auch im kommenden Jahr das Dresdner Festspielorchester unter Leitung von Ivor Bolton, das seinen Schwerpunkt in der Romantik ausbauen wird – es gibt weitere Schumann-Sinfonien zu entdecken, außerdem Brahms und Mendelssohn. Und die konzertante Opernaufführung des kommenden Jahres gehört einem Revolutionär der Musik: Hector Berlioz’ „La Damnation de Faust“ mit Sophie Koch und Bryn Terfel in den Solistenrollen wird ein weiterer Höhepunkt dieser wieder einmal sehr abwechslungsreichen und hochkarätig besetzten Musikfestspiele sein.

Dieweil ist Jan Vogler selbstverständlich gedanklich schon in der Zukunft unterwegs: Wenn Dresden sich als Kulturhauptstadt 2025 bewerben wird, sei die Unterstützung der Musikfestspiele in vielfältigen Ideen und Aktionen gewiss. Das sind gute Aussichten.

Dresdner Musikfestspiele, 10. Mai bis 10. Juni 2018, der Vorverkauf startet am 4. Oktober

http://www.musikfestspiele.com

Von Alexander Keuk

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