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Dresdner Museen reagieren gelassen auf das Thema Mindestlohn

Dresdner Museen reagieren gelassen auf das Thema Mindestlohn

Der Mindestlohn hatte die Gemüter, nicht nur in der Politik, bundesweit eine lange Zeit beschäftigt. Der gesetzgeberische Berg kreißte schließlich und gebar tatsächlich mehr als nur ein Mäuschen.

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Angestellte von Reinigungs- und Wachdiensten profitieren vom neuen Mindestlohn.

Quelle: Arno Burgi, dpa

Seit Jahresbeginn müssen die Unternehmen ihren Angestellten nun mindestens 8,50 Euro brutto pro Stunde zahlen. Doch es gibt Ausnahmen, zu denen nicht nur die vielzitierten Zeitungszusteller gehören. Für Dresdens Kultureinrichtungen scheinen in dieser Hinsicht jedoch viele Fragen, wenn auch längst nicht alle, gelöst zu sein. In Sachsens Museumslandschaft zeichnen sich dagegen zumindest vereinzelt auch Auswirkungen für die Besucher ab.

Die großen Häuser haben beim Thema Mindestlohn, nicht ganz überraschend, eher weniger Probleme. Dresdens Semperoper beziffert die finanzielle Mehrbelastung auf weniger als 100000 Euro, die dennoch "aus dem Etat der Oper erwirtschaftet werden müssen", sagt der Kaufmännische Geschäftsführer Sächsische Staatstheater Wolfgang Rothe gegenüber DNN. Das bedeute, an anderen Stellen einzusparen. Vom Staatsschauspiel Dresden sind keine Zahlen zu erfahren, dafür die Aussage, dass vor allem das sogenannte Vorderhauspersonal vom Mindestlohn profitiert: Kassen- und Garderobenpersonal sowie Platzanweiser. Dafür sind Mitarbeiter auf 450-Euro-Basis beschäftigt. Weil die nun wiederum weniger Stunden arbeiten können, um auf die maximalen 450 Euro zu kommen, muss die Anzahl dieses Personals vergrößert werden, wie der stellvertretende Kaufmännische Geschäftsführer Pierre-Yves Bazin sagt. Bei der Dresdner Philharmonie geht der Übergang reibungslos vonstatten, die Pauschalkräfte verdienen im Bereich Kasse/Taxibestellung etc. zwischen 12,18 und 15,37 brutto pro Stunde nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, wie Verwaltungsdirektor Martin Bülow auf Anfrage erklärt.

Für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) ist das Problem bereits geklärt. Dort betrifft es Fremdfirmen wie den Wach- und Sicherheitsdienst. "Sie haben aber schon 2014 entsprechend vorkalkuliert, diese Summen sind bekannt und bewilligt", lässt SKD-Sprecherin Anja Priewe wissen, ohne Zahlen zu nennen.

Beim Dresdner theater junge generation dreht sich ebenfalls alles um das Vorderhauspersonal und die Frage, wie mit zu kürzenden Arbeitsstunden, zum Beispiel für das Reinigungspersonal, umzugehen ist. Um das Problem zu lösen, ist das Theater nach DNN-Informationen noch im Gespräch mit der Stadt. Dresdens Städtische Museen haben dagegen das Thema schon erfolgreich abgeheftet. "Wir zahlen den Mindestlohn an das Wachunternehmen und haben den entsprechenden Finanzausgleich vom Kämmerer bekommen. Das Budget steht zur Verfügung", resümiert die Verwaltungschefin der Museen Ilka Hoffmann.

Dass es nicht bei allen Museen des Freistaates ähnlich reibungslos läuft, macht der Vorstandschef des Sächsischen Museumsbundes Joachim Breuninger klar, der auch Direktor des Dresdner Verkehrsmuseums ist. Pauschal lasse sich sagen, dass die großen Museen die anfallenden Mehrkosten "im Budget wegdrücken" könnten. Mittlere und kleine Einrichtungen seien andererseits "stellenweise massiv betroffen". Das sei das Ergebnis einer kurzen Umfrage unter rund einem Dutzend Museen.

Auch dort stellt sich in erster Linie das Problem, dass Beschäftigte auf 450-Euro-Basis künftig weniger Stunden als bisher arbeiten werden, um diese Grenze zu erreichen. "Das wird beim Vogtlandmuseum in Plauen zum Beispiel dazu führen, dass die Öffnungszeiten eingeschränkt werden", lässt Breuninger wissen. Einrichtungen im osterzgebirgischen Altenberg und in Zinnwald werden demzufolge wohl in Zukunft weniger Führungen anbieten. "Die höheren Kosten sind bei den kleinen Museen meist nicht durch die kommunalen Träger gegenzufinanzieren", meint Breuninger bedauernd.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.01.2015

Kerstin Leiße und Torsten Klaus

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