Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Regional Dresdner Kunstsammlungen gaben bisher rund 5500 Werke zurück
Nachrichten Kultur Regional Dresdner Kunstsammlungen gaben bisher rund 5500 Werke zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:28 09.09.2015
Quelle: dpa

Dazu gehören nach Angaben von Generaldirektor Hartwig Fischer etwa 410 Objekte der sogenannten NS-Raubkunst, die an zehn Familien restituiert wurden. Auch gut 5100 Werke aus dem Komplex des DDR-Unrechts gingen nach genauer Prüfung an die früheren Eigentümer. Der Freistaat finanziert seit 2008 das Provenienzforschungsprojekt „Daphne“, um Herkunft und Geschichte der SKD-Bestände zu analysieren.

Die 14 Einrichtungen der Kunstsammlungen verwahren rund 1,2 Millionen Kunstwerke - von Gemälden über Preziosen und Möbel bis zu Waffen, Porzellan und Volkskunst. Mit den Ethnographischen Sammlungen gelangten 2010 zusätzlich rund 300 000 Objekte und weit über 500 000 Dokumente in den Bestand des Museumsverbundes. Bei ihrer möglichst schnellen Erschließung sollen Forschungsprogramme helfen. „Die Provenienzrecherche ist noch längst nicht abgeschlossen“, sagte Fischer. Neben weiteren Abklärungen zur NS-Raubkunst aus jüdischem Besitz laufen Recherchen zu der Kunst, die unter sowjetischer Besatzung nach 1945 und in der DDR entzogen wurde. Mit dem nach der Nymphe aus der griechischen Mythologie benannten „Daphne“-Projekt klären die SKD die Herkunft ihrer Erwerbungen seit 1933 und erfassen den Bestand ihrer Museen elektronisch.

Mit Unterzeichnung der „Washingtoner Erklärung“ hatte sich Deutschland zur Herausgabe von Kunstgegenständen verpflichtet, die von den Nazis beschlagnahmt wurden. Daneben prüfen die Experten auch Objekte, die nach 1945 teils unter fragwürdigen Umständen in die Museen gelangten - aus Adelsbesitz oder von DDR-Republikflüchtlingen. Beschäftigt waren die Wissenschaftler in jüngerer Vergangenheit vor allem mit Forderungen der Wettiner. Mehrfach zahlte der Freistaat das frühere Herrscherhaus nach 1999 aus und sicherte für gut 21 Millionen Euro wichtige Kunstschätze. Auch für die Museen wertvolle NS-Raubkunst konnte durch Ankauf oder Leihgabe erhalten werden. „Wir sind ungefähr halb durch mit unseren Beständen“, sagte Fischer. Die Arbeit soll so weit geführt werden, dass alles gesichtet wurde und Klarheit besteht. Das, was die SKD nicht rechtmäßig besitzt, wird öffentlich gemacht, damit die, die berechtige Ansprüche haben, sich melden können.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die beiden Hegenbarth-Künstlerstipendiaten des Jahres 2014 sind vorgestellt, deren vielversprechende Portfolios sich aus über 40 Bewerbungen hervorgetan hatten.

25.06.2018

Am morgigen Sonntag wird sie 85 Jahre, trotzdem strahlt Ursula Rzodeczko mit jugendlich wirkendem Gesicht, als sie über ihr Künstlerleben spricht. Es gibt noch Reibungen, die sie jung erhalten.

19.06.2018

Wer vor sieben Jahren daran gedacht hätte, dass in der so frisch wie mutig gestarteten Veranstaltungsreihe Feature-Ring einmal das 50. Konzert ausgerichtet werden würde, wäre vermutlich ungläubig belächelt worden.

09.02.2018