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Dresdner Festspielorchester präsentiert erste CD-Einspielung mit Ivor Bolton und Jan Vogler

Werke von Robert Schumann Dresdner Festspielorchester präsentiert erste CD-Einspielung mit Ivor Bolton und Jan Vogler

Nach den Konzerten im Rahmen der Dresdner Musikfestspiele veröffentlicht das Dresdner Festspielorchester jetzt seine erste CD: unter Leitung von Ivor Bolton und mit dem Cellisten Jan Vogler als Solist und Werken von Robert Schumann. Über das Projekt „99 Funken“ wurden via Internet Freunde und Förderer zur Finanzierung der CD geworben.

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Die erste CD des Dresdner Festspielorchesters mit Ivor Bolton und Jan Vogler

Quelle: Cover

Dresden. Ob Sie nun auf das Weihnachtsfest warten oder auf die nächsten Dresdner Musikfestspiele: Beides steht nicht unmittelbar bevor, doch die Insignien der Ankündigung umgeben uns bereits. Wie schön, wenn es etwas gibt, das man etwas zur Hand nehmen kann, das mehr ist als nur Abbildung. Die erste CD des Dresdner Festspielorchesters passt ebenso auf den Gabentisch wie ins Abspielgerät desjenigen, der vom vielleicht bei Opus 61 als Geschenk gekauften Stück die Plastehülle abreißt und die CD gleich anhört, statt sie weihnachtlich zu verpacken – wäre doch sowieso viel zu früh, ein Geschenk so viele Tage vor dem 23. Dezember zu kaufen…

Das Dresdner Festspielorchester formiert sich seit 2012 alljährlich für die Musikfestspiele aus internationalen Künstlern, die sonst in anderen Originalklangensembles spielen. „Zeitgemäße“ und „historisch informierte“ Musiker stehen sich heute nicht mehr naserümpfend gegenüber, beide Seiten profitieren voneinander – das vibratoarme Spiel beherrschen nicht nur Spezialklangkörper, sondern auch Staatskapelle und Philharmonie. Die Musiklandschaft wurde dadurch bereichert, die Bedeutung von Authentizität und Individualität ist gewachsen.

Das auf historischen Instrumenten und mit Darmsaiten musizierende Festspielorchester sucht und findet den historischen (soweit man das, da es sich nicht überprüfen lässt, sagen kann), farbenreichen Klang. Doch schließlich geht es nicht ums „Bewahren“, sondern ums Lebendighalten.

Unter der Leitung von Ivor Bolton konnte das Orchester von Beginn Publikum wie Kritiker überzeugen. Für 2016 strebte man an, diese Augenblicke mit der ersten Aufnahme zumindest teilweise festzuhalten. Eine besondere Idee war es, über das Projekt „99 Funken“ via Internet Freunde und Förderer zu werben, welche die CD zu finanzieren halfen.

In der Lukaskirche – einem geschichtsträchtigen Aufnahmeort – wurden wenige Tage vor dem Abschlusskonzert am 5. Juni Robert Schumanns Cellokonzert und seine zweite Sinfonie eingespielt. Sie gibt in Luftigkeit und Farbe wieder, was auch im Konzert zu erleben war: den singenden, beseelten Celloklang, der mit dem samtig-nasalen Ton der Darmseiten noch einmal näher an die menschliche Stimme gerückt ist. Ein zügiges, aber nicht übereiltes Tempo trägt zu dieser Seligkeit bei, das Orchester überzeugt mit warmem Streicherklang und vielen bunten Farbtupfern der Bläser und Pauken. Wunderschön lassen die Naturhörner im Finalsatz der Sinfonie aufhorchen.

Musikalisch und aufnahmetechnisch gelungen, ist die CD kein nebenbei entstandenes Produkt. Schade nur, dass Sony das Orchester zugunsten seines Stars zurücksetzt, denn Jan Vogler hat ja „nur“ an der halben CD mitgewirkt.

Robert Schumanns Geisteszustand und dessen Bedeutung für seine Kompositionen wird nach wie vor auch von Musikwissenschaftlern diskutiert. Manches seiner Spätwerke musste darunter leiden und wird zu Unrecht mit spitzen Fingern angefasst oder mit Skepsis besehen. Schon deshalb sollte man hier zurückhaltend urteilen. Die Diagnose einer „bipolaren Störung“ Schumanns im Beiheft (Bernhard Hentrich) erscheint da wenig hilfreich. Doch von solchen die Umhüllung betreffenden Einschränkungen abgesehen verspricht die CD vor allem großen Hörgenuss und verkürzt die Wartezeit bis zu den nächsten Festspielen.

Von WOLFRAM QUELLMALZ

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