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Regional Dresdner Band enVivo feiert zehnjähriges Bandbestehen
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19:33 28.09.2018
Das Foto zeigt das Cover der Single „Nothing left to say“ (2017). Quelle: Foto: PR
Dresden

Zehn Jahre – das ist für eine kleine, anspruchsvolle Band schon eine Zeit. Zu unsicher stets die Aussichten, zu aufwendig all die Jobs, mit denen Leben und Musizieren erst einmal finanziert werden müssen, häufig auch: zu unterschiedlich die Ambitionen der Musiker.

Wie’s scheint, meistern enVivo all diese Hürden mühelos. Was garantiert das nahezu alleinige Verdienst von Alexandra Kayser ist – Chefin, Songwriterin, Sängerin, Pressefrau, Organisatorin und gute Seele des Quartetts aus dem Dresdner Hecht. Marcus Hetzel, der an der elektrischen Gitarre punktet, während Kayser die akustische spielt, ist das zweite Gründungsmitglied, das noch mit an Bord ist. In grauer Vorzeit, das verriet er auf einem Konzert in der St. Pauli-Ruine während des Hechtfests, war er Kaysers Gitarrenlehrer. Und vernahm zunächst mit dem Unbehagen des Lehrers den Satz, sie schreibe auch Songs und würde ihm gern einmal etwas davon vorspielen.

Alexandra Kayser – Ein Glücksfall für jeden Mitmusiker

Sofort muss damals klar gewesen sein, dass da keine übereifrige junge Tagebuchschreiberin zur Klampfe gegriffen hat, um irgendwelche Klein-Mädchen-Geschichten zu verfassen. Sondern dass er, Hetzel, es mit einer geborenen Songwriterin zu tun hatte.

Die aus einem Leben mit philippinischen und spanischen Wurzeln ebenso schöpft wie aus der Erfahrung in Deutschland, die mit den Sprachen jonglieren kann und doch immer den Sinn ihrer Texte auch musikalisch übermittelt. Kurz: Ein Glücksfall für jeden Mitmusiker in der bald darauf gegründeten Band enVivo.

Kaysers stets erzählende Stücke – auf der Band-Homepage, wo man auch die überaus eindrucksvolle Konzert-Chronik abrufen kann, ist die Rede von Kurzgeschichten – haben eine bezwingende Grundlage in Form von Folk, Pop, Latin und Blues. enVivos Debüt-CD „Running“ von 2012 hat den „test of time“ großartig bestanden und dreht sich bis heute häufig in meinem Player.

Im vergangenen Jahr folge die EP „Nothing left to say“, vier Titel, die in Qualität, Aussagekraft und Drive nahtlos an „Running“ anschließen.

Und natürlich gibt es auch bereits wieder neue Songs, deren spezielle enVivo-Qualität zwischen Ohrwurm und Tiefgründigkeit bereits live erprobt wurde. Besonders hervorzuheben wäre hier „Felanitx“ über die mallorquinische Stadt, in der Kayser aufgewachsen ist.

Seit vier Jahren sind sie nun zu viert unterwegs

Felanitx ist für mich Fluch und Segen gleichzeitig“, sagt die Songwriterin dazu. „Es ist damals sehr viel passiert. Darum singe ich auch ’Todo tiene dos caras’ (alles hat zwei Seiten). Ich liebe und verfluche Felanitx. Als Familie haben wir uns damals zerrissen. Ich habe lange gebraucht, um mich von davon zu erholen. Hab die Schule geschmissen, gekellnert, viel zu viel gefeiert und mein Vater ist gestorben, als ich 19 war. Meine Schwester Vanessa ist damals nicht mitgekommen nach Spanien. Darum bin ich irgendwann dann nach Dresden gezogen, in die Stadt, in der sie gelebt hat.“ Und darum, das mag man anfügen, singt Alexandra Kayser heute über Felanitx.

Seit reichlich vier Jahren wird die Band durch Michael Wünsch am Schlagwerk und Alexander Fuchs am Bass vervollständigt. Ebenso wie Marcus Hetzel sind sie erfahrener an Jahren als die noch immer junge Frontfrau – was für die Chemie innerhalb des Quartetts jedoch zuträglich zu sein scheint.

Lebensmittelpunkt für Kayser und damit auch für enVivo ist das Hechtviertel, jene Enklave am Rand der Neustadt. Natürlich werden sie auch dort ihr Zehnjähriges feiern: in der wunderbaren Theaterruine, deren Atmosphäre so perfekt zu den feinen Songs passt.

enVivo Jubiläums-Konzert Theaterruine St. Pauli, Sonntag, 19.30 Uhr, Tickets 15, ermäßigt 10 Euro. Die ersten DNN-Leser, die eine Mail an envivobooking@gmail.com schicken, erhalten zwei Freikarten.

Von Beate Baum

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