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Dresdner Ateliers öffnen ihre Türen

19. Tag der offenen Ateliers Dresdner Ateliers öffnen ihre Türen

Der November zeigte sich von seiner angenehmeren Seite und das lockte viele Kunstinteressierte raus aus ihren Wohnungen und rein in die Dresdner Ateliers. Die dargestellte Kunst hätte verschiedener kaum sein können.

Der 19. Tag der offenen Ateliers hatte nicht nur Malerei und Grafik zu bieten – auch Schmuck war ein Thema.

Quelle: Lisa-Marie Leuteritz

Dresden. An diesem dritten Sonntag im rauen November standen abermals die Türen der Dresdner Ateliers offen für Interessierte. 104 Kunstschaffende erlaubten einen Einblick in ihre Arbeit, und so ergab sich für die Besucher die Möglichkeit, auch mal die ein oder andere Intention hinter dem Werk zu erfahren.

Die Ateliergemeinschaft „Mikky Burg“ liegt etwas versteckt im Wohnviertel an der Hechtstraße 99, und dennoch freuen sich die Künstler über rege Besucherschaft. „Wir haben Glück, dass wenigstens etwas die Sonne scheint, so kommen auch Leute vorbei, die uns auf ihrem Spaziergang entdecken“, erzählt Juliane Schmidt. Sie ist Mitglied dieser Ateliergemeinschaft und zeigt hier Fotografien und Installationen. Gemeinsam mit drei anderen Künstlern teilt sie sich den größten, lichtdurchfluteten Raum. Die Arbeitstische stehen quer verteilt und sind mit allerlei Arbeitsproben bestückt. „Die Anordnung ist unverändert, so arbeiten wir hier. Nur ist es sonst nicht so ordentlich“, erklärt Juliane Schmidt lachend. Die Künstlerin schreddert beispielsweise Fotos der Größe 20x30 Zentimeter und arrangiert die so gewonnenen Streifen neu. Es entstehen interessante Muster, die eine Geradlinigkeit mit gleichzeitiger Unruhe in Verbindung bringen.

Fotografin Anja Schneider gewährt einen Einblick in den Raum, in dem ihre Kunst entsteht

Fotografin Anja Schneider gewährt einen Einblick in den Raum, in dem ihre Kunst entsteht.

Quelle: Lisa-Marie Leuteritz

Alle acht Künstler der Gemeinschaft haben eine Auswahl ihrer Arbeiten im Projektraum ausgestellt und arrangiert. Mitten im Raum steht außerdem ein Waschbecken aus Gips. Gut, dass die Künstlerin gleich in der Nähe ist, denkt sich Besucher Moritz Hantschick und fragt Sophie Altmann, was denn der Gedanke hinter dieser Skulptur sei. Sie erklärt, dass sie während ihrer Elternzeit zu Hause aus Zeitgründen die Liebe zum Minimalismus in der Küche entdeckt habe, diese Erfahrung verarbeitete sie in dieser Skulptur. Gedankenaustausch findet an diesem Tag zahlreich statt, viele der Künstler werden von Interessierten immer wieder in angeregte Gespräche verwickelt.

Die Ergebnisse des „Wunschbüros“, welches Künstlerin Anne Rosinski zur WuKaMenta initiierte, stellte sie in ihrem Atelier aus

Die Ergebnisse des „Wunschbüros“, welches Künstlerin Anne Rosinski zur WuKaMenta initiierte, stellte sie in ihrem Atelier aus.

Quelle: Lisa-Marie Leuteritz

Auch die Ateliergemeinschaft Trachenberge an der Grimmaischen Straße 2 zeigt, wie unterschiedlich Künstler arbeiten. Hier gibt es verwinkelte Flure, große wie auch sehr kleine Räume, und trotzdem ist genügend Platz für die Kunst. Fotografin Anja Schneider hat hier ihre kleine Insel, wie sie ihren offenen und hellen Raum selbst nennt. Fotografien und Collagen schmücken die Wände, Hefte zum Durchblättern liegen aus.

Die Ateliergemeinschaft der „Veränderbar“ an der Görlitzer Straße 42 zeigt Kunst in gemütlichem Charme einer Wohnung. Anne Rosinski gewährt hier einen Einblick in ihre Papiercollagen mit unterschiedlichen Materialien, ausdrucksstarken Porträts und jeder Menge Details, die vom Betrachter entdeckt werden wollen. Den Besuchern scheint es zu gefallen. „Das ist völlig verrückt, was die Dresdner Künstler alles können. In jedem Atelier sind wir auf andere tolle Kunst gestoßen“, berichtet ein Besucher im Gespräch mit Anne Rosinski. Sie hat außerdem die Ergebnisse ihres „Wunschbüros“ ausgestellt, das sie bei der diesjährigen WuKaMenta auf dem Neumarkt eingerichtet hatte. Dort konnten Besucher ihre Wünsche aufschreiben. Diese wurden dann in die Form einer Sternschachtel gefaltet und ergaben am Ende ein Feld voller Herzenswünsche.

Künstlerin Anne Rosinski (r) beantwortet interessierten Besuchern an diesem Tag zahlreiche Fragen

Künstlerin Anne Rosinski (r.) beantwortet interessierten Besuchern an diesem Tag zahlreiche Fragen.

Quelle: Lisa-Marie Leuteritz

Der Künstlerbund Dresden e.V. veranstaltet den jährlichen Tag der offenen Ateliers. Geschäftsführer Torsten Rommel zeigt sich am späten Sonntagnachmittag sehr zufrieden über den aktuellen Jahrgang. „Die Ateliers waren gut besucht, es herrschte eine sehr schöne Stimmung. Dem ersten Eindruck zufolge waren es etwas mehr als die 2 000 Besucher im letzten Jahr“, sagt Rommel. Nun freue er sich auf das kommende Jahr, denn dann steht das große Jubiläum an: Der Tag der offenen Ateliers findet dann zum 20. Mal statt. Voraussichtlich wieder an dem dritten Sonntag im rauen November.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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