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Regional Dresdens Kunstpreis 2016 geht an Peter Schreier
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16:34 20.02.2016
Die Kunst-und Förderpreisträger der Stadt Dresden 2016: Robert Schmidt, Peter Schreier, Henry Kreczynski und Kai-Uwe Reinhold (v.l.) sowie Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Es liegen Generationen zwischen ihnen, doch im Herzen sind sich die diesjährigen Gewinner des Dresdner Kunst- und Förderpreises sehr nah. Beide sehen sich der Musik verpflichtet, wenn auch auf sehr unterschiedlichen Stilgebieten.

Peter Schreier, Sänger und Dirigent, muss an dieser Stelle eigentlich nicht mehr vorgestellt werden. Er zählt zweifellos zu jenen Künstlern, für die das Attribut einer Weltkarriere kein überhöhtes ist. Die Verleihung des Dresdner Kunstpreises 2016 kann vor diesem Hintergrund als folgerichtig bezeichnet werden. Die Jury, so heißt es in einer Mitteilung der Landeshauptstadt dann auch, würdige damit Schreiers Lebenswerk. Und wer will, kann das Ganze natürlich gleichfalls aus dem Blickwinkel einer gewissen Symbolik betrachten. Schließlich erhält der im vergangenen Sommer 80 Jahre alt gewordene Kammersänger den Preis nun parallel zum 800-jährigen Bestehen einer Einrichtung, in die Schreier selbst als zehnjähriger Junge 1945 aufgenommen worden war: den Dresdner Kreuzchor.

„Aber dieser Preis liegt mir besonders am Herzen“

In den vergangenen zwei, drei Jahren habe er fast übertriebene Ehrungen erhalten, „aber dieser Preis liegt mir besonders am Herzen“, sagte Schreier gestern zum Pressetermin im Kulturrathaus. Vor allem, weil er sich der Stadt immer verbunden gefühlt habe, gerade auch in DDR-Zeiten. Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) würdigte ihn als eine „Persönlichkeit, die aus dem Musikleben der Stadt in den vergangenen Jahrzehnten nicht wegzudenken“ sei.

Der Altmeister, der neben zahllosen Opernpartien auch auf rund 300 veröffentlichte Platten zurückblicken kann, reichte den Staffelstab aber gleich weiter an die Förderpreisträger: die Macher des Festivals DAVE (Dresden Audio Visual Experience). Das 2014 erstmals ausgerichtete Festival wird vom Verein Ragin Spirits getragen und widmet sich in erster Linie elektronischer Musik. Bei der Ausgabe 2015 war die Vertonung des Eisenstein-Klassikers „Panzerkreuzer Potemkin“ im Militärhistorischen Museum einer der klangkünstlerischen Höhepunkte des Festivals. Kai-Uwe Reinhold, Robert Schmidt und Henry Kreczynski saßen gestern als DAVE-Vertreter im kleinen Podium. Schreier begrüßte mit Blick auf die jungen Festivalveranstalter die Aufmerksamkeit, die ihrem Projekt mit dem Förderpreis nun zukommen werde. Er selbst, so Schreier, sei musikalisch gesehen kein Absolutist. „Ich höre sehr viel Jazz und habe davon sicher mehr CDs, als ich sie von klassischer Musik habe.“

Die Stadt sei beim Förderpreis „noch für Überraschungen gut“, konstatierte Klepsch. Reinhold bestätigte, dass die DAVE-Macher von der Preisvergabe ebenfalls überrascht worden waren. Sie sehen sich als Förderer und Beförderer einer musikalischen Subkultur. Für 2016 kündigte Reinhold durchaus Klassik-Bezüge wie ein Vivaldi-Projekt an. Was Schreier erfreut zur Kenntnis nahm – und doch entgegenhielt: „Bach ist aber der Größte.“

Kunst- und Förderpreis der Stadt werden seit 1993 jährlich vergeben und sind jeweils mit 5000 Euro dotiert. Außerdem bekommen die Sieger den Preis in Form eines zweigeteilten Bronze-Apfels. Die Preisverleihung soll am 19. März auf Schloss Albrechtsberg stattfinden.

Torsten Klaus

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