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Dresdens 15. Museumssommernacht am 13. Juli

Dresdens 15. Museumssommernacht am 13. Juli

"Nun Weib, wohlan. Wonne der Wahl!" Dies könnte so mancher sagen - schließlich ist Wagner-Jahr -, der am 13. Juli nicht gedenkt, den Abend vor der Glotze zu verplempern.

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Der Sci-Fi-Film des Filmpioniers Georges Méliès aus dem Jahr 1902 erzählt in handcolorierten Bildern nach Jules Vernes "Reise von der Erde zum Mond" von einer Weltraumexpedition. Er läuft in der Museumssommernacht in den Technischen Sammlungen.

Quelle: PR

Es steht dann nämlich die neue, die 15. Ausgabe der Museumssommernacht Dresden an, bei der nicht zuletzt der 200. Geburtstag des Komponisten Richard Wagner in den Mittelpunkt gestellt wird. So etwa im Carl-Maria-von-Weber-Museum, wo die Formation Zakedy Music unter dem eingangs zitierten Ausspruch Briefe von Richard Wagner an seine Schneiderin zitiert - und zwar satirisch kommentiert vom Zeitgenossen Daniel Spitzer. Einstellen sollte man sich auf einen witzig-ironischen, musikalisch-beschwingten Reigen, der den genialen Egomanen Richard Wagner in einem völlig neuen Licht zeigt.

Insgesamt 49 Museen öffnen unter dem Motto "Geschichten über Ritter und Rechner" ihre Pforten und Sammlungen, bieten Sonderprogramme, locken mit musikalischen und kulinarischen Verwöhnangeboten. Nur die Festung Dresden, wo man dem Multitalent Brühl seine Reverenz erweisen wollte, muss flutbedingt passen. Erstmals greift man zur Museumssommernacht über das Stadtgebiet hinaus, denn auch die Richard-Wagner-Stätte in Graupa wird für einen Tag (mehr aber auch nicht) in die Dresdner Museumslandschaft eingemeindet. Im Jagdschloss soll ein multimedialer Parforceritt durch die Welt des Komponisten unter dem Motto "Keine Angst vor Wagner" etwaige Berührungsängste abbauen.

Erstmals seit sechs Jahren wieder mit von der Partie ist der frisch sanierte Mathematisch-Physikalische Salon. Dort kann man ins Universum der Globen eintauchen, wobei zu den Höhepunkten Riesengloben der führenden Kartographen aus Amsterdam und Venedig sowie das älteste Exponat des Museums - der "Arabische Himmelsglobus", der im 13. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Iran hergestellt wurde - zählen. Sechs Jahre mussten Taschen- und Planetenuhren, Globen und Rechenmaschinen ihrer Wiederentdeckung harren - entsprechend sollte man sich nicht lumpen lassen. Und wer am 6. Juli, am Welt-Kuss-Tag, leer ausgegangen ist, der könnte sich bei der Mitternachtsführung immerhin einen elektrischen Kuss abholen. Eingefleischte Junggesellen können natürlich auch Reißaus nehmen.

Die Porzellansammlung öffnet ebenfalls erstmals ihre Pforten, lädt vor allem zu Führungen zu allerlei Themen wie "Die Tiermenagerie Augusts des Starken". Zur Menagerie der Porzellansammlung gehört bekanntlich auch ein von Gottlieb Kirchner geschaffener Elefant, es ist der einzige, der ein Bleiberecht in diesem Porzellanladen genießt. Um die Aktivitäten im Zwinger mit seinen vielen Museen abzurunden, wird der Zwinger erstmals komplett illuminiert sein, wie Peter Plaßmeyer versprach, der Direktor des Mathematisch-Physikalischen Salons. Mit neuem Konzept und neuer Gestaltung präsentiert sich die Gedenkstätte Münchner Platz. Stündlich laufen dort auch Filme über das Aufbegehren junger Menschen in der Diktatur.

Jeder Parcours braucht seine Treffpunkte in Gärten und in Höfen. Im Albertinum choreographiert William Forsythe im Zeichen erschütterter Sinne. Im Hygiene-Museum tritt der BerlinLoopBrasil über alle Grenzen von Bild, Bewegung und Musik. Im Landhaus schlägt's erklärtermaßen 13. Ob Napoleons Krisenjahr 1813 oder die 13 Opern Richard Wagners, der Roman "1913" von Florian Illies oder die erleuchtete 13. Fee, hinter der sich eine "performative Lichtinstallation von und mit Claudia Reh" verbirgt - alles dreht sich um jene Zahl, von der abergläubische Geister glauben, dass sie Unglück bringe. Stündlich wird im Stadtmuseum von Mitgliedern des Vereins Klio gezeigt, wie historische Zinnfiguren gegossen werden. Früher beherrschte diese uralte Kulturtechnik jeder Junge, in Zeiten von Playstation und Fernbedienung ist diese ja komplett verloren gegangen.

Die Preise sind dank Sponsoren wie der Drewag oder auch der Ostsächsischen Sparkasse Dresden gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben, wie Martin Chidiac, der Projektleiter der Museumssommernacht, vom Amt für Kultur und Denkmalschutz gestern erklärte. Die Karten gibt es ab Montag in allen teilnehmenden Institutionen, den Verkaufsstellen der DVB oder auch in den städtischen Bürgerbüros.

In den letzten Jahren hat sich die Zahl der Besucher der Museumssommernacht laut Chidiac auf rund 20 000 eingepegelt. Da keine WM oder EM ansteht, sollte kein Besuchereinbruch drohen. Etwa 30 Prozent der Besucher machen erfahrungsgemäß von der Möglichkeit Gebrauch, Karten im Vorverkauf zu erwerben. Die Karte berechtigt auch zur Benutzung der Museums-Sommernachts-Buslinie und zu Fahrten mit allen Linien im Bereich des VVO während der Museumsnacht. Auch wer sich um Mitternacht noch in Graupa herumtreibt, kommt wieder nach Dresden zurück, in diesem Fall gilt auch für die DVB das alte US-Marines-Motto: "We leave no one behind!" (Wir lassen keinen Mann zurück).

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.06.2013

Christian Ruf

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