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Regional Dresden will Europäische Kulturhauptstadt 2025 werden
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17:30 09.09.2015
Oberbürgermeisterin Helma Orosz mit den Vertretern des Initiativkreises. Quelle: Nadine Steinmann
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„Mit ihrer kulturhistorischen Vergangenheit und ihrer nicht minder bedeutenden Entwicklung in der Gegenwart kann unsere Stadt ein würdiger Vertreter Deutschlands sein“, erklärte Orosz bei der Vorstellung der Initiative am Mittwoch im Rathaus.

Bereits im November des vergangenen Jahres hat der Dresdner Stadtrat die Oberbürgermeisterin beauftragt, die Debatte um eine Bewerbung der Landeshauptstadt als europäische Kulturhauptstadt aufzunehmen. Daraufhin hat Orosz einen Initiativkreis ins Leben gerufen, dem führende Vertreter aus Kultur und Wissenschaft angehören, so beispielsweise Prof. Jason Beechey, Rektor der Palucca-Schule Dresden, Prof. Dr. Hartwig Fischer, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Christian Thielemann, Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden und Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos).

Natürlich stellt sich aber die Frage, ob eine Diskussion um eine Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt in Zeiten, in denen jeden Montag die islamfeindliche Bewegung Pegida durch Dresdens Straße zieht, sinnvoll ist. „Auch wir haben uns diese Frage gestellt. Aber es kann nicht sein, dass diese Bewegung dazu führt, dass wir in der Stadt erstarren und uns nur noch um dieses Thema kümmern“, erklärte die OB mit klaren Worten. Was jeden Montag passiere, sei nicht „unsere Stadt“. „Die Bewerbung soll zeigen, wofür wir stehen und worauf wir stolz sind. Wir ticken anders, stehen für Weltoffenheit und Internationalität“, so Helma Orosz.

Semperoper und Kreuzchor schon heute internationale Kultur-Marken

Die Verbindung von Wissenschaft und Kultur soll nach Angaben der OB eine der Grundlagen für eine mögliche Bewerbung werden. Ein wesentlicher Eckpfeiler ist dabei der Umstand, dass die Technische Universität Dresden die einzige „Exzellenz-Universität“ Ostdeutschlands ist. Nirgends in Deutschland ballen sich so viele Wissenschaftler und Forschungseinrichtungen auf so engem Raum: Dresden sei Deutschlands Stadt mit der größten Forschungsdichte. Universitäten und Forschungseinrichtungen prägen daher auch das städtische Leben entscheidend mit.

Zudem seien Semperoper und Staatskapelle, Musikfestspiele, Staatliche Kunstsammlungen und Kreuzchor bereits heute international bekannte Kultur-Marken mit einem breiten Publikum. Die städtischen Kultureinrichtungen erhalten mit dem Kulturpalast und dem Kraftwerk Mitte gerade jetzt nicht nur neue Häuser, sondern gleichzeitig eine zukunftsweisende Perspektive neue Konzepte umzusetzen. Mit der Ostrale oder der Cynet-Art haben sich namenhafte Initiativen der modernen Kunst entwickelt.

Gedanken nach dem Schneeball-Prinzip in die Bevölkerung tragen

Nun gehe es vorerst darum, den Gedanken der Europäischen Kulturhauptstadt in die Bevölkerung zu tragen. Man müsse sich darüber klar werden, welche kulturellen Besonderheiten aus der sächsischen Landeshauptstadt eine tragende Rolle in der Bewerbung spielen könnten. „Dabei möchten wir natürlich die Dresdner Bürger und Bürgerinnen mit ins Boot holen“, erklärte die Oberbürgermeisterin. Für diesen Prozess sei der von ihr ins Leben gerufene Initiativkreis von besonderer Bedeutung. „Die jeweiligen Vertreter kommen mit zahlreichen Menschen ins Gespräch, können das Thema diskutieren und somit nach dem Schneeball-Prinzip in die Bevölkerung tragen“, erklärte das Stadtoberhaupt. Prof. Hans Müller Steinhagen, Rektor der TU Dresden, fügte hinzu: „Wir haben 37.000 Studierende, 8000 Mitarbeiter. Rechne ich nun noch Familienangehörige und Freunde dazu, machen wir fast zehn Prozent der Bevölkerung aus.“ Im kommenden Jahr sollen dann die Ergebnisse dieser Diskussionen präsentiert werden.

Auch die sächsischen Staatsministerin für Kunst und Kultur, Dr. Eva-Maria Stange, unterstzützt die Bewerbung "mit vollem Herzen". Dresden zeige damit auch, dass sie eine offene Stadt ist, die Menschen aus aller Welt gern einlädt und willkommen heißt. "Kultur und Wissenschaft lebten gestern und leben heute von kultureller und geistiger Vielfalt“, so die Kunstministerin.

Eine endgültige Bewerbung müsste die sächsische Landeshauptstadt bis 2019 beim Bund einreichen. Ebenfalls mit dem Gedanken sich als Europäische Kulturhauptstadt zu bewerben, spielen nach Angaben der Stadt auch die Städte Mannheim und Magdeburg. Oberbürgermeisterin Helma Orosz will sich zudem nach eigenen Angaben auch nach ihrem Amtsrückzug weiterhin für die Europäische Kulturhauptstadt 2025 engagieren. „Ich werde nicht die Hände in den Schoß legen und mir den Bauch bräunen lassen. Ich denke auch künftig wird es einen Platz für eine OB a.D. geben, die ehrenamtlich einen Beitrag leisten kann.“

Nadine Steinmann

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