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Dresden hat zu wenig Geld für Umbau des Kraftwerkes Mitte zum Kulturkraftwerk

Dresden hat zu wenig Geld für Umbau des Kraftwerkes Mitte zum Kulturkraftwerk

Offiziell ist Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) voller Hoffnung, das Kulturkraftwerk auf einen guten Weg bringen zu können. Doch hinter den Kulissen brodelt es gewaltig: Das Vorhaben, das ehemalige Heizkraftwerk Mitte zur Spielstätte für Staatsoperette und theater junge generation (tjg) umzubauen, scheint eine Nummer zu groß für Dresden zu sein.

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Ob auf dem Gelände des Heizkraftwerkes Mitte wirklich ein Kulturkraftwerk entsteht, ist noch unklar.

Quelle: Carola Fritzsche

90,7 Millionen Euro und keinen Cent mehr soll der neue Musentempel kosten - das Bauvolumen ist gedeckelt. Eine Summe, für die der Umbau nicht zu haben ist, wie Bauexperten hinter vorgehaltener Hand munkeln.

Kreative Lösungen sind gefragt. Entweder wird das Projekt teurer oder aber abgespeckt. Lösung eins ist politisch allerdings nicht zu vertreten. Zu sehr steht das ambitionierte Vorhaben bei mehreren Stadtratsfraktionen schon jetzt in der Kritik. Deshalb hat die Stadt zwei Bieter aus dem Wettbewerb für das Kulturkraftwerk ausgeschlossen (DNN berichteten). Die Unternehmen hatten offen und ehrlich eingestanden, mit den gedeckelten Kosten nicht das bauen zu können, was die Stadt will.

Im Rennen ist nur noch der Baukonzern Ed. Züblin AG verblieben, der zwar den Kostenrahmen einhält, aber einen Entwurf vorgelegt haben soll, der - vorsichtig formuliert - knapp am Thema vorbeigeht. Anders gesagt: Von den drei vorgelegten Entwürfen sind die Züblin-Pläne die schlechtesten und müssen grundsätzlich überarbeitet werden.

Die Stadt-Tochter Stesad soll nun in weiteren Gesprächen mit dem Bieter den Entwurf in die richtige Richtung bringen. Verbesserungen dürften allerdings nach gesundem Menschenverstand Geld kosten. Bislang hat sich Züblin nur mit einem sogenannten indikativen Angebot zum Kostenrahmen bekannt, das konkrete Gebot ist Verhandlungssache. Sollte die Stadt auf Maximalforderungen bestehen, dürfte wohl auch der letzte Bieter das Handtuch werfen. Das Projekt wäre zum Scheitern verurteilt. Nähere Informationen dazu soll die Lenkungsgruppe für das Kulturkraftwerk, in der Stadträte und Mitarbeiter der Stesad sowie der Dresdner Stadtwerke (Drewag) vertreten sind, auf der nächsten Sitzung am 22. April erhalten. Falls die Sitzung nicht wieder verschoben wird, wie zuletzt geschehen.

Lösung zwei - Abspecken - dürfte indes auch nicht mehr so viel weiterhelfen, denn das hat die Stesad längst getan. Das Raumprogramm für das Kulturkraftwerk wurde schon Ende 2012 um mehrere Lagerflächen für die Dekoration sowie den Möbel-, Beleuchtungs- und Requisitenfundus gekürzt. Aber auch die Werkstätten für tjg und Operette sollen nicht mehr am Standort Kraftwerk Mitte, sondern am bisherigen Standort des tjg entstehen. Die funktionalen Defizite nehme man in Kauf, um die Preisobergrenze einzuhalten. Was heißt: Die Baukosten werden gesenkt, aber später die Kulissen durch die halbe Stadt gekarrt. Was die Betriebskosten in die Höhe treibt.

Zusätzlich dazu wurde der Flächenbedarf im Kraftwerk pauschal um fünf Prozent gekürzt. Selbst die geplanten 200 Besucherparkplätze wurden aus dem Baubudget herausgenommen. Sie sollen zwar immer noch entstehen, die dafür fälligen drei Millionen Euro aber aus einer anderen Quelle kommen. Weiteren Spielraum für Einsparungen dürfte es kaum noch geben, wenn das Projekt nicht zu einer völligen Mogelpackung verkommen sollte.

Der Zeitplan der Stadt sieht eine Vergabe des Zuschlags im August vor. Baustart für das Kulturkraftwerk soll im ersten Quartal 2014 sein, die Baugrube könne aber schon im letzten Quartal 2013 ausgehoben werden, erklärte Stadtsprecher Kai Schulz. Vorausgesetzt, das Kulturkraftwerk wird überhaupt gebaut.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.04.2013

Thomas Baumann-Hartwig

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