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Regional Dresden fehlen die großzügigen Mäzene: Stasdt kann reiche Historie nicht überall selbst verwalten
Nachrichten Kultur Regional Dresden fehlen die großzügigen Mäzene: Stasdt kann reiche Historie nicht überall selbst verwalten
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17:33 09.09.2015
Das Schillerhäuschen, 2005 als Gedenkort für den Dichter eröffnet. Quelle: Arno Burgi, dpa

Doch die Stadt Dresden sieht sich nicht in der Lage, ihre reiche Historie überall selbst zu verwalten. Manches bleibt dem guten Willen privater Eigentümer überlassen oder eben auch verschlossen.

So ergeht es jetzt dem Schillerhäuschen (DNN berichteten). Seit Mai 2001 ist das gesamte Grundstück nach einem Widerspruchs- und Klageverfahren restituiert, nachdem es 1983 in Volkseigentum überführt worden war. Das teilte Stadtsprecher Kai Schulz auf Nachfrage mit. Inbegriffen war die vergleichsweise kleine Fläche mit der Mini-Immobilie Schillermuseum. Eine Ausklammerung von der Rückübertragung sei damals nicht erfolgt, weil keine Ausschlussgründe festgestellt worden seien, so Schulz. Die Familie Zehe erhielt auf ihren Antrag alle Flächen des Altflurstückes 299 a zurück. Die Stadt hat nach Auskunft des Pressesprechers auch nicht die Absicht, ihr kleinstes Museum selbst zu erwerben.

In Folge dessen muss Museumschef Gisbert Porstmann darauf vertrauen, dass das Häuschen nicht verrottet. Klagen der ehrenamtlichen Museumsführer über den Zustand kennt er seit 2008, wie eine Stadtrats-Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen ergab. Nun sind Sanierungsschritte angedacht, jedoch ohne festen Zeitplan. Behindertengerecht, wie ebenfalls gewünscht, wird die Schillergedenkstätte wohl trotzdem nicht.

Für Winfried Ripp, Geschäftsführer der Bürgerstiftung Dresden, ist der Umgang mit dem gesamten Komplex Schiller und Körner "eine verpasste Gelegenheit". Im privat sanierten und genutzten Körnerhaus am Körnerweg sollten eigentlich zwei Gewölberäume für kleine Veranstaltungen und eine Ausstellung über die Familie Körner öffnen. "Die Konzeption ist lange fertig", sagt Ripp. Aber dem Eigentümer konnten bisher keine Ersatzräume geboten werden, die er zu Lagerzwecken benötigt.

Auch die historische Weinpresse aus dem Jahre 1710, das letzte erhaltene Exemplar in Loschwitz, bleibt den Augen der Öffentlichkeit verborgen. Die Stadt hat die notwendige Restaurierung finanziert, die Bürgerstiftung die Umhausung für das im Garten hinter dem Körnerhaus aufgestellte Denkmal. Nun aber ist der Weg dahin versperrt, weil ein anderer privater Villenbesitzer Ärger mit der Stadtverwaltung hat. Seine Baupläne waren abgelehnt worden. Daraufhin verriegelte er den Bergweg, der zur öffentlich begehbaren Verbindung zwischen Schiller und Körner werden sollte.

Verborgen bleibt auch das Sommerhaus von Hofjuwelier Dinglinger mit barockem Festsaal und der berühmten Wetteruhr, die schon Zar Peter den Großen begeistert hat. Zwar bietet das historische Weinbergsanwesen von der anderen Elbseite einen schönen Anblick, doch näher in Augenschein nehmen können es Interessierte nicht.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.10.2014

Genia Bleier

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