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Doppelte Premiere an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden

Meets The Artist und Palucca Tanz Studio Doppelte Premiere an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden

Wenn zwei bereits bekannte Aufführungsformate der Palucca Hochschule für Tanz Dresden quasi in einer öffentlichen Vorstellung zusammengeführt werden, muss das nicht zwingend etwas Nachteiliges sein. Außer vielleicht, dass es ein langer Abend werden kann.

„Rewind“, Choreografie und Tanz von Gaia Mentoglio.
 

Quelle: Ida Zenna

Dresden.  Wenn zwei bereits bekannte Aufführungsformate der Palucca Hochschule für Tanz Dresden quasi in einer öffentlichen Vorstellung zusammengeführt werden, muss das nicht zwingend etwas Nachteiliges sein. Außer vielleicht, dass es ein langer Abend werden kann. Und wenn die Hochschule dabei praktischerweise auch gleich noch Aufführungsstätte ist, bleibt die Raumwirkung verständlicherweise etwas eingeschränkt. Sicher, der Grüne Saal bietet gute Möglichkeiten, aber mit einer Aufführung im Theater, auf der Bühne ist das dann doch nicht zu vergleichen.

Wie auch immer – Sparzwänge gibt es überall. Und das 2002 zum 100. Geburtstag von Palucca mit großem Anspruch an der Hochschule gestartete Palucca Tanz Studio nimmt sich heute etwas bescheidener aus, sorgt aber dennoch dafür, dass beispielsweise jeweilige Absolventenklassen oder einstige Studierende immer wieder mit erwählten Choreografen zusammenarbeiten können. Und das hat manch gute Produktion hervorgebracht.

In diesem Jahr hat sich erneut eine Zusammenarbeit mit Ihsan Rustem ergeben, dem in der Schweiz lebenden britischen Tänzer und Choreografen, der 1998 bis 2000 an der Rambert School of Ballet and Contemporary Dance ausgebildet wurde. Ein international gefragter Choreograf, der in seiner Bewegungssprache signifikant ist und nunmehr im Rahmen vom Palucca Tanz Studio mit Studierenden vom 2. Jahr Bachelor, Studiengang Tanz zusammenarbeitete, was ja wohl eher die Ausnahme ist. Andererseits erscheint die Qualität der Tänzer in den oberen Jahrgängen an dieser Hochschule fast durchweg bemerkenswert, so dass man ein solches Experiment eben doch gut wagen kann.

Das zeigt sich mit den 14 Studierenden auch in der Choreografie „Cupid´s Gun“ (Probenleitung: Prof. Marc Boermans), und es macht Spaß, den Tänzerinnen und Tänzern dabei zuzuschauen, die offenbar keine Schwierigkeiten haben mit der Bewegungssprache von Rustem. Dessen choreografische Besonderheit mag allerdings noch mehr in seinen Raumkompositionen zu finden sein, wenn er beispielsweise Gruppierungen sowie Einzelne konfrontiert und damit Spannungen bewirkt, die allein schon für sich beredt sind.

Als Gastchoreograf für die neue Produktion „Form Disquiet“ mit dem 3. Studienjahr, Bachelor Tanz konnte Cameron McMillan gewonnen werden. Er lebt derzeit in London und arbeitet als freier Tänzer und Choreograf. Der gebürtige Neuseeländer, ausgebildet an der Australian Ballet School, tanzte unter anderem in der Rambert Dance Company, dem English National Ballet, dem Royal New Zealand Ballet sowie der Sydney Dance Company. Dass die unmittelbare Abfolge dieser beiden Choreografien offenbar keine allzu glückliche Programmentscheidung ist, sich die Arbeiten einfach zu wenig voneinander absetzen, dürfte wohl kaum etwas über deren jeweilige Qualität aussagen. Doch es prägt den Gesamteindruck, und da verliert die als Höhepunkt des Abends schlussendlich platzierte Absolventenklasse an Überzeugungskraft. Was allerdings weder den Choreografen noch den Tänzern auch nur irgendwie anzulasten ist. Doch ein kontrastreicheres Aufeinandertreffen wäre sicherlich viel spannender gewesen.

Dann könnte es vielleicht doch besser sein, „Meet The Artist“ als alles überspannenden Titel zu wählen. Und umringt vom Palucca Tanz Studio (was auch zuweilen problematisch sein kann mit dem Umkleiden) „mittendrin“ und einer Pause das sympathische Vorstellen von Studierenden der Absolventenklasse zu platzieren. Mit klassischen Variationen, eigenen Arbeiten sowie Improvisationen, die allerdings zur Premiere trotz der ausgezeichneten Tänzer auffällig blass geblieben sind. Dafür aber haben sich manche, erneut oder auch neu, deutlich eingeprägt. So beispielsweise Johannes Goldbach, schon gut bekannt vom Semperoper Ballett Dresden sowie gleichzeitig Studierender im 3. Studienjahr, Bachelor Tanz, der in der Choreografie von Joseph Hernandez „Persistent Sequenz“ (Excerpt) besonders mit seinem bemerkenswerten Zeitgefühl auffällt. Und nicht minder (in mehreren Auftritten) Gaia Mentoglio, speziell auch mit ihrem Solo „Rewind“.

Palucca Tanz Studio/ Meet The Artist, Palucca Hochschule für Tanz Dresden, Basteiplatz 4, wieder am 16. und 17. Dezember, Beginn jeweils 19 Uhr, Tickets an der Abendkasse oder online unter:   www.cybersax.de

Von Gabriele Gorgas

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