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Regional Diskurs und Praxis: Dresdner Meisterkurse Musik an der Hochschule Carl Maria von Weber sind ein Erfolgsmodell
Nachrichten Kultur Regional Diskurs und Praxis: Dresdner Meisterkurse Musik an der Hochschule Carl Maria von Weber sind ein Erfolgsmodell
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17:48 09.09.2015
Meisterkurs Viola: Prof. Pauline Sachse arbeitet mit dem Kursteilnehmer Friedemann Hecker. Quelle: DMM; Ronny Waleska

Mit neun Meisterkursen und interdisziplinären Angeboten unter dem Motto "Macht Musik?!" setzte die Hochschule in diesem Jahr auf spannungsvolle Vielfalt in Theorie und Praxis, was verstärkt auch beim Dresdner Publikum ankam.

Dass das hier noch junge Meisterkurskonzept - angelehnt an das Weimarer Vorbild - bereits weit über die Grenzen der Stadt hinaus strahlt, zeigte sich auch daran, dass nur knapp die Hälfte, nämlich 35 der insgesamt 76 Teilnehmer, aus Deutschland stammen. Einige der Musikstudenten, Berufsanfänger und hochbegabten Schüler kamen für die Meisterkurse bei renommierten Musikern wie Daniel Pollack (Klavier), Marie-Elisabeth Hecker (Violoncello) oder Natalie Prischepenko (Violine) aus Südkorea, China, den USA, Italien, Frankreich, der Ukraine und Taiwan nach Dresden.

Die besten Ergebnisse dieser Kursarbeit gipfelten schließlich in fünf Meisterkurskonzerten, von denen eines unter dem Schlingrippengewölbe der Schlosskapelle stattfand. Dem Motto "Macht Musik!" folgend, spielten die begabtesten Teilnehmer in jeweils zehn bis zwanzigminütigen Auftritten vor dem Publikum. In solchen Konzerten darf und soll der Arbeitsprozess noch spürbar sein, und dennoch fanden diese Beiträge auf einem erstaunlich stabilen Niveau statt. So zeigte etwa der erste Programmpunkt im großen Abschlusskonzert noch einmal die ganze stilistische wie pädagogische Breite - von Klassik bis Jazz, vom Schüler bis zum Alumni - der Meisterkurse auf. Im besonders gut gefüllten Konzertsaal der HfM fanden sich der Schüler Jan Becker (Jahrgang 1997) und Musikstudent Vincent Rocher (Jahrgang 1983) aus der Meisterklasse von Thomas Fellow zu einer groovigen Blues-Improvisation nach Sonny Rollins zusammen. Zwei Konzertstunden später klangen die Dresdner Meisterkurse Musik 2014 mit einem zwölfköpfigen Hornensemble (aus dem Meisterkurs von Christian-Friedrich Dallmann und Robert Langbein) auf ganz spezielle Weise aus.

Über das praktische Musizieren hinaus widmete sich der theoretisch-wissenschaftliche Teil mit Vorträgen und Diskussionen der Frage "Macht Musik?". Zu den Höhepunkten gehörte hier zweifelsohne das Podiumsgespräch mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Musikfestspielintendant Jan Vogler unter dem Motto "Musik - Macht ohne Macht". Doch auch Musikhochschulrektor Ekkehard Klemm lieferte in seiner Eröffnungsrede interessante Denkanstöße zur Macht der Musik in den vergangenen Jahrhunderten. Prof. Manuel Gervink lotete das Thema bis hin zur Filmmusik aus, und der Pfarrer Friedrich Schorlemmer sprach über mächtige Erfahrungen mit der Musik. Zum Abschluss oblag es dem Publizisten, Musik- und Theaterwissenschaftler Stephan Mösch, mit seinem klugen Vortrag "Macht -Strauss - Musik" einen finalen Bogen zum Strauss-Jahr 2014 zu schlagen.

Es sei ein erklärtes Ziel, Musizieren auf höchstem Niveau auch im theoretischen Diskurs in die Öffentlichkeit zu tragen, fasste Ekkehard Klemm abschließend zusammen. In diesem Sinne wolle er die Dresdner Meisterkurse Musik auch weiterhin als regelmäßige Veranstaltungsreihe an seiner Hochschule und für die Musikstadt Dresden etablieren. Die dritten Dresdner Meisterkurse Musik sind schon in Planung und finden, wegen technischer Umbauarbeiten in der Musikhochschule etwas später, vom 7. bis 19. September 2015 unter dem Motto "Ton - Art - Sprache" statt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.09.2014

Nicole Czerwinka

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