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Die langsamen Mühlen: Die Planung zur Ansiedlung der Kreativwirtschaft am Kulturkraftwerk Mitte stagniert

Die langsamen Mühlen: Die Planung zur Ansiedlung der Kreativwirtschaft am Kulturkraftwerk Mitte stagniert

Die Junisonne stand hoch, als das Papier vorgestellt wurde. Der Kultur- und Kreativwirtschaftsbericht für Dresden hatte im Sommer Aufmerksamkeit erregt. 2010, so ließ er verlauten, erwirtschafteten rund 13 000 Beschäftigte in dieser Branche etwa 740 Millionen Euro in der Landeshauptstadt, Tendenz steigend.

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Im zentral gelegenen ehemaligen Kraftwerk Mitte würden nicht nur tjg und Staatsoperette gern einziehen, sondern auch zahlreiche Firmen der Kreativbranche.

Quelle: Archiv

80 000 Euro ließ sich die Stadt den Bericht kosten, der auch "Potenziale und Handlungsmöglichkeiten" im Titel trug. Doch vor allem das sogenannte Leuchtturm-Projekt, das Kulturkraftwerk Mitte, scheint seit jenen warmen Sommertagen nicht recht vom Fleck zu kommen.

Ein Eindruck, den Ralf Kukula bestätigt. "Es braucht ein Zeichen des praktischen Tuns, einen ersten Schritt", sagt er im Gespräch. Kukula ist Geschäftsführer der Balance Film GmbH und bildet zusammen mit Jana Bretscher, der Herausgeberin des Kulturmagazins Dresdner, die Doppelspitze der IG Kraftwerk Mitte. Dahinter verbergen sich mittlerweile 61 Firmen, die ein Gedanke eint: Sie können sich gut vorstellen, in Dresdens kommenden Kulturtempel einzuziehen, einen Nukleus eben jener Kreativwirtschaft auf engstem Raum zu bilden. In unmittelbarer Nachbarschaft vom Theater Junge Generation und der Staatsoperette, die im Sommer 2015 dorthin umziehen sollen, verspricht sich die Branche reichlich Synergieeffekte.

Doch bis dahin ist noch ein ganzes Stück Weg zu bewältigen. Betscher und Kukula mahnen unisono vor allem zwei Dinge an. Erstens: Die Handlungsansätze aus dem oben erwähnten Bericht sollten endlich dem Stadtrat zur Entscheidungsfindung vorgelegt werden. Zweitens: Die Drewag erarbeitete als Eigentümer der Kraftwerksfläche zusammen mit einem Architekturbüro einen Masterplan zu Investitionen für die dortige Flächennutzung. Dieser Plan sollte rasch der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Termin dafür war eigentlich Ende September, aber knapp drei Monate später ist das Papier immer noch in den Ämtern unterwegs.

Und noch etwas stößt der IG Kraftwerk Mitte bitter auf. "Seit mit Oberbürgermeisterin Helma Orosz die stärkste Befürworterin des Projekts nicht mehr die Amtsgeschäfte im Rathaus führt, haben wir das Gefühl, die Priorität des Ganzen ist entscheidend nach hinten gerückt", erklärt Kukula. Die Drewag verwies auf DNN-Anfrage um Auskünfte auf das Kulturamt, das in der Sache als Kommunikationszentrale fungiere. Dort war jedoch gestern niemand zu erreichen.

Weiterer Wermutstropfen: Eine noch von Orosz initiierte Arbeitsgruppe, die alle Beteiligten an einen Tisch führen sollte, ist bisher laut Kukula lediglich zu einem einzigen Sondierungstreffen zusammengekommen - Anfang April. "Die Mühlen mahlen uns einfach zu langsam."

Trotz ihrer Kritik suchen die Kreativen weiter nach Lösungen. Auch deshalb, weil 2012 noch Geld aus dem EFRE-Fonds, das speziell Klein- und Kleinstunternehmern zugute kommen soll, genutzt werden könnte für die Ansiedlung. Fast folgerichtig kündigt die IG für Anfang Februar die Vorstellung eines Arbeitspapiers mit eigenen Vorschlägen an.

Kukula erzählt noch von einer Fahrt nach Berlin vor vier Wochen, wo Kreativwirtschaftsprojekte wie die Marienburg im Prenzlauer Berg besucht wurden. Dort hätten bezahlbare Mieten zu nachhaltigen Strukturen geführt. Ein Zustand, von dem das hiesige Kulturkraftwerk noch recht weit entfernt ist. Die IG setzt aber auch auf Unterstützung der umsiedelnden Theater. "Sie haben nichts davon, 2015 auf eine Baustelle zu ziehen", sagt Kukula. Torsten Klaus

www.ig-kraftwerk-mitte.de

www.marienburg.net

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.12.2011

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