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Regional Die Zartheit des Footballers: Gregory Porter morgen im Alten Schlachthof
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17:19 09.09.2015
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Die Stimme, nicht das Aussehen.

Das abgesehen von der Mütze noch immer das des ehemaligen Profifootballers - also ähnlich einem Boxer - ist. Wozu die samtene, mitunter zarte Stimme, der volle, geradezu hypnotisch wirkende Bariton einen grandiosen Kontrast bietet. Jazzpuristen ist seine Musik viel zu weich, zu glatt, zu melodiös. Für Fans - und auch für viele Soul-Liebhaber - ist er eine Wiederauferstehung Marvin Gayes. De Facto handelt es sich bei Gregory Porter um eine gelungene Verbindung von Soul und Jazz. Und zwar durchaus gehaltvoll.

1971 in Kalifornien geboren, strebte der Afroamerikaner mit einem Sportstipendium zunächst besagte Profi-Karriere an, sang jedoch bereits regelmäßig in den Jazzclubs San Diegos. Eine Schulterverletzung brachte das Ende der Sportler-Laufbahn und Porter widmete sich komplett der Musik - nach seinem Umzug nach New York mit beständig wachsendem Erfolg. Seit 20 Jahren ist er nun bereits unterwegs, alles andere als eine Eintagsfliege also; lediglich drei Alben sind in dieser Zeit entstanden. Wobei gleich das Debüt, "Water" von 2009, ihm eine Grammy-Nominierung einbrachte, ebenso wie "Be Good" von 2011.

Ein großer Verehrer von Nat King Cole, hat Gregory Porter jedoch auch von Anfang an selbst Stücke geschrieben - und sich dabei nicht nur unglücklicher Liebe wie auf dem Titelstück von "Be Good" beschäftigt. Schon in "1960 - What?" vom Debütalbum wird er dezidiert politisch, wenn er an die Farbigen-Aufstände 1967 in Detroit erinnert.

"Liquid Spirit", die dritte CD, die er im Gepäck hat, wenn er morgen in den Alten Schlachthof kommt, ist die erste auf dem "Blue Note"-Label. Mit ihr kommt nun wohl auch der verdiente ganz große Erfolg. Es spricht für den Sänger, dass er die Scheibe komplett mit der sehr guten Band seiner ersten beiden Alben aufgenommen hat - also mit Pianist und musikalischem Direktor Chip Carwford, Drummer Emanuel Harrold, Bassist Aaron James, Alt-Saxofonist Yoskuke Sato und Tenor-Saxofonist Tivon Pennicott. Die wunderbar harmonierende Truppe begleitet ihn auch live, legt den perfekten Teppich aus für die Stimme, die dann letztlich doch alle vereint: die nüchternen Skeptiker, die emotionalen Liebhaber und die, die sich tief drin wünschen, einfach mal von Musik davongetragen zu werden. Bei Gregory Porter passiert ihnen das garantiert - und es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen!

Gregory Porter: Liquid Spirit Tour, Special Guest: Max Herre. Alter Schlachthof, morgen 20 Uhr. Tickets ab 39,90 Euro

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.12.2014

Beate Baum

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