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Regional Die Toten Hosen gehen in Dresden baden
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16:52 04.06.2018
Die Toten Hosen im DDV Stadion in Dresden Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Was bei anderen Musikern Worthülse ist, hier ist es so gemeint. „Wie viele hier zusammengekommen sind heute!“, strahlt ein erschöpfter Tote-Hosen-Sänger Campino nach zwei Stunden Programm, „um drei Generationen Musik der gleichen Richtung zu hören. Vielen Dank an euch!“ Das geht ans Publikum des ausverkauften Dresdner Stadions. Und es folgt der letzte Zugabenblock mit Luftschlangen-Feuerwerk und Silberstaub in der Luft zu „Tage wie dieser“ und dem finalen, immer wieder Gänsehaut erzeugenden „You’ll Never Walk Alone“.

Vor den alten Herren aus Düsseldorf gab’s bereits reichlich Soli-Gefühl zu guter Musik von den zwei anderen Generationen: Von den Jungspunden von Schmutzki, bereits 2015 eine der Hosen-Vorbands in Leipzig, von Feine Sahne Fischfilet und den Broilers. Alle politisch, alle auf der harten musikalischen Seite unterwegs. Alle gut.

Man muss in einem Stadion etwas anbieten, damit es auch auf den hintersten Plätzen noch etwas zu sehen gibt. Also erst mal nach Spots für Oxfam und Pro Asyl (an der Stelle, wo bei darbenden Musikern wie den Rolling Stones Autohersteller ihre Vernichtungswaffen präsentieren) die bunten grafischen Muster des aktuellen Albums „Laune der Natur“. Als die fünf Rocker im Laufschritt die Bühne entern, sie komplett vermessen, um möglichst viele Fans zu begrüßen, geht es aber zunächst um etwas ganz anderes: „Hier ist es, wo die Fortuna den Aufstieg klargemacht hat!“, röhrt Campino ins Mikro, und verspricht, den Dresdnern „auch heute ein paar rein zu tun.“ Und es knallt nach vorn mit „Auswärtsspiel“, fast ohne Pause gefolgt von „Liebesspieler“. Alte Superhits, die das Publikum sofort auf die richtige Frequenz einstimmen. Und es folgt ein Feuerwerk der Hits.

Bei „Weil wir Freunde sind“ liegen sich gefühlt 25 000 Menschen in den Armen. Bei der einzigen Ballade des Abends „Alles Passiert“ von „Laune der Natur“ wird das Stadion von zig tausend Handys plus Feuerzeugen erleuchtet. Da fühlt man dann tatsächlich Unendlichkeit.

Nach dem Konzert steigen die Musiker nicht wie im Song, ohne zurück zu blicken, in den Bus, sondern ins Arnold-Bad nebenan. „Sonntag, 1:54 Uhr Baden gehen in Dresden“ steht unter einem Bild von Campino vorm Becken, umarmt von zwei Frauen, Bierflasche in der Hand, auf ihrem Instagram-Account. Nachts ins Freibad einsteigen – noch so eine Erinnerung an die frühen 80er. Punk scheint echt jung zu halten.

Von Beate Baum

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