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17:15 11.09.2016
BossHoss hatten sich ein feierfreudiges und mitsingbereites Publikum in die Garde geholt und begeisterten dieses mit ihrer Show. Quelle: Andreas Weihs
Dresden

Ist das noch Countrymusic? Reicht es, einen Stetson aufzusetzen und Stiefel anzuziehen? The BossHoss lösten diese essenziellen Fragen auch nicht auf, boten aber mit ihrem letzten Open-Air-Konzert der aktuellen Dos-Bros-Tournee in der Jungen Garde eine energiegeladene Show und einen schon fast aggressiven Sound. Laut und in jede musikalische Richtung verzerrt, begeisterten sie vor ausverkauftem „Haus“ die mehr als 5000 Fans von Beginn an.

Das lag vielleicht auch ein wenig an den üblichen Publikums-Spielchen, für die die beiden Frontmänner Alec Völkel und Sascha Vollmer überhaupt nicht lange zögerten. „Wer ist zum ersten Mal in unserem Konzert? Hände hoch!“ und „Wer war noch nie auf einem unserer Konzerte?“ Merkwürdigerweise sah man fast identische Arme in der Luft, nach beiden Fragen. Also lieber mittendrin und mitmachen, nicht nur dabei sein. Die Stimmung war von Anfang an ausgelassen, BossHoss hatten sich ein feierfreudiges und mitsingbereites Publikum in die Garde geholt. Ein bisschen Lobhudelei kommt immer gut, deshalb folgte gleich: „So viele Leute waren noch nie hier bei einem unserer Auftritte.“ Arme hoch, Jubel. Nicht nur Musiker, auch Fans wollen mal gelobt werden. Auch dass „Dresden die schönste Stadt Deutschlands ist“, will Reas Tante gehört haben, deshalb ist sie heute extra aus England angereist, um ihren „Jungen“ hier live auf der Bühne zu erleben.

Das stille Geheimnis dieses Konzertes ist ununterbrochene Kommunikation, nur so hat man den gesamten Prozess unter Kontrolle, kann das Publikum auf Kommando zum Mitmachen bewegen, zum Singen, zum Tanzen, zum Armeschwenken. Lieder wie „I Keep On Dancing“ oder „I Like It Like That“ und viele andere eigneten sich hervorragend dafür. Dabei ist die Musik selbst in diesen Momenten gar nicht so wichtig, die aktionsgeladene Show gleicht eventuelle Schwächen des Songmaterials mühelos aus.

Showman Alec Völkel, der „Boss“, verdenglischte seine Ansagen und auch ein stilechtes „Gracias“ war des öfteren zu hören. Bei „Hoss“, der im bürgerlichen Leben auf den Namen Sascha Vollmer hört, war es ähnlich. Die Beiden ergänzten sich gut, während der eine das Publikum anheizte, eindrucksvoll poste und die Bühne von rechts nach links ausmaß, drehte der andere Runden auf dem Barhocker mit der Gitarre im Arm.

Die Stadtcowboys setzten voll auf Show und Entertainment. Die beiden Sänger hielten die Fäden des Geschehens zusammen und starteten ständig Aktionen mit und auch ohne ihr Publikum, gelegentlich kamen auch die anderen Cowboys aus ihrem Schattendasein auf der Bühne nach vorn ins Licht, wie z.B. Hank, der zeigte, was er alles so aus seiner Mundharmonika herausholen kann. Alles ist ein Spiel. Let me entertain you!

Von Andreas Weihs

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