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Die Ratten eines Briten: Banksy in der Ausstellung Magic City

Dresden Die Ratten eines Briten: Banksy in der Ausstellung Magic City

Die Street-Art-Ausstellung Magic City in der Zeitenströmung ist um einen Publikumsmagneten reicher. Im Rahmen der „Langen Nacht des Banksy“ wurden drei Werke von Banksy, dem derzeit wohl populärsten und geheimnisvollsten Street-Art-Künstler, präsentiert.

Die Ratte ist ein immer wiederkehrendes Motiv von Banksy.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Die Street-Art-Ausstellung Magic City in der Zeitenströmung ist seit diesem Wochenende um einen Publikumsmagneten reicher. Im Rahmen der „Langen Nacht des Banksy“ von Sonnabendvormittag bis Sonntagnachmittag wurden drei Werke von Banksy, dem derzeit wohl populärsten und geheimnisvollsten Street-Art-Künstler, präsentiert, die noch bis zum 12. März in Dresden zu sehen sind. Es handelt sich um zwei signierte Exemplare von „Love Rat“ und „Gangsta Rat“ aus einer Mailänder Privatsammlung sowie um ein Mauerstück mit der „Radar Rat“ aus der Sammlung Cervara, ebenfalls Mailand.

Die Ratte („rat“) ist ein immer wiederkehrendes Motiv des Briten. Auch der Street-Art-Pionier Blek le Rat, der schon in den 80er Jahren mit Schablonen-Graffitis erarbeitete und sowohl als Urvater dieser Kunstform als auch als Einfluss auf Banksy gilt, nutzt dieses Symbol. „Meine Heimatstadt Paris ist wunderschön, doch es gibt immer auch hässliche Seiten“, erzählt der Franzose, der das „Rat“ – als Anagramm zu „Art“ – schon im Namen trägt. „Die Ratte ist dafür ein optimales Bild. Sie gilt als schmutzig und ungeliebt, trotzdem gibt es in Paris mehr von ihnen als Menschen.“

Die "Magic City" in der Zeitenströmung hat sich in einerl angen Nacht dem weltweit bekannten Streetart-Künstler Banksy gewidmet und konnte dabei auch ein Original des Sprayer-Phantoms vorzeigen.

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Auch im zweiten, besonderen Teil des Abends spielt die Ratte eine Rolle. Der Dokumentarfilm „Saving Banksy“ feierte in der Magic City Europapremiere. Das Werk des Regisseurs Colin M Day, der an diesem Abend auch vor Ort war, ist im Januar in den Vereinigten Staaten angelaufen und schlägt in der Szene bereits hohe Wellen. „Es ist kein Film über Banksy an sich“, sagt Day, „sondern um die Kunstform Street Art und ihre Entfremdung.“ Es geht um einen Kunstsammler aus San Francisco, der ein Werk von Banksy, eine mannshohe Ratte an einer Holzwand, vor der Zerstörung retten will. Das Graffiti entstand 2010 zusammen mit einigen weiteren Werken von Banksy innerhalb weniger Tage, wurde jedoch ebenso schnell wieder entfernt oder überschmiert. Der Kunstsammler wollte das Bild der Öffentlichkeit zugänglich machen und damit der Nachwelt erhalten. Der Film zeigt seine Bemühungen, Museen das Werk kostenfrei anzubieten, während ihm gleichzeitig Privatsammler Angebote in Höhe von mehreren hunderttausend US-Dollar machen.

„Es ist zugleich ein Blick auf das Kommerzialisieren einer Kunstform, die eigentlich von Künstlern auf der Straße für die Menschen auf der Straße geschaffen wurde,“ so Day. In einer Diskussionsrunde nahmen auch einige Künstler und Experten Stellung zu diesem Thema. „Der Film ist nötig für die Künstler, weil er Aufmerksamkeit schafft“, sagt Yasmin Siddiqui alias Hera vom Street-Art-Duo Herakut. „Gleichzeitig zeigt er, dass es keine optimale Lösung gibt.“ In einigen Städten sehe man Plexiglaskästen, die Graffitis von bekannten Künstlern erhalten sollen, was jedoch eher als ein gut gemeintes Zeichen gesehen wird. „Dass Street Art ewig hält, widerspricht dem ursprünglichen Gedanken“, so der Schweizer Experte Rémi Jaccard. „Wenn der Künstler gewollt hätte, dass sein Werk konserviert wird, hätte er eine andere Kunstform gewählt.“ Der Chemnitzer Künstler René Kästner ist amüsiert: „Vor 15 Jahren hätten wir diskutiert, warum unsere Kunst zerstört wird. Jetzt fragen wir, warum sie erhalten wird.“

„Saving Banksy“ wird in der Magic City noch bis zum Ausstellungsende am 12. März täglich gezeigt, freitags und sonnabends um 18 Uhr, sonst um 14 Uhr.

Von Gerrit Menk

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