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Die Komponistenklasse Dresden und Tänzer der Palucca Hochschule gemeinsam bei "Kids on Stage"

Die Komponistenklasse Dresden und Tänzer der Palucca Hochschule gemeinsam bei "Kids on Stage"

Wenn sich junge Künstler verschiedener Ausbildungsrichtungen in einem gemeinsamen Projekt vereinen, sind die miteinander zurückgelegten Wege mindestens so spannend wie das, was letztlich als Ergebnis öffentlich vorgestellt wird.

Da zählen besonders die Erfahrung, Begegnung, sind Akzeptanz und Neugier die Voraussetzung dafür, dass etwas zusammen Verantwortetes entsteht. Zur Aufführung bei "Kids on Stage" haben Schüler der Komponistenklasse Dresden sowie Studierende der Nachwuchsförderklasse 1 der Palucca Hochschule für Tanz ein Programm mit acht Arbeiten im Großen Saal des Festspielhauses Hellerau vorgestellt (Projektleitung: Friedemann Stolte, Silke Fraikin). Und als "Junger Tanz & Neue Töne" konnte sich das absolut sehen und hören lassen.

Die musikalischen Werke - einige sind im direkten Zusammenwirken mit den Tänzern entstanden - wurden von Musikern der Dresdner Sinfoniker sowie der Palucca Hochschule aufgeführt. Und das erhöhte natürlich den Genuss, besonders auch für die jungen Komponisten selbst. Zudem hatte Milko Kersten als musikalischer Leiter des Ganzen in die Folge gemeinsam mit anderen einen sehr sympathischen, verrückten Text "eingestreut", der es wert ist, dass man auch länger darüber nachdenkt.

Ausgereiftes sollte man bei diesem Tanz-Musik-Projekt vielleicht nicht zwingend erwarten - schließlich sind die einen wie die anderen noch Lernende. Doch gerade bei den Kompositionen war Erstaunliches zu hören, sowohl in den musikalischen Ideen wie zuweilen in der Instrumentierung. Da spürte man - und ebenso bei den Tänzern - Charaktere und Eigenheiten. Und erahnte auch Prägungen seitens der Lehrenden.

Zum Auftakt gab es eine Choreografie von Angelika Forner zu Musik von gleich drei jungen Komponisten: Judith Lorenz, Josef Zschornack und Adrian Laugsch. Die Tanzpädagogin und Choreografin - ihr oblag gemeinsam mit Prof. José Bondi die künstlerisch-pädagogische Begleitung des Projektes seitens der Tanzhochschule - hat mit der Klasse N1 "Bilder einer Liebe" auf die Bühne gebracht, und diese waren gut anzuschauen in Struktur wie Bewegtheit, assoziierten einen eher gemäßigten Ausbruch der Gefühle.

In "Domino" ordnete Tom Haas jedem der Tänzer ein Instrument sowie ein musikalisches Motiv zu. Und das war in der szenischen Verquickung der je drei Musiker und drei Jungen gut gelöst, wirkte differenziert in der Tanzsprache und fand ein überraschendes Ende, denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt-

Mit der Musik für "Schuhe machen Leute" hat Svenja Kuhn erklärtermaßen versucht, aus ihren "gewohnten Tonmustern auszubrechen und ihnen dennoch treu zu bleiben". Um das vergleichen zu können, fehlen die Beispiele. Aber die Choreografie der fünf Tänzerinnen orientierte sich besonders am Erzählen der Schuhgeschichte, die als Metapher reizvoll ist. Vernachlässigt wurde dabei nur der tänzerische Impuls. Was ja auch eine Erfahrung ist. Und vielleicht der Anstoß, es erneut zu versuchen.

Alle Arbeiten lassen sich natürlich nicht benennen, wobei es jede verdient hätte. Wie beispielsweise auch die Überlegung von Ion Lopez Leal und Ole Jana, zwei Kompositionen aufeinanderfolgend so mit einer vergleichbaren Choreografie zu verbinden, dass das Ohr dem Auge vorgaukelt, jeweils etwas ganz anderes zu erleben. Also eine Art Suggestion, die sich aber hier noch nicht so recht einstellen wollte. Dass es funktionieren kann, haben bereits andere bewiesen. Zum Beispiel das Tanztheater Görlitz.

Das Festival "Kids on stage", das vor zwei Jahren zum ersten Mal im Festspielhaus Hellerau stattfand, hat im diesjährigen Jahrgang höchst Unterschiedliches aufgeblättert - selbst die Skateboarder bekamen ihren (etwas verregneten) Auftritt. Und seit dem 26. Juni sind auch diverse Tanzgruppen aufgetreten. Darunter die Tanzbühne "Kaleidoskop" der JugendKunstschule Dresden mit der Premiere von "lalelu". Seit der 1. Klasse tanzt diese Gruppe 7 als die nun schon älteste zusammen, und das jetzt vorgestellte Stück ist ihr Abschiedsprojekt. Gemeinsam mit den Choreografinnen Annett Lohr und Antje Kaufmann haben die sieben Tänzerinnen Traumwelten durchforscht. Und sie machten daraus keine Schlafstunde, sondern einen Bühnentraum. Der hoffentlich auch noch in ihrer eigenen Spielstätte, im Torhaus zu erleben ist.

"Kids on stage", Festspielhaus Hellerau: Heute, 19 Uhr, "Das Chaotikum" und "Wir können was, was ihr nicht könnt". Morgen, 19 Uhr, "Spanische Nacht" mit Tänzerinnen und Nachwuchsorchester des Heinrich-Schütz-Konservatoriums.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.07.2012

Gabriele Gorgas

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