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Regional Die Geigerin Elina Rubio im Konzertsaal der Musikhochschule Dresden
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20:39 09.09.2015

Auf die internationale Ausrichtung der Institution verweisend, meinte Klemm zudem, dass das für Europa zuständige Ministerium keinen besseren Ort für sein Konzert hätte finden können. Auf den Ersten Weltkrieg und in die jüngere Geschichte blickte seinerseits Minister Jürgen Martens und fand im Bezug auf die Demokratiebestrebungen vom Herbst 1989 den Grund, die Bedeutung der Europawahl 2014 hervorzuheben.

Der erfrischende Verzicht auf Floskeln am Beginn gab der Musik schnell Raum. Mit der Europahymne als Anfang war die Idee dieses Neujahrkonzerts umschrieben - das Hochschulorchester in seiner internationalen studentischen Besetzung und geleitet vom russischen Dirigenten Alexander Chernushenko gab auch personell ein Bild der Idee. An das zurechtgestutzte Stück Beethoven kann man sich dennoch schlecht gewöhnen.

Das Erlebnis des Konzertes war nicht vordergründig die 2. Sinfonie D-Dur von Jean Sibelius nach der Pause. Die Musik des Finnen kann in ihrer Opulenz immer wieder irritieren und die Schwere der Klangmassen herzlich auf die Ohren drücken. Das Orchester zu großer Geschlossenheit zu führen, gelang Alexander Chernushenko, und er gewann den riesigen Klangflächen sehr diszipliniert und mit fordernder, unaffektierter Leitung viel Form und innere Spannung ab. Vor allem die Bläser untersetzten den satten, aufgeladenen Klang des Orchesters hervorragend und weit besser, als im ersten Teil des Abends.

Das darin gespielte Violinkonzert D-Dur von Peter Tschaikowski war das eigentliche Erlebnis des Konzerts. Denn die Solistin kam aus den eigenen Reihen der Musikhochschule. Mit jungen 17 Jahren ist die aus Spanien stammende Studentin Elina Rubio Pentcheva (Klasse Prof. Igor Malinovsky) bereits eine bemerkenswerte Musikerin, die sich an ein solches Stück ohne Zaudern heranwagt und heranwagen kann. Die Entfaltung ihres Spiels vom ruhig, fast beiläufig genommenen Beginn zu großer Expressivität fesselte durchweg. Die Konzentration stand Elina Rubio ins Gesicht geschrieben, denn schließlich ist der Solopart in jeder Hinsicht, auch mit seinem vielschichtigen Ausdruck, nicht wenig anspruchsvoll. Doch im Spiel war keine Anstrengung zu hören. Vollster Ton oder feine Nuancen folgten einander mit ganzer Selbstverständlichkeit. So entstand das, was Elina Rubios Vortrag so spannend werden ließ: Eine intensive musikalische Erzählung mit wirklicher Tiefe, die gelegentlichen Ungestüm nur dort verriet, wo einige Töne noch nicht ganz dem Willen der jungen Geigerin gehorchen wollten. Dann überlagerten Sturm und Drang die Kultur des Klanges. Doch die echte Freude am Spiel übertrug sich direkt aufs Publikum. Und in der Zugabe, der extrem schwierigen Caprice "Der Erlkönig" von Heinrich Wilhelm Ernst, spielte Rubio mit und an den Grenzen ihrer aktuellen Möglichkeiten. Doch an solchem Versuch wächst man. Eine sehr erstaunliche, zierliche, musikalisch aber bereits starke junge Dame.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.01.2014

Hartmut Schütz

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