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Die Dresdner Künstlerin Heike Berl präsentiert ihre Arbeiten in der Galerie Adlergasse

Ausstellung Die Dresdner Künstlerin Heike Berl präsentiert ihre Arbeiten in der Galerie Adlergasse

Die Dresdner Malerin/Grafikerin Heike Berl stellt ihre Papiere alle selbst her und bemalt sie oder verwendet sie für Plastiken, wie man sie jetzt in einer Ausstellung der Galerie Adlergasse sehen kann. Die gegenwärtige Präsentation ist eine komplexe Installation, ihre einzelnen Teile stehen aber auch für sich allein.

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Heike Berl. „re“, 2015, Papier, Faltung, Bleisatz

Quelle: Heinz Weißflog

Dresden. Seit etwa zwei Jahren versteht sich die Dresdner Malerin/Grafikerin Heike Berl (geb. 1976 als Heike Keller in Zwickau) vorwiegend als Papierkünstlerin und ist seit 2016 Mitglied der International Association of Hand Papermakers und Paper Artists (IAPAMA). Entscheidend dafür war das Gastsemester bei Professor Andreas von Weizsäcker in der Studienwerkstatt Papier der Akademie der Bildenden Künste München im Jahr 2003.

Heike Berl stellt ihre Papiere jetzt alle selbst her und bemalt sie oder verwendet sie für Plastiken, wie man sie jetzt in einer Ausstellung der Galerie Adlergasse sehen kann. Die gegenwärtige Präsentation ist eine komplexe Installation, ihre einzelnen Teile stehen aber auch für sich allein. Den zentralen Teil bildet die Serie von zehn Papierarbeiten „Dead Can Dance“ (2015): Zwei schwarze Abdrücke von Gummihandschuhen auf gelbem Grund, durchzogen von weißen Streifen, bilden den Mittelpunkt jedes Bildes, wobei die einzelnen Arbeiten sich im Detail geringfügig unterscheiden. Man muss aber unmittelbar davor stehen: Die beiden nach einander ausgestreckten „Hände“ auf jedem Blatt sind ein Zitat nach dem Fresko der Sixtinischen Kapelle im Petersdom in Rom mit Michelangelos Darstellung von Gottvater und Adam. Sie demonstrieren das Bedürfnis nach Kontaktaufnahme und Kommunikation. Schwarze Kreuze verweisen auf Sterblichkeit und Kürze des Lebens. Den Bezug zur Musik stellt Heike Berl durch die in die Serie integrierten Prägedrucke her, die den Namen einer Rockband (Dead Can Dance) tragen. Bereits 2015 hatte sie mit der Serie „Paper Blues“ bei Büchers Best in der Dresdner Neustadt ihre Leidenschaft für Pop-, Rock- und Blues-Musik bekundet. Seit einigen Jahren spielt sie in der Band „Krapplack“ Schlagzeug gemeinsam mit der Dresdner Malerin Mandy Friedrich (Gitarre und Gesang).

Sprache, Musik und Bild treten auch in den anderen Arbeiten in einen Dialog: Einzelne Buchstaben und Silben wie in den Blättern „Re“, „R“ und „Ri“ stehen solitär im Bildraum wie Signale oder Sinnzeichen für Wort-und Erinnerungsfetzen sowie Verluste, die beim Hören von Sprache und Musik entstanden sind. Konstruktive Flächen und Fragmente bilden das sinnliche Gerüst für den Erinnerungshintergrund, gleichsam die Leerstellen mit Assoziationen füllend. Das Material Papier wird hier zum Träger von Gedanken und Emotionen, die durch Sprache und Musik ausgelöst werden. Man hört gewissermaßen mit den Augen.

Ihre plastischen Objekte zum Thema „Radio Olympia“ beziehen sich auf Großmutters bekannten Röhrenempfänger, der im Sachsenwerk Niedersedlitz hergestellt wurde. Die entkernten Gehäuse wurden mit weißem Papier wie eine neue Haut überzogen und mit schwarzen, frei aufgefassten Lineaturen bemalt. Stefan Voigt (riesa efau) spricht von Papieren, die wie Hüllen fungieren, „Membrane zwischen innen und außen“ sind. Hier wird an die Musik erinnert, die Heike Berl von Kindheit an begleitet hat.

Herausragend ist eine neuere Arbeit, ein Großformat mit dem Titel „River“ von 2015/16. Faltungen, Bemalung und Bleisatz vereinen sich zu einer bewegten, abstrakt-informellen Komposition zwischen schwarzen Eckeinfassungen und einer Schraffur auf weißem Grund. „Quo vadis II“ (2016) ist eine plastische in den Raum greifende Papierarbeit aus gelbem Papier-Pulp mit kleinen schwarzen Händen, die in unterschiedliche Richtung weisen. Auch im „Handspiel“ (2015) wird mit kleinen schwarzen Händen gearbeitet, die inmitten einer unregelmäßigen gelben Fläche verschieden ausgerichtet sind. Die Hände sind spielerische Symbole, die wechselnde Orientierungen anzeigen.

Heike Berl studierte 1995-1999 Grafik-Design an der Hochschule Anhalt (FH) Dessau, danach 1999-2000 Malerei/Grafik an der Hochschule für Künste Bremen und von 2002-2006 Malerei/Grafik an der HfBK Dresden bei den Professoren Ralf Kerbach und Elke Hopfe, bei der sie Meisterschülerin war.

Bis 11. November. Galerie Adlergasse, Wachsbleichstraße 4a. Tel. 0351/ 866 0211, geöffnet: Mo-Fr 10-13 Uhr und 16-20 Uhr.

www.riesa-efau.de .

Von Heinz Weißflog

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