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Regional Die Dresdner Fotografin Christine Starke und ihre „Rückblende“
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21:00 18.08.2017
Christine Starke. Schröder Lebensmittel 1987, Königsbrücker Landstraße 29 Quelle: Christine Starke

Immer schon haben die Dresdner Fotografin Christine Starke der Mensch und seine Umwelt, respektive seine Arbeitswelt interessiert. In zahlreichen Fotobüchern und Ausstellungen richtete sie dabei ihren Focus besonders auf ihr unmittelbares Lebensumfeld. Jüngst erschien ihr Neustadtbuch „Die Selbständigen, Porträts von Chefinnen, Künstlerinnen und Freiberuflerinnen“, eine künstlerische Hommage an feminines Unternehmertum. Darin knüpft sie an ihre jahrelange Feldforschung im urbanen Raum an. Mensch und Arbeit sind dabei die zentralen Themen, natürlich auch das Beheimatetsein vor Ort und die Verwurzelung in Geschichte und Tradition. Im Fotoband „Rückblende“ mit Dokumentarfotografie zu den Gewerbetreibenden und Selbständigen im Dresdner Ortsteil Klotzsche erfüllte sich Christine Starke nun einen lang gehegten Wunsch, wesentliche Aspekte ihres einstigen Wohnortes im Bild festzuhalten und in einem Buch der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die privaten Geschäfte, Gewerke und Kleinunternehmen bilden einen wesentlichen Teil des wirtschaftlichen und sozialen Lebens von Klotzsche und haben sich seit 1988 völlig gewandelt. Die politische Wende war eine wichtige Schnittstelle für das private Kleinunternehmen, sowohl ökonomisch, technologisch als auch in der öffentlichen Präsentation. Alle Schwarz-Weiß-Aufnahmen entstanden zwischen 1987 und 1992, also in einem neuralgischen Zeitabschnitt für den wirtschaftlichen Umbau, der auch menschlich nicht ohne wichtige Folgen und Konsequenzen blieb.

Der in Klotzsche aufgewachsene Hamburger Schriftsteller Wolfgang Hegewald verfasste einen kommentierenden Essay zu den Fotografien von Christine Starke; sehr eindringlich beschwört er den Heimatbegriff, der obzwar allgemeingültig, sich doch mit eigenen Prägungen und Wurzeln in der eigenen Kindheit und Jugend manifestiert. Ihm, dem Sprache eine nutznotwendige und mentale Heimat geworden ist (er selbst musste 1983 in den Westen emigrieren), geben die vorliegenden Fotografien eine innige Vertrautheit mit dem Ort wieder, aber auch eine gewisse Allgemeingültigkeit, sind mehr als nur Heimatkunde: „Wenn ein Foto beansprucht, als Kunst zu gelten, muss es mehr bieten als private Erinnerungspropaganda. Klotzsche, beispielsweise, ist auch anderswo. Ich muss nie in Klotzsche gewesen sein, damit diese Bilder zu mir sprechen; bin ich aber mit Klotzsche innig vertraut, werde ich diese Bilder auf meine eigene Weise lesen.“ (W.H.)

Im zweiten Teil des Bandes stehen sich Fotografien von 1988 und 1992 mit dem gleichen Motiv gegenüber und lassen schon einen Vergleich zu. Die Wende hat nicht nur im Inventar, auch im Menschlichen Spuren hinterlassen: Waren es damals zum Beispiel die Dederonschürze und das spärlich gefüllte Regal, so ist es jetzt der überquellende und frisch renovierte Verkaufsraum. Die Menschen sind ernster geworden. Vier Jahre Unterschied wirken in manchen Gesichtern, besonders den älteren, wie eine Dekade. Das erste Mal wurden Christine Starkes Fotografien von Klotzsche 1988 in der Ladengalerie der Familien Baetke und Sillack auf der Königsbrücker Landstraße 63 gezeigt. Herausgeber des 80-seitigen Fotobandes ist der Klotzscher Verein e.V., der bereits 2014 Christine Starkes Fotografien in einer Ausstellung im Rathaus zeigte.

Christine Starke, Fotobuch „Rückblende“, Klotzscher Verein e.V. erhältlich im Ortsamt Klotzsche und in der Galerie Sillack.

Von Heinz Weißflog

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