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Regional Die Dresdner Bigband 50plus: Zum Musizieren ist es nie zu spät
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17:13 09.09.2015
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Zum Saxophonspielen kam er tatsächlich erst später - und zwar durch seinen Sohn. "Mein Sohn wollte damals Saxophon lernen, stellte aber fest, dass dies nicht sein Instrument ist", erzählt Matthias Lemmer. Der Sohn schwenkte auf Klavier um - die schon für ihn reservierten Saxophonstunden und das Instrument übernahm stattdessen der Vater.

"Ich wollte immer schon ein Instrument spielen, und so begann ich mit 34 Jahren, ohne vorher je eine Note gelernt zu haben, Unterricht zu nehmen", sagt er. Dies tat er mit "großer Verbissenheit", wie Lemmer heute sagt. Jeden Morgen sei er eine Stunde früher aufgestanden, um vor der Arbeit noch im Keller Saxophon zu üben. "Diese Hartnäckigkeit und feste Zeit braucht man, wenn man ein Stück weit kommen will", sagt er. Zehn Jahre lang habe er nur Unterricht genommen, bevor er sich traute, auch in kleinen Musikprojekten der Kirche mitzuspielen.

Vor sechs Jahren kam ihm die Band dann förmlich ins Haus geschneit. "Da kam Herbert Martin mit der Idee für eine neue Bigband zu mir ins Haus der Kathedrale und fragte nach einem Probenraum", erzählt Matthias Lemmer. Er arbeitet als Hausverwalter im Bistum Dresden-Meißen und signalisierte sofort Interesse, bei der Band mitzumachen. "Das war genau das, was ich mir gewünscht hatte", sagt er heute. Die Bigband 50 plus wurde 2008 tatsächlich gegründet, heute ist Matthias Lemmer nicht nur Saxophonist, sondern auch Vorsitzender des Trägervereins.

"Die Idee war, dass wir ehemalige Hobbymusiker, die vielleicht durch Beruf und Kinder viele Jahre nicht mehr gespielt haben, in der Band vereinen, so dass sie wieder musizieren können", sagt er. Anfangs bestand die Band fast nur aus Saxophonisten, inzwischen zählt sie rund 20 Mitglieder im Alter von 50 bis Mitte 70. Neue Musiker, vor allem Trompeter, Posaunisten und Schlagzeuger seien stets willkommen, sie dürfen durchaus auch jünger sein, meint Lemmer. "Wir wollen möglichst viele Instrumentengruppen doppelt besetzen, auch müssen wir immer damit rechnen, dass aus Altersgründen jemand ausscheidet", sagt er.

Wer mitspielen wolle, müsse sein Instrument zwar beherrschen, aber keine Angst vor allzu hohen Ansprüchen haben. "Wir sind Hobbymusiker. Vieles lernt man mit der Zeit", sagt Matthias Lemmer. Er selbst ist auch nach sechs Jahren noch mit voller Leidenschaft dabei. Inzwischen übt er nicht mehr täglich, sondern ein- bis zweimal pro Woche zusätzlich zum wöchentlichen Probeabend. "Das Musizieren in der Band ist anfangs schon ein anderes Kaliber, als das Üben im stillen Kämmerlein. Ich musste lernen, auf die anderen zu hören und für die Mitspieler verlässlich zu sein", erzählt er.

Er selbst möchte "seine" Bigband jedoch nicht mehr missen. Das Schönste seien immer die Konzerte, meint er. Seit zwei Jahren führt die Band zudem regelmäßig Workshops für ihre Mitglieder durch. Der nächste findet Anfang Januar 2015 statt. "Wir üben dann jeweils Freitag bis Sonntag, anschließend gibt es ein Konzert, damit wir das Gelernte anwenden können. Das hat das Gemeinschaftsgefühl sehr gestärkt, was sich im Zusammenspiel bemerkbar macht", sagt Matthias Lemmer.

Das nächste Konzert der Bigband findet übrigens gleich zum Jahresauftakt, nach dem zweiten Bandworkshop, am 4. Januar, 16 Uhr im Marienkrankenhaus Dresden-Klotzsche statt.

Info: www.bigband50plus.de , Telefon: 0351/1607672

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.01.2015

Nicole Czerwinka

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