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Regional Die Dresdner Band Autumn Valley bietet folkige Herbstklänge
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23:00 17.08.2017
Lioba Gebhardt sowie Ben und Maria Zschorn sind die Dresdner Band Autumn Valley. Quelle: Amac Garbe
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Dresden

Autumn Valley – das klingt nach bunten Blättern, aber auch Nebel und Regen. Zu den schönen Seiten des Lebens kommen die traurigen, die im Tal liegen. Das hört man in den Songs der Dresdner Band. Die ersten Texte waren noch von englischen Poeten, nun schreibt Sängerin Maria Zschorn die meisten selbst. „Ich habe manchmal das Gefühl, das fließt so aus meinem Kopf heraus. Mich beschäftigt ein bestimmtes Thema eine Weile und ich schreibe dann alle Gedanken dazu auf. Manchmal wird daraus ein Songtext, manchmal auch nicht. Das sind Sachen, die mich selbst im Leben bewegen und die ich mit anderen Menschen teilen möchte.“ Es geht um philosophische Themen, Freundschaft, Beziehungen, aber zum Beispiel auch um Flucht. „Vielleicht um ein bisschen die Perspektive zu zeigen, wie sich diese Menschen fühlen, nach dem, was sie erlebt haben“, sagt ihr Ehemann Ben Zschorn. Der Song heißt „Welcome“. „Das war bei Konzerten ein sehr bewegendes Lied“, erzählt der 24-Jährige. „Da gab’s auch Menschen, die angefangen haben zu weinen, als wir den gespielt haben“, fügt Maria hinzu.

Beim Texten hat die 26-Jährige oft die Grundmelodie im Kopf, die sie dann zusammen mit ihrem Ehemann weiterentwickelt. Auch die anderen Stimmen haben sie am Anfang selbst arrangiert, doch mittlerweile bringen sich die anderen Bandmitglieder dabei ein. „Das klingt natürlicher, weil wir selbst keine Streichinstrumente spielen“, sagt Ben.

Die anderen: Das ist momentan hauptsächlich die 25-jährige Geigerin Lioba Gebhardt. Cellist Philippe Pasquier ist vor einiger Zeit für ein Praxissemester nach Hamburg gegangen, die vormalige Geigerin Marlena Rether zog fürs Studium in die Niederlande – und kam bisher nicht zurück. Mitbewohnerin Lioba sprang mit ihrer Geige ein. Das ist ein gutes Jahr her. Doch die drei kennen sich schon aus ihrer Schulzeit im vogtländischen Greiz. Maria und Ben sind seit fast zehn Jahren zusammen und seit beinahe sechs Jahren verheiratet. Mit Lioba und zwei weiteren Mitbewohnern leben sie seit Jahren im Dresdner Nordosten. Was sie vereint, das ist die Musik. Zuerst hat das Ehepaar allein Musik gemacht. Anfang 2015 wurde daraus nach und nach eine Band: mit Maria als Sängerin und an der Ukulele, Ben an der Akustikgitarre sowie Cello und Geige als Zugabe.

Eigentlich studiert Maria Landschaftsarchitektur an der TU Dresden, steht kurz vor ihrem Abschluss. In diesem Bereich arbeiten möchte sie aber erst mal nicht. Dann wäre zu wenig Zeit für die Musik. Mit der hat sie schon zu Grundschulzeiten angefangen, lernte u. a. Klavier, Gesang und Gitarre. Auch ihr Mann hat damals Klavier gelernt, später Gitarre, Bass und Percussion. Er hat einen Bachelorabschluss in Law in Context und macht einen Bundesfreiwilligendienst beim Dresdner Verein Kultur Aktiv. „Da arbeite ich in verschiedenen Projekten, die alle einen musikalischen Bezug haben“, erzählt er. Dazu gehört zum Beispiel die Musikkonferenz MUSICMATCH. Zuletzt hat er für eine sächsische Band eine Tour in Russland organisiert.

Lioba hat als Kind als erstes Geige gelernt, später kamen Klavier und Orgel hinzu. An der Dresdner Hochschule für Kirchenmusik hat sie den Diplomabschluss Kirchenmusik B gemacht und einen Aufbaustudiengang für Orgelliteratur absolviert. Derzeit ist sie als Elternzeitvertretung Kantorin der Himmelfahrtskirche in Leuben sowie der Stephanuskirche in Zschachwitz. „Die Band ist meine Freizeit. Das ist eine ganz andere Musik und hat viel mit Improvisation zu tun. Das ist ein sehr freies Musizieren, das genieße ich sehr“, erzählt sie.

Auch Maria hatte überlegt, Musik zu studieren. „Ich glaube, wenn ich das getan hätte, dann würde ich es nicht mehr so gern machen. Dann wäre es mein Beruf. Das macht psychologisch einen großen Unterschied“, erklärt die 26-Jährige. Das Ziel der drei: Mit ihren Jobs so viel Geld wie nötig zu verdienen und trotzdem genug Freizeit für die Musik zu haben.

Diese Musik würden die Bandmitglieder am ehesten als Indie-Folk bezeichnen. Im Herbst 2015 haben sie ein paar Songs auf ihre EP „Poison Tree“ gepresst und 150 Stück komplett eigenständig gestaltet. Die sind natürlich längst vergriffen. „Bis auf ein paar, die wir so schön fanden, dass wir sie nicht verkaufen wollten“, sagt Ben.

Auf die Frage nach ihrem größten Ziel antworten sie nahezu einhellig: „Konzerte spielen!“ Am liebsten in Wohnzimmern. Das ist direkter, intimer, inniger als auf einer großen Bühne. 2016 tourten sie mit ihrem Bandbus durch Deutschland, Frankreich und die Schweiz. In der Alpenrepublik spielten sie vor der Schwesterngemeinschaft Grandchamp. Das war Liobas persönliches Highlight, denn sie hatte vorher drei Wochen lang bei den Schwestern gelebt.

2018 wollen sie endlich wieder mehr Konzerte geben. Maria erklärt: „Da kehre ich mein Innerstes nach außen. Das ist manchmal sehr sensibel, aber auch unglaublich bereichernd. Wenn ich merke, dass Leute berührt sind von den Liedern, die ich schreibe, dann ist das ein magischer Moment.“

Autumn Valley treten am 20. August, 17 Uhr in der Christophoruskirche in Laubegast auf.

www.autumnvalley.de

Von Nadine Faust

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