Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
Die Berliner Mutabor kommen nach Dresden in den Beatpol

25-jähriges Bühnenbestehen Die Berliner Mutabor kommen nach Dresden in den Beatpol

Die zungenbrecherische Kategorie „Blockflötenpunkrockfolk“ entstammt der schreibenden Zunft, während wir die Erfindung und musikalische Umsetzung desselben der Berliner Band Mutabor verdanken. Am Freitag spielen sie im Beatpol.

Voriger Artikel
Filmfest Dresden zeigt 63 Kurzfilme in den Wettbewerben
Nächster Artikel
„Siegfried Otello“: Heldentenor Stephen Gould im Interview

Mutabor feiern in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bühnenbestehen.
 

Quelle: Label Makana Beat Records

Dresden. Musikkritiker können manches nicht so gut – kurze Sätze schreiben zum Beispiel – aber noch nie da gewesene Genreschubladen für musikalische Novitäten zu kreieren gehört zu den ureigenen und zwingend notwendigen Begabungen eines fähigen Reviewschreibers. Und so entstammt die zungenbrecherische Kategorie „Blockflötenpunkrockfolk“ der schreibenden Zunft, während wir die Erfindung und musikalische Umsetzung desselben der Berliner Band Mutabor verdanken.

Diese Genrebeschreibung zusammen mit dem aus dem Hauffschen Märchen „Die Geschichte vom Kalif Storch“ entliehenen Bandnamen sowie einem Frontmann und studierten Ethnologen, der das amharische Wort für die Verbundenheit von Mensch und Natur „makana“ im selbst gewählten Nachnamen trägt (Amharisch wird in Äthiopien gesprochen), sind an sich schon mehr als deutliche Hinweise auf den textlichen Gehalt von Mutabor: Es ist eine wilde Mixtur aus Sozialkritik, Nonkonformismus und eulenspiegelschem Narrentum, dazu fixe Punkrhythmen im Folkmantel. Die tadelnde Zustandsbeschreibung der Gesellschaft bleibt dabei dankenswerterweise eine Option, die nicht in jedem einzelnen Song dogmatisch wiederholt werden muss, sondern sich mit ungeheuer tanzbaren und einfach nur schrägen Titeln abwechselt.

Den Grundstein dazu legt das mittelalterliche Liederbuch „Der schräge Turm“, an dem sich Frontmann Axel „Makana“ Steinhagen gemeinsam mit Gitarrist Tilmann Walter 1990 in Wismar bedient. Beide gehen 1991 zum Studium nach Berlin, finden übers Schwarze Brett die Violinistin Helen Bauernfeind und Katja Kühler mit Flöte (die allerdings im Jahr drauf schon wieder ersetzt wird), und schon sind die Gründungsmitglieder beisammen. 1992 folgt noch die Bandtaufe auf den Namen Mutabor. Bereits die ersten selbst geschriebenen Lieder wie der liederliche „Lump“ oder „Es gibt keine Liebe“ sind Klassiker und dürfen bis heute in keinem Set fehlen.

Das erste Album mit dem Titel „Mutabor“ kommt erst 1997 auf den Markt, dann aber gleich bei Virgin Deutschland. Der Konserven-Output von Mutabor bleibt auch in der Folge eher spärlich, umso mehr überzeugt die Kapelle live. Aus den ursprünglich vier Bandmitgliedern sind mittlerweile sechs geworden. Gründungsmitglied Helen Bauernfeind ist seit 2013 wieder mit dabei, ansonsten hat sich das Personalkarussell um Makana komplett gedreht. E-Gitarre, Bass und Schlagzeug verleihen dem Violinen- und Flötensound eine satte Grundlage. Und das Energiebündel Makana, dem scheinbar nie die Puste aus- und das Lachen vergeht, fordert auch vom Publikum volle Hingabe. Passend dazu ist die aktuelle „Euphoria“-Tour anlässlich des 25. Jubiläums (trotz einer Auszeit von 2006 bis 2009) „als antidepressive Ganzkörpertherapie angelegt“ - eine grundsätzlich schweißtreibende, wunderbar konfuse und spaßige Angelegenheit.

Freitag, 20 Uhr im Beatpol

Von Franziska Schmieder

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr