Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Die Alin Coen Band spielt zweimal in Dresden - erster Termin bereits ausverkauft

Die Alin Coen Band spielt zweimal in Dresden - erster Termin bereits ausverkauft

Vor gut fünf Jahren vereinten sich fünf Weimarer Studenten zur Alin Coen Band. Sängerin Coen (auch Gitarre), Jan Frisch (Gitarre), Philipp Martin (Bass) und Fabian Stevens (Schlagzeug) haben gerade ihr zweites Album "We're Not the Ones We Thought We Were" (Universal, 2013) veröffentlicht.

Voriger Artikel
Mit Leidenschaft und Kompetenz für Kultur: Peter Zacher ist tot
Nächster Artikel
Hintergrund: Die Dresdner Kunstakademie

Die Alin Coen Band: Namensgebend ist natürlich die Dame.

Quelle: Tristan Vostry

Eine träumerische Popplatte, die es sich in englischen und deutschen Texten ein bisschen unbequem macht. In Dresden wird es zwei Konzerte geben - das erste ist längst ausverkauft.

Frage: Alin Coen - was für eine Geschichte steckt hinter diesem Namen?

Alin Coen: Alin ist eigentlich der französische Name "Aline" und wird auch so ausgesprochen, nicht Ällinn, wie manche vermuten. Aber wegen meiner mexikanischen Verwandtschaft, die das E am Ende mit aussprechen würden, haben meine Eltern mir das E bei der Geburt gestrichen. Mein Nachname hatte auch mal ein H, also Cohen, aber durch meine italienischen Vorfahren, bei denen das H überflüssig zu sein schien, ging's dort verloren. Ich heiße theoretisch Aline Cohen, aber praktisch und in Wirklichkeit Alin Coen.

Ihr habt euch als Band in Weimar kennengelernt. Wie bekannt seid ihr dort mittlerweile?

So mittel bekannt. Für Weimarer Verhältnisse vielleicht sogar überdurchschnittlich bekannt.

Was lernt man im Popcamp des Deutschen Musikrates, an dem ihr 2008 teilnahmt?

Man hat viel Zeit, die man mit Proben verbringen kann. Zwischendurch geben einem Dozenten Ratschläge oder es gibt Seminare zu Musikbusiness, GEMA und Performance-Dingen. Uns hat es auf alle Fälle ordentlich zusammengeschweißt.

Beim "Bundesvision Song Contest 2011" habt ihr für Thüringen den 12. Platz geholt. Ist schlechtes Abschneiden nicht eigentlich viel besser, weil man im Anschluss nicht medial verheizt wird, aber dennoch vor einem großen potenziellen Neupublikum aufgetreten ist?

Schlechtes Abschneiden in einem Contest fühlt sich nicht so richtig gut an. Aber ich finde prinzipiell einfach einen "Contest" nicht den liebevollsten Rahmen. Weder für die Musiker noch für die Musik. Ich hoffe, dass wir damit ein paar neue Leute erreicht haben, aber ich muss zugeben, dass ich mir nicht so sicher bin, ob es eine große Überlappung zwischen der Menge der Menschen gibt, die potentiell auf unsere Musik stehen könnten und der "BuViSoCo" guckenden Menschen. Ich glaube wir haben bei den "Kultursendern" eher die Chance, auf eine Hörerschaft zu stoßen. Zumindest haben wir das bisher so erfahren.

Ihr bringt eure Alben auf eurem eigenen Label raus. Wie läuft es?

Wir haben unser erstes Album auf unserem Label "Pflanz einen Baum" rausgebracht. Das neue Album mit dem komplizierten Titel ist auf einem quasi eigens für uns gegründeten Label veröffentlicht worden, das "Modul" heißt. Es läuft okay, denke ich. Ist natürlich immer die Frage, wie hoch die Erwartungen sind. Immerhin ist unser Album bei der Musikzeitung "Intro" unter den Top 10-Alben des Jahres. Es ist echt ein super schönes Album geworden. Müssen jetzt nur noch ein paar mehr Leute mitbekommen.

Auf der Seite eines Konzertveranstalters steht, euer neues Album sei "frischer und anspruchsvoller". Wie würdet ihr es beschreiben?

Als wunderwunderwunderwunderwunderschön.

Es geht um Vergewaltigung, Fremdgehen, Mutlosigkeit oder Stagnation - lassen sich die Liebe und das Leben besser in negativen Geschichten erzählen?

Ich halte die Geschichten nicht für negative Geschichten. Es sind beschreibende Geschichten. Ob das als negativ wahrgenommen wird, hängt von der Betrachtungsweise des Lesers bzw. Hörers ab.

Ihr habt einen Öko-Labelnamen, du hast auf einem Bio-Bauernhof gelebt, dann ein Umweltschutzstudium absolviert - tourt ihr umweltfreundlicher als andere Bands?

Ich finde Verschwendung blöd. Also bitten wir die Veranstalter, nicht zu üppig aufzutischen und regionale und ökologische Produkte zu nehmen. Sieben Leute in unserer Tourgruppe sind Vegetarier. Ich habe eine Metallflasche für Leitungswasser, weil ich die Mengen an Plastikflaschen, die bei einer Tour verdrückt werden, furchtbar finde. Das Busfahren ist natürlich genauso schädlich wie bei anderen Bands und die Masse an Menschen, die man mobilisiert, zu den Konzerten zu kommen, bedeutet vermutlich auch einen hohen CO2-Ausstoß. Ich hoffe, dass alle mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen, die das können.

Du warst mal im Fach Medizin eingeschrieben, hast einen Bachelor in Umweltschutztechnik. Glaubst du, du gehst irgendwann in die Wissenschaft zurück?

Ich habe auf alle Fälle den Plan, einen Master in Wasser-Ressourcen-Management zu machen. Neulich habe ich einen Studiengang entdeckt, der auch mein Interesse geweckt hat: Water Conflict Management. Das wäre auch was. Also ja. Ich kann mir das gut vorstellen, die Unibank erneut zu drücken.

Mit 19 wolltest du allein weit weg und warst in Indien. Was würdest du heute am liebsten machen, wenn dich die Musik nicht festhielte?

Studieren.

Die Alin Coen Band spielt am 8. Februar im Dresdner Beatpol (ausverkauft). Eine Zusatzshow findet am 6. September in der Saloppe statt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.02.2014

Juliane Hanka

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr