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Regional Der ungewöhnliche Ort: Roland Zubrod stellt in Dresdens Flughafen-Terminal aus
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23:34 09.09.2015
Roland Zubrod umarmt sozusagen sein "Segment 4" betiteltes Werk in der aktuellen Ausstellung. Quelle: Heinz Weißflog

Beim Job-Center Dresden bekam er ein Absage, der Flughafen Dresden aber stellte ihm einen Raum im Terminal 1 zur Verfügung, wo er drei Monate lang für seine Kunst werben darf. Ein großer Dank an das Management! Vielleicht wirft dieser oder jener Fluggast einen Blick in den kleinen, weißgetünchten, sauberen Raum mit Zubrods abstrakten Eisenplastiken, Collagen und Wandobjekten? Viele der Collagen sind richtige "Hingucker", die Plastiken in der Mitte wirken wie witzige, erotische Kommentare dazu.

Roland Zubrods Weg zur Kunst begann als Schüler, der für einen Ideenwettbewerb 1987 mit der künstlerischen Gestaltung einer Fläche einen ersten Preis gewann. Bald darauf widmete er sich der freien Kunst, studierte aber zuvor im zweiten Bildungsweg den Beruf eines "Staatlich Geprüften Gestalters für Design und visuelle Kommunikation". In der Werbegrafik verdient er sich seitdem mit Logoentwürfen, Plakaten und Anzeigengestaltungen seinen Lebensunterhalt. Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit dagegen ist die dreidimensionale Sicht, die die Eisenplastik und die Assemblage bieten. Dabei geht es ihm immer um die Reduktion, die nach dem Entdecken einer Idee in einer vorgegeben Form realisiert wird. Das jeweilige Eisen wird dabei nicht stark verändert, sondern in seiner Grundverfassung sanft bearbeitet, das heißt mit dem Winkelschleifer (Flex) gekürzt oder in eine bestimmte Form gebracht, poliert und mit einem Haltbarkeitslack überzogen (Zaponlack). Es überwiegen die Solitäre, gebogene, in den Raum greifende Stücke und Segmente, an die zum Teil andere Teile montiert wurden ("Engel") oder die einander spielerisch durchdringen ("Trieb). Feine Schwingungen übertragen sich auf den Betrachter, wie in einem Kraftfeld, rechts (vier Plastiken) und links (sechs Plastiken) miteinander verbindend. Meistens verbergen die Plastiken einen Gedanken in Gestalt eines Aphorismus (Zubrod sammelt Aussprüche), die er für seine Ideenküche aufbewahrt, ebenso wie ein riesiger Fundus aus vom Schrottplatz stammenden Rohlingen, die ihn irgendwann auf eine Idee bringen. Vom Gedanken bis zur Realisation ist es also nicht weit, wenngleich Zubrod in seinen Arbeiten ihre ehemaligen Funktionalität durch eine besondere Abstraktion in eine künstlerische Aussage umformuliert.

Die Collagen von Roland Zubrod sind einfache Klebebilder, die Fotografien aus Journalen von leichtbekleideten Models (zum Beispiel Manga-Mädchen) und Maschinenteilen zusammenfügen. Mechanik und Maschine steigern die Erotik, wenn die Abbildung eines technisches Moduls zwischen oder vor den Körper geschoben wird ("Provo K"). Dies entbehrt nicht einer gewissen Komik gerade angesichts der lasziv posierenden Damen der Schöpfung. Mit seinen Assemblagen (Wandobjekten) geht der Künstler unkonventionelle Wege: Viele unterschiedliche Dinge und Materialien (darunter Spielzeug wie Barbipuppen und Keramikhasen) werden zu grotesken Gebilden umgebaut. Hinter der Bezeichnung "AE 34" steht ein aus Edelstahl ausgeschnittenes, schwungvolles, floral wirkendes Element auf Edelholz montiert, das sich durch Eleganz und besondere Feinheit auszeichnet.

Roland Zubrod weilt mit Unterbrechungen seit fast zwanzig Jahren in Dresden. Er kann sich keine bessere Stadt vorstellen. Am Elbufer, in dessen Nähe er wohnt, geht er einer seiner Lieblingsbeschäftigungen nach: dem Drachensteigen. Bereits 1998 stellte er in einem Kunstraum in Gittersee aus, dort vorwiegend runde, kugelförmige und gebogene Stahlkonstruktionen unterschiedlichster Auffassungen, darunter aber schon einige, die eine besondere Gestik und Gerichtetheit in den Raum vermitteln. Inzwischen arbeitet er auch plastisch für den öffentlichen und privaten Außenbereich, sowie in verschiedenen grafischen Techniken.

bis 31. März, Flughafen Dresden, Terminal, Ebene 1 (Abflug) neben Café Vanilla/Smoker's Lounge

Kontakt: 0163/2946794, rolandzubrod@gmx.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.03.2015

Heinz Weißflog

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