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11:31 16.09.2017
Nils Wülker  Quelle: David Koenigsmann
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Dresden

 Deutschland, deine Trompeter! Von einer eigenen Traditionslinie im (jüngeren) einheimischen Jazz mag man nicht sprechen. Trotzdem muss es eigentlich nicht sein, dass man Solokünstler mit Horn immer wieder auf Miles Davis oder Chet Baker anspricht. Und trotzdem wird es getan. Nils Wülker aus Hamburg reagiert da gelassen und clever. Sagt einfach mal, ja, Miles sei ein großer Einfluss gewesen. Und ja, Miles sei ein „Achttausender des Jazz“. Warum das mit den Bergen? Weil Wülker nicht nur Trompete spielt, sondern im Hobby auch Bergsteiger ist. Aber er passe immer schön auf seine Finger auf, sagt er. Muss er auch!

„On“ (Warner) heißt die neue CD des 40-Jährigen. Erschienen im Juni, kletterte sie schnell in vergleichsweise vordere Gefilde der Charts. Als Jazzplatte in den Pop-Charts, wohlgemerkt. Was einerseits daran liegen könnte, dass auf zwei Stücken mit dem Austria-Amerikaner Rob Summerfield ein veritabler Popsänger und auf einem mit Marteria ein Rapper zu hören ist. Doch auch unabhängig dieser drei von insgesamt zwölf Titeln begreift sich Wülker noch intensiver als auf den Platten zuvor als Jazzer im Populär-Format. Man sagte gar schon, er sei eigentlich ein Singer/Songwriter – ohne selbst zu singen.

„On“ klingt hip. Klingt nach Jazz, der auf der Höhe der Zeit ist und trotzdem weiß, wo er herkommt. Nils Wülker bricht nicht mutwillig Bahn, erfindet nichts Neues, sondern findet sich selbst in der Melange. Im klaren und verfremdeten Ton von Trompete und Flügelhorn, in selbst gespielten Additionen von Piano, Fender Rhodes und Synthesizers, mit der Studioband, die nur zum Teil auch die Live-Band ist. Nach Dresden kommt Nils Wülker mit Arne Jansen, Gitarre, Lars Duppler, Keyboards, Achim Seifert, Bass, Alex Klauk, Drums und auch Rob Summerfield am Gesangsmikro ist dabei.

„On“ zeigt also den aufrechten Deal mit dem Pop, mit zackigen Funk, Hip-Hop-Avancen, serviert unbedingt Tanzbares und anderes, das einfach nur Synapsen und Muskeln reizt. Sinnlich ist es in jedem Fall. Vieles ist nur angedeutet, nichts wird ausgetreten. Das liegt auch an cleveren Beihilfen von Produzenten wie Ralf Christian Mayer oder The Krauts, die man in Verbindung bringt mit Namen wie den Fantastischen Vier, Clueso, Mark Forster – und Peter Fox. Dessen „Stadtaffe“ hatten The Krauts produziert.

Nils Wülker wurde 1977 in Bonn geboren, erhielt frühen Klavierunterricht, mit zehn dann solchen auf der Trompete. Mit 16 drang der Jazz erst in sein Ohr, dann in ihn hinein. Er wird vom JugendJazzOrchester NRW berufen, spielt in Peter Herbolzheimers BuJazzO und der RIAS Bigband. 2002 kommt die erste CD unter seinem Namen heraus, fünf weitere folgen auf dem eigenen Label. Wülker arbeitet unter anderem mit Omara Portuondo, Dominic Miller, Lee Ritenour. 2013 bekommt er den „Echo“, live konzertiert er mit Gregory Porter und Klaus Doldinger.

Das sieht nicht nur alles ziemlich geradlinig aus, das ist es wohl auch. Und wer bislang neben Til Brönner noch immer nicht Joo Kraus und auch nicht Nils Wülker gesagt hat, sollte es tun. Speziell für Tonne-Stammgäste dürfte interessant werden, was Wülker im Kanon beispielsweise mit dem Franzosen Erik Truffaz oder dem Norweger Nils Petter Molvær aufzubieten hat. Bei denen berühren sich die Elemente ja auch aufs Zärtlichste wie Heftigste.

Nils Wülker & Band, Sonnabend, 20 Uhr, Jazzclub Tonne

Von Andreas Körner

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