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Regional Der Dresdner Kreuzchor hat seine traditionelle Ostermette erneuert – aber nur ein bisschen
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20:00 09.04.2017
Der Dresdner Kreuzchor singt in der Kreuzkirche. Quelle: Matthias Krüger
Dresden

Die traditionelle Ostermette in der evangelischen Dresdner Kreuzkirche wird in diesem Jahr erstmals in einer erneuerten Fassung aufgeführt. Chordirigent Peter Kopp und Kornél Magvas, der als Lehrer am Kreuzgymnasium seit 2005 für die Aufführung verantwortlich ist, haben jedoch nur wenige vorsichtige Veränderungen vorgenommen, wie sie in der Kreuzkirche vor etwa hundert Interessierten darlegten.

Von den drei Hauptszenen – Wächter, Frauen am Grab Jesu, Begegnung der Jünger mit dem Auferstandenen – rückt die mittlere stärker in den Mittelpunkt, wie Peter Kopp erläuterte. „Vieles werden Sie gar nicht merken“, versicherte er. Die Musik sei teils recht kleingliedrig, manche Gesangspassagen umfassen nur vier Takte. „Diese Takte-Schnipsel haben wir verlängert. Es wird mehr gesungen.“ Der Fernchor bleibe, werde aber etwas seltener eingesetzt. „Wir hielten ihn für überstrapaziert.“ Das Wechselspiel zwischen ihm und dem Hauptchor ist verändert worden. „Mit wenig Mitteln straffen wir das etwas.“

Optisch gibt es ebenfalls geringfügige Neuerungen. So stehen die Sänger die ganze Zeit über rings um das Podium im Altarraum, das sie bei jedem Auftritt betreten. Nach ihrem Abgang reihen sie sich wieder zwischen die Sänger ein. Vorher mussten sie nach draußen abgehen. Peter Kopp: „Das verkürzt die Wege; die Pausen werden kleiner. Wir können es insgesamt verlangsamen. Und die Darsteller wirken nicht so gehetzt.“

Die auffälligste Veränderung wird am Ostersonntag, 16. April, in der ersten Szene zu bemerken sein. „Es wird einen kleinen Tanz der Kruzianer geben“, sagte Kornél Magvas. Die Wächter waren bislang nur Sprechrollen, nun werden sie musikalisch. „Sie singen ein Wächter-Lied und führen dazu einen Schwert-Tanz um das Grab auf.“ Zudem wird das Geschehen optisch klarer präsentiert. „Wir arbeiten mit zusätzlichem Licht“, so Peter Kopp. „Wir möchten, dass die Besucher, die früh 6 Uhr hierher kommen, die Agierenden deutlich sehen.“

Auch im Zeitalter von Mikroports auf den meisten Bühnen verzichten die Kruzianer weiterhin auf elektronische Verstärkung. „Technik birgt immer Risiken“, meint Peter Kopp. „Ein Sänger kann hier nur auftreten, wenn er den Raum füllt. Singende Knaben sind unser größter Schatz, der uns von anderen unterscheidet.“ Möglich, dass vom gesprochenen Text nicht jeder alles hört, räumte Kornél Magvas ein. „Aber man sieht ja alles deutlich. Da geht es weniger um jedes einzelne Wort, mehr um das Spiel der Osterbotschaft.“

Als Hauptgrund für die Veränderungen, so Kreuzkantor Roderich Kreile: „Die Besucherzahlen haben sehr nachgelassen in den letzten Jahren.“ Zur Christmette kommen ohnedies seit längerem viel mehr Menschen als zur Ostermette. Das, so mutmaßen die Organisatoren, allerdings aus Gründen, die nichts mit dem Kreuzchor zu tun haben. Ostern finden generell weniger Leute den Weg in die Kirche als Weihnachten. Doch die Ostermette solle nicht eines Tages mangels Interesse verschwinden, so Peter Kopp. „Deshalb machen wir dafür ein frisches Angebot.“

Immerhin ist sie über 70 Jahre alt. Kreuzkantor Rudolf Mauersberger hatte sie, eine Tradition seiner erzgebirgischen Heimat aufgreifend, 1941 aus Musikstücken alter Meister zusammengestellt, vor allem von Heinrich Schütz. Pfarrer Rudolf Decker schrieb den Text dazu, bediente sich dabei mittelalterlicher Quellen des 13. und 14. Jahrhunderts. „Unser Eindruck war: dieser Juwel hatte Patina angesetzt“, meinte Kornél Magvas. „Deshalb wollten wir dem Ganzen neue Politur verleihen.“

Kreuzkirche Dresden, 16. April, 6 Uhr, mit dem Dresdner Kreuzchor und Mitgliedern der Dresdner Philharmonie, Kreuzorganist Holger Gehring an der Orgel, die Leitung hat Kreuzkantor Roderich Kreile

Von Tomas Gärtner

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