Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
Der Dresdner Christoph König leitete den 3. Aufführungsabend der Sächsischen Staatskapelle

Der Dresdner Christoph König leitete den 3. Aufführungsabend der Sächsischen Staatskapelle

Geburtstages rückt mit Macht näher, Leipzig bekommt sogar ein eigenes Wagner-Denkmal, und die Sächsische Staatskapelle gratulierte im 3. Aufführungsabend in der Semperoper schon mal vorab auf besondere Weise.

Voriger Artikel
Rund 200 Bilder von 18 Fotografen in der Ausstellung "Über Grenzen" im Dresdner Hygiene-Museum
Nächster Artikel
Hellmuth Karasek erzählte im Dresdner Haus des Buches von seinen Lesereisen

Christoph König

Quelle: Gunter Gluecklich

Der Termin des 200. Für Wagner-Puristen war das Programm sicher nicht ideal, aber es warf mit Bearbeitungen von Hans Werner Henze nicht nur einen aktuellen Blick auf den Jubilar, sondern zeigte dabei eine wenig beachtete Facette aus dessen Werk abseits der Opern. Eingesprungen war der Dirigent Christoph König, gebürtiger Dresdner, ehemaliger Kruzianer, Absolvent der Dresdner Musikhochschule und später Korrepetitor an der Oper. Inzwischen ist er als Dirigent weltweit unterwegs und demonstrierte mit diesem Abend, dass es unbedingt lohnte, ihm auch hier gelegentlich wieder Aufgaben anzutragen.

Wagners "Siegfried-Idyll" am Beginn war Beweis genug für die Qualitäten des Dirigenten, die sich selbstverständlich mit denen der Staatskapelle vereinten: Selbst die subtil angelegten Stärken des filigranen Klanges erfuhren noch Differenzierungen, jedes Motiv war herausgearbeitet und doch eingebettet. König verirrte sich dabei nie im Schönklang und erzeugte zielgerichtet gestaltete Bögen von einer Spannung, die bis in den weit hinausgezogenen Schluss reichte.

Dass hinter Wagners gern zur Schau getragenem Patriotismus viel Absicht steckte, stieß schon Zeitgenossen wie dem Hofkapellmeister Julius Rietz übel auf, dem die Wut über eine anbiedernde Widmung seines im Exil lebenden Kollegen an Sachsens König die böse Titulierung "Halunke" im Tagebuch wert war. Den Nagel auf den Kopf traf also auch Hans Werner Henze mit seiner Bearbeitung von Wagners "Gruß seiner Treuen an Friedrich August den Geliebten bei seiner Rückkehr aus England" von 1844, die den sächsisch-patriotisch verkitschten Text bei seiner belustigenden Seite nahm. Dabei sind Henzes "Richard Wagnersche Klavierlieder" beileibe nicht nur Parodien. Als Meister der Instrumentierung und als Erfinder ungewöhnlicher Klangfarben zeigt sich der 2012 verstorbene Capell-Compositeur dem Inhalt der Texte immer ganz nahe. Und unter diesen - "Sieben Kompositionen zu Goethes Faust" und "Acht Französische Lieder" gehören dazu - ist mehr Ernstes als Belustigendes. Die Balance zwischen Seriosität und Komik, zwischen Parodie und ernsthafter musikalischer Weitung des Gehalts auf so engem Raum zu erhalten, dürfte keine Kleinigkeit sein. Christoph König gelang die Durchdringung dieses Kaleidoskops der Ausdrucksmöglichkeiten sehr beachtlich. In Antigone Papoulkas (Mezzosopran) und Markus Butter (Bariton) hatte König großartige Partner, die nicht nur mit stimmlicher Vielfalt aufwarteten, sondern die Lieder intelligent auf den Punkt brachten. Der Chor der Sächsischen Staatsoper (Einstudierung: Christof Bauer) ergänzte die Szenerien energisch und mit Humor, die Staatskapelle strahlte vor Spielfreude. Was für ein bezauberndes Wagner-Denkmal. iAm 8. März 2014 wird Christoph König ein Konzert der Dresdner Philharmonie in der Frauenkirche dirigieren, auf dem Programm Ravel, Strauss und Dvorák, Solistin ist die Geigerin Isabelle van Keulen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.05.2013

Hartmut Schütz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr